Nach Protesten: Molotow in Hamburg darf vorerst bleiben
© Mathias Walter

Nach Protesten: Molotow in Hamburg darf vorerst bleiben

News. 5. Februar 2024 | 5,0 / 5,0

Geschrieben von:
Redaktion

Fürs Erste gute Nachrichten aus der Hansestadt: Das Molotow auf der Reeperbahn darf zumindest bis Jahresende in der jetzigen Lokalität bleiben. Wie es danach weitergeht, ist allerdings noch offen.

Ende letzten Jahres kam es zu den erwarteten Schließungen von den Clubs rund um die Sternbrücke, die seit heute neu gebaut wird. Unerwartet waren hingegen die Umzugspläne des beliebten Techno-Clubs 'PAL' und die überraschende Kündigung des Mietvertrags vom Molotow. Um gegen das Clubsterben aufmerksam zu machen, wurde schließlich die Bewegung 'Demorave' gestartet.

Dazu gab es bereits einige Demonstrationen und Veranstaltungen in Hamburg und Berlin, bei denen Geld für eine Großdemonstration im Laufe des Jahres gesammelt wird. Die Bemühungen scheinen zumindest erste kleine Erfolge mit sich zu bringen: Der Vertrag für das Molotow wurde vom 30. Juni bis Ende des Jahres verlängert.

Langfristige Sicherheit fehlt weiterhin

Der Hamburger Senat teilte der Presse mit, dass sich die Bürgerschaft mit breiter Mehrheit für den Erhalt des Clubs ausgesprochen hat. Abgesehen von der AfD stimmten alle Fraktionen für die Fortführung des Szene-Clubs auf der Reeperbahn. Die entscheidende Einigung konnte dann schließlich durch die Zusammenarbeit zwischen Vermieter, Kulturbehörde, Bezirk und Betreiber:innen erreicht werden. "Ich freue mich über das klare Signal der Bürgerschaft für die Livemusikkultur in Hamburg", sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD). "Wir brauchen diese gesellschaftliche Übereinkunft, damit wir Clubs langfristig sichern können. Denn Clubs sind Teil unseres Kulturlebens.“

Die Einigung gibt zwar allen Parteien mehr Zeit eine langfristige Lösung zu finden. Ein fixer Verbleib am jetzigen Standort ist jedoch alles andere als sicher. Bei einem Interview mit SZENE HAMBURG machte Molotow-Chef Andreas Schmidt klar, dass er endlich Planungssicherheit haben möchte: "Wir wollen keine Übergangslösung, sondern eine endgültige. Wir sind schon oft genug umgezogen. Ein Club ist kein Monopoly-Spielstein, den man beliebig verschieben kann, sondern er ist eher wie ein Kartenhaus, das zusammenfällt, wenn man es woanders hin verfrachtet.“ 

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