Robert Henke: Ableton-Gründer plädiert für CDs statt Vinyl

Robert Henke: Ableton-Gründer plädiert für CDs statt Vinyl

News.13. Juli 2022

Robert Henke, Mitbegründer von Ableton, hat in einem Post auf Facebook eine nach wie vor stark diskutierte Debatte weiter angefeuert. Im Angesicht der großen Energiekrise und den Aussichten auf die Zukunft, plädiert er für den Verzicht auf Vinyl und bringt ein anderes Medium wieder ins Spiel: Die CD!

In der DJ-Szene ist diese Debatte nun wirklich ein alter Hut und man neigt eher dazu genervt abzuwinken, wenn es wieder um die ewige Frage nach Vinyl oder digital geht. Im Hintergrund birgt diese Frage aber nach wie vor ein großes Konfliktpotenzial, das angesichts der großen Energiekrise weiter entfacht wird. Robert Henke, Mitbegründer von Ableton, widmete sich dem Thema in einem Facebook-Post und plädierte dafür, auf Vinyl in Zukunft gänzlich zu verzichten.

Bevor es zu Henkes Argumenten geht, muss aber erst einmal die natürlich Abwehrreaktion auf solche Forderungen durchbrochen werden. "Schallplatten? Als ob die paar Vinyl innerhalb unserer riesigen global Weltwirtschaft wirklich einen nennenswerten Einfluss haben, da gibt es doch wirklich wichtigeres!". Das ist natürlich ein valides Argument, andererseits ist eine solche Argumentation auch immer eine willkommene Fluchttür. Die Debatte um die Zukunft unseres Planeten muss auf Makro- und Mikroebene geführt werden. Die Energiekrise trifft eben auch die Musik, also muss auch hier nach neuen und schnellen Lösungen gesucht werden. Genau da setzt Robert Henke an und bringt die gute alte CD wieder ins Spiel.

Das hat gleich mehrere Gründe. Vinyl zu pressen ist nicht gerade die umweltfreundlichste Methode um Musik zu speichern. Als Argument pro Schallplatte wird zu Recht dann immer der hohe Energieaufwand angeführt, den ständige Verfügbarkeit von Streaming hervorruft. Der Mittelweg mit der CD liegt also laut Henke auf der Hand, denn sie kann Musik zuverlässig (manche meinen sogar besser, aber das ist eine andere Debatte) speichern und hat noch einen weiteren entscheidenden Vorteil. "Shipping is a big part of the problem and will become more so when prices for fuel go up. Shipping also comes with its very own ecological footprint, starting with the necessary infrastructure. We need to ship less stuff around the globe", so Henke.

Bereits jetzt ist der Versand von Platten (und eigentlich allen anderen Dingen) schon merklich schlechter geworden. Lange Lieferzeiten wegen fehlendem Personal, überfüllte Frachtschiffe und Flugzeuge, sowie gestiegene Ölpreise. Der Versandmarkt ächzt schon seit geraumer Zeit unter der großen Last und zeigte sich bereits in der Chipkrise als befeuernder Faktor. Hierzulande änderte DHL zudem ihre Paketmaße und machte damit den Versand von Vinyl für Händler:innen nahezu unmöglich. Dazu kommen die völlig überladenen Presswerke, die mit immer mehr Major-Aufträgen wie 500.000 Einheiten eines Adele Albums zugestopft werden. Jack White äußerte sich dazu jüngst in einem Video und appellierte an große Majors, selber neue Werke zu errichte, statt sich aus der Verantwortung zu ziehen. Bisher verhallte das ungehört. Vinyl macht also immer weniger Spaß und stößt an seine Grenzen. Angesichts dessen erscheint eine Rückkehr zur CD vielleicht gar nicht so schlecht. Robert Henkes Beitrag muss demnach in Zukunft ergebnisoffen diskutiert werden, auch wenn sich darin nicht die große Lösung aller Probleme finden lässt. Etwas mildern könnte sie die aktuelle Situation ja vielleicht doch.

Das gesamte Statement findet ihr hier.

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Geschrieben von:
Redaktion