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"Propagandahandel": Fusion Festival verkauft Merchandise um Finanzloch zu stopfen

News.31. August 2022

Das Fusion Festival sucht nach neuen Wegen Geld einzunehmen. Mit dem Verkauf von offiziellem Merchandise will man den Millionenverlusten der letzten Jahre entgegenwirken. 

In Juli-Newsletter gab der Kulturkosmos bekannt, dass das Fusion Festival in eine finanzielle Notlage geraten ist. Die Gründe dafür sind vielseitig. Durch die Inflation stiegen die Preise für Personal, Technik und Materialien rasant. Dazu kommen erhöhte Energiepreise, ein nicht komplett ausverkauftes Festival und der Umbau der Turmbühne, der mit kolportierten 0,5 Millionen Euro teuerer als geplant war. Aufgrund von Vorgaben der zuständigen Behörde durften dieses Jahr 80.000 Menschen aufs Gelände. Bei 15.000 Mitwirkenden durften daher nur 65.000 und damit weniger Tickets als in vorhergehenden Ausgaben verkauft werden. Letztlich geht es um ein Defizit von rund 1,5 bis 2 Millionen Euro.

Es werden neue Einnahmequellen gesucht

Das Defizit klingt zwar für ein Festival dieser Dimension nach keiner riesigen Summe, ist aber aufgrund der antikommerziellen Ausrichtung nicht so einfach zu stemmen. Da eine erneute Anhebung des Ticketpreises laut den Veranstalter:innen nicht in Frage kommt, werden alternative Einkommensquellen gesucht. Der Verkauf von Immobilien in der Nähe des Festivalgeländes und ein Presale von Fusion-Tickets im September sind die ersten Schritte. Jetzt startet auch der Verkauf von Merchandise-Artikeln.

Bis zum 5. September hat man Zeit Kulturkosmos Soli-Fashion mit ausgewählten Fusion Motiven zu bestellen. Dabei gibt es Hoodies um 65 Euro, T-Shirts um 25 Euro und ein Sweatshirt um 70 Euro. Die Qualität soll laut den Betreiber:innen hoch sein. "Alles wird auf hochwertigen Stoffen gedruckt, Fairtrade, Bio & Vegan zertifiziert." Dabei werden nur die Waren produziert, die im Vorhinein bestellt wurden. Allerdings gibt es Grenzen bei den Produktionskapazitäten, weshalb nur begrenzt Bestellungen aufgenommen werden können. Bis die Produkte dann schließlich im Postkasten landen, werden laut Kulturkosmos vier bis sechs Wochen vergehen. Anfang Oktober, nachdem die erste Runde an Bestellungen abgeschlossen wurde, wird es ein weiteres Zeitfenster geben.

Dieser temporäre Progapandahandel ist für die Fusion ein unüblicher Schritt, der die Notlage noch einmal verdeutlicht. Der Verkauf von Hoodies und Shirts wird das Finanzloch aber nicht alleine stopfen können, weshalb der Kulturkosmos auch weiterhin auf Spendengeldern (siehe Link) angewiesen ist.

Hier geht es zum Fusion Shop.

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Redaktion