SoundCloud rüstet weiter auf: Ab sofort können Musikschaffende Geld für Plays auf der Streaming-Webseite bekommen. Ein paar Bedingungen müssen dafür aber erfüllt werden.

Streaming ist weiter auf dem Vormarsch und beschert der Plattenindustrie große Gewinne. Nachdem die Umsätze von physischen Tonträgern immer weiter schrumpfen und der Verkauf von Digitalfiles nicht die erhoffte Kompensation bringt, ist das Streamen tatsächlich die letzte große Stütze für Gelderlöse.

Profitiert haben davon aber in erster Linie immer die großen Labels und Künstler, die bei diesen unter Vertrag sind. Aktuell ändert sich aber so einiges. Branchenriese Spotify hatte ja erst vor kurzem mit der Mitteilung, dass man Musik direkt hochladen kann, für Furore gesorgt. Jetzt zieht SoundCloud mit einem Modell nach, das in die gleiche Kerbe schlägt.

Ab sofort wird SoundCloud für Plays von Musikstücken Tantiemen bezahlen. Dabei wollen sie nach eigener Aussage mehr springen lassen, als das die Mitbewerber tun. Was das genau in Zahlen bedeutet ist noch nicht so richtig klar - versprochen sind aber 55 Prozent von dem Geld, das SoundCloud mit dem entsprechenden Titel selbst erwirtschaftet. Das könnte durch Werbung passieren oder auch durch einen Anteil von den Einnahmen aus dem Geschäft mit Abos. Im Detail erklärt wurde dieser Aspekt bisher noch nicht. Dass Werbung dabei aber eine nicht unwichtige Rolle spielen wird, ergibt sich bereits aus den Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit man an dem Programm teilnehmen kann.

Ein Abonnent von SoundCloud Pro oder Pro Unlimited muss man zunächst dafür haben. Dann muss man in einem Land leben, in dem Werbung auf SoundCloud gestattet ist und Abos abgeschlossen werden können. Deutschland gehört dazu. Eine weitere Bedingung ist, dass die hochgeladenen Titel in keiner Weise Urheberrechte verletzen und der Uploader die volle Kontrolle über die Rechte besitzt. Wenn man Titel also bereits an andere Labels abgetreten hat, dürfen diese nicht benutzt werden. 18 Jahre muss man alt sein, um an dem Programm teilzunehmen. Eine Hürde für viele Interessenten könnte tatsächlich sein, dass man in dem Vormonat mindestens 5000 Plays haben muss. Damit fällt bestimmt schon ein großer Teil von den Mitgliedern weg, die SoundCloud so gerne Creators nennt.

Trotz der einschränkenden Bedingungen ist das eine gute Idee von SoundCloud. Vermutlich musste das Unternehmen auch auf die Ankündigungen der Konkurrenten reagieren und versuchen, mit deren Plänen mitzuhalten. Am Ende geht es darum, weiterhin relevant zu bleiben und nicht noch weiter an Bedeutung zu verlieren.

Während Spotify und Apple Music sehr erfolgreich Geld machen, scheint SoundCloud immer noch ein bisschen ratlos zu sein, wie sie ihre Dienste profitabel gestalten können. Das ist fast schon ein bisschen tragisch, denn schließlich sind gerade sie die Urväter des Streaming von Musik. Wir sollten uns wünschen, dass der Plan von SoundCloud erfolgreich wird - für uns und für das Unternehmen.

Die offizielle Mitteilung

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