Neues Fotobuch mit 800 Bildern aus 15 Jahren elektronische Musikszene
© Sarah Ginn

Neues Fotobuch mit 800 Bildern aus 15 Jahren elektronische Musikszene

News.28. November 2022

Fotos aus über 15 Jahren Techno, House und Drum and Bass zeigt der Fotoband 'Super Sharp Shooter' von Sarah Ginn. Die Fotografin ist seit Anfang des Jahrtausends auf den Dancefloors unterwegs und war über zehn Jahre lang Hausfotografin des fabrics.

Das Fotobuch 'Super Sharp Shooter' enthält über 800 Bilder, von denen viele erstmals gezeigt werden. Die Fotografin machte es sich zur Aufgabe, die Stimmung in Clubs und auf Festivals wie Glastonbury, Boomtown Fair, Outlook, Fabric, Printworks und Ultra Festival einzufangen. Vorgestellt werden unter anderem Drum 'n' Bass-Legenden Andy C, Shy FX, Goldie und die EDM-Stars Carl Cox, Ben UFO und Miss Kitten.

Genaue Einblicke in die Clubwelt bekam Ginn während ihrer Tätigkei als Hausfotografin von 2006 bis 2017 im fabric London. Kaum ein Club aus England ist auch über die Grenzen hinaus für so große Acts und Partyreihen bekannt. Bei ihrer Buchvorstellung erzählte sie Resident Advisor, weshalb sie die Musikfotografie liebt. "Ich empfinde Musikfotografie als eine extreme Form von Pilates. Man muss im Wahnsinn eines Raves die Ruhe bewahren, um die Aufnahme zu machen. Ich habe einen Flow-Zustand, in dem es fast wie konzentrierte Meditation ist. Deine Beobachtungen der Umgebung müssen fein abgestimmt sein, um die Bilder einzufangen, die du willst, trotz der vielen Ablenkungen um dich herum."

Das Cover © Velocity Press

"Es geht darum die Magie der Musik zu vermitteln"

Drum & Bass bezeichnet sie dabei als ihren Liebling, weil es der Soundtrack ihrer Jugend war. Kein Wunder, schließlich ist London die Geburtsstadt und das heutige Epizentrum des rund 175 BPM schnellen Genres. Ihr Lieblingsbild ist jedoch das von Skream und Benga auf dem Londoner Festival SW4 aus dem Jahr 2012. Fast hätte sie es auf der Stelle gelöscht, weil es überbelichtet aussah. "Ich mag die Tatsache, dass man das Publikum nicht sehen kann - und das Publikum war riesig", sagt sie. "Alles, was man sieht, ist, wie Beni und Oli miteinander zur Musik vibrieren, so wie sie es damals gemacht haben. Sie hatten fast diese telepathische Kommunikation, die die besten Duos haben."

Das Fotobuch ist für Sarah Ginn ein Comeback in die elektronische Musikszene. 2017 hatte sie genug, nachdem es zu Mobbing durch männliche Künstler kam. Die "frauenfeindliche und cliquenhafte Natur der Musikfotografie" mache es immer noch zu einem "harten Kampf", regelmäßige Buchungen zu bekommen. 80 Prozent der Buchungen, die sie seit 2015 erhalten hat, stammen von Frauen. Bei der Arbeit als Fotografin liegt der Fokus alleine darin, die magischen Momente, die so eine Clubnacht mit sich bringen kann, festzuhalten."Bei der Fotografie geht es nicht darum, cool zu sein und mit Künstlern herumzuhängen, das eigene Ego und die Geldgier zu stärken oder diejenigen zu unterdrücken, die aufgrund ihrer Rasse, ihres Geschlechts oder ihrer Sexualität anders sind als man selbst", sagte sie. "Es geht darum, die der Musik innewohnende Magie, die uns kollektiv und inklusiv fühlen lässt, visuell zu vermitteln."

'Super Sharp Shooter' wird von Velocity Press herausgegeben und umfasst 496 Seiten voller Fotos und Geschichten. Das Buch wird im Mai 2023 erscheinen, ist aber ab jetzt über diesen Link vorbestellbar. Der Preis liegt bei 34 GBP.

Boddika © Sarah Ginn
Das Printworks in London © Sarah Ginn

Veröffentlicht in News und getaggt mit Andy C, Carl Cox, Drum and Bass, Fotoband, Glastonbury Festival, Goldie

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