NUMARK iDJ PRO - was zu erwarten war

NUMARK iDJ PRO - was zu erwarten war

Archiv 19. Januar 2012

Die ollen Amis von NUMARK hatten schon immer ein Faible für iOS-Geräte. Da scheint ein iPad integrierender Controller nur ein logischer Schritt.

Ich erinnere mich an Konsolen, in die zwei iPhones gesteckt werden sollten, um deren musikalischen Inhalt zu mixen. Später war es dann nur noch ein iPhone. Überhaupt gab es im NUMARK-, AKAI- und ALESIS-Kosmos an den unmöglichsten Geräten Verweilplätze fürs iPhone. 2012 ist nun das iPad Thema, mit einem Controller, der die pfiffige Bezeichnung iDJ PRO erhielt.

Auf den ersten Blick erinnert das an einen Mixtrack im Alugehäuse und mit iPad Einschub. Die berührungsempfindliche Touchoberfläche des iPads wird also um klassische, haptische Elemente wie Jogwheels, Buttons oder Pitch- und Crossfader ergänzt. Andersrum gesagt: das iPad ist voll in den Controller integriert. Etwas seltsam muten die "Retro Style Lautstärkeregler" an. Anstelle von Linefadern, setzt man hier auf Drehregler. Rotary Style, Alter. 🙂 Überhaupt gibt es keinen Kanalzug im eigentlichen Sinn, da die EQ-Regler über den Jogwheels angesiedelt wurden. Immerhin wurden diese als Dreh- und nicht als Schieberegler ausgeführt. So ist der EQ nämlich in der, via iPad, eingebundenen App "DJay" umgesetzt, was andere Hersteller schon zu einer hardwareseitigen Adaptierung veranlasste.


Interessant ist der Umgang mit den Unwägbarkeiten kommender iPads. Bei der Speicherkapazität setzt man voll auf die zu erwartende Entwicklung, dass die Tracks in Zukunft aus der Cloud und nicht von der Festplatte kommen. Auch beim Sound ist das iPad-Feature "Air Play" unter den angepriesenen Funktionen zu finden. Der iDJ PRO ist also AIR-kompatibel und streamt direkt auf entsprechende Boxen. Daneben stellt er noch symmetrische (!)  Ausgänge und einen Kopfhörerausgang  (6,3mm / 3,5mm) zur Verfügung. Aktuell - aufgrund fehlender Mehrkanalfähigkeit des iPads - wahrscheinlich nur als gesplittetes Signal, was ich Pseudo-Stereo zu nennen pflege. Vielleicht ergibt sich hier mit dem iPad 3 echte Mehrkanalfähigkeit.  Vor diesem wird der Controller sicher nicht in den Handel kommen. Eingangsseitig kann ein Mikrofon und über Cinch ein AUX-Gerät angeschlossen (und auf das Master durchgeschliffen) werden.

Tja, ich bin gespalten. Einerseits kann ich nachvollziehen, dass man eine App mit klassischer Haptik steuern will, anderseits liegt der Vorteil eines iPads gerade in seiner Kompaktheit. Das ist wie ein Klappfahrrad, zu dem man einen Ohrensessel als Sattel kaufen kann. 🙂

 

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