Test: AIAIAI TMA-2 HD / modularer DJ-Kopfhörer

Test: AIAIAI TMA-2 HD / modularer DJ-Kopfhörer

Tests 14. Februar 2021

Mit der TMA-2 Modular Serie und den daraus entstandenen Headphone-Presets entwarf der Kopenhagener Hersteller ein innovatives Konzept, das sich sowohl bei DJs und Producern als auch bei anspruchsvollen Musikliebhabern großer Beliebtheit erfreute. Bekanntheiten wie Richie Hawtin, Young Guru und Bonobo greifen seit Jahren auf die verschiedenen Modelle von Aiaiai zurück und bekamen teils sogar eigens entworfene Presets auf den Leib geschneidert. Der neueste Zuwachs im Katalog der Modular-Serie ist das TMA-2 HD Preset, das mit den neu entwickelten S05 Speakern sowie vielen anderen Neuerungen der bis dato klanglich ausgereifteste Kopfhörer der noch jungen Firma sein soll. Haben wir hier getestet.

Lieferumfang

Wie von der Modular-Serie gewohnt finden sich in der stylischen Verpackung die einzeln verpackten Komponenten des Kopfhörers, die darauf warten zusammengesetzt zu werden. Im Falle des HD Preset sind es die S05 Speaker, ein paar E08 Memory-Foam-Ohrpolster, der H04 Kopfbügel sowie das etwa 1,5 m lange C15 Triad HiFi Cable. Wer hier eine Tasche oder ein passgenaues Shell-Case für den Kopfhörer erwartet, wird leider enttäuscht. Dieses kann zwar in Form des A02 Cases oder der A01 Pouch separat erworben werden, wäre im Hinblick auf den Preis des Kopfhörers jedoch eine nette Dreingabe gewesen.

Zusammengesteckt und aufgesetzt

Das Zusammensetzen der einzelnen Komponenten geht gut von der Hand und ist dank der beiliegenden kurzen Anleitung schnell erklärt und nach wenigen Minuten erledigt. Einmal zusammengebaut hinterlässt die Haptik des ohrumschließenden Kopfhörers einen sehr positiven Eindruck. Anhaltendes Biegen des H04-Kopfbügels sowie häufiges Auseinander- und Zusammenbauen der einzelnen Komponenten steckt das HD-Preset unbeeindruckt weg. Abgerundet wird das professionelle Feeling des TMA-2 HD durch das mattschwarze, minimalistisch wirkende Design sowie der verriegelbaren, hochwertigen Steckverbinder an Kopfbügel und Kabel.

Der Kopfhörer sitzt straff und dank der Memory-Foam-Ohrpolster bequem auf den Ohren. Auch während längeren Sessions mit dem TMA-2 HD Preset fiel mir der durchaus erwähnenswerte Anpressdruck des Kopfbügels nie sonderlich störend auf. Einzig die Wärmeentwicklung ("heiße Ohren", wir kennen es) ließ mich den Hörer immer wieder kurzzeitig absetzen.


AIAIAI TMA-HD im Test.

Klangeigenschaften

Um mir ein besseres Bild vom Klang des neuen Top-Modells des dänischen Herstellers machen zu können, ziehe ich mein Aiaiai TMA 2 Tonmeister-Preset (ebenfalls ein geschlossener Over-Ear-Kopfhörer) zum Vergleich heran, welches sich bei allerlei kleinerer FOH- und Studio-Anwendungen als treuer Begleiter erwies.

Tatsächlich klingen die neuen, laut Hersteller aufwendig abgestimmten S05 Speaker mit Bio-ellulose-Membran deutlich detailreicher als die S04 Speaker des Vorgängermodells. Hohe und mittlere Frequenzen wie beispielsweise Gesang, Percussion und Keys werden deutlich straffer wiedergegeben und setzen sich gut durch ohne je aufdringlich zu werden. Position und Dynamik diverser Instrumente lassen sich im Mix gut bestimmen und gerade die Transienten werden besser abgezeichnet als bei den S04-Speakern, die ein wenig zu "HiFi-ishen" Tendenzen neigen können. Besonders angenehm fallen hier auch die zwar prominenten aber nie überzeichneten Bässe auf. Kick- und Bass-Sounds lassen sich gut voneinander unterscheiden bzw. aufeinander abstimmen, ohne dass das Klangbild zu trocken oder steril wirkt.

Allgemein lässt sich der Klang des Kopfhörers als lebhaft und aufgeräumt bezeichnen. Das Produzieren und Musikhören mit dem HD Preset machen Laune, da der frische Sound des Kopfhörers, besonders bei längerem Hören, nicht ermüdend oder langweilig wird. Eine lineare, ungeschönte Wiedergabe darf man von Aiaiai's neuestem Produkt jedoch nicht erwarten. Eher sehe ich das TMA-2 HD Preset als Zweit-Hörer, einen unkomplizierten und gut klingenden Schallwandler für kreative Phasen in der Produktion oder als Kopfhörer für anspruchsvolle Musikliebhaber.

Fazit

Daumen hoch! Der jüngste Zuwachs des Herstellers übertrifft die Klangeigenschaften seiner Vorgängermodelle, dem Studio- und Tonmeister-Preset, gekonnt und schickt diese zurecht in den Ruhestand. An Verarbeitung, Handling und Sound gibt es nur wenig zu bemängeln. Wer also auf der Suche nach einem gut bis sehr gut klingenden Kopfhörer für Producing-Sessions, Multimedia-Anwendungen oder zum reinen Musikgenuss ist, sollte das Aiaiai TMA-2 HD Preset auf jeden Fall in Betracht ziehen und im besten Fall einmal anhören.

Pro

Dynamischer, lebhafter Sound
Straffe und kontrollierte Basswiedergabe
Robuste Verarbeitung und hochwertige Bauteile
Modularer, erweiterbarer Aufbau
Komfortabler Sitz dank Memory-Foam-Ohrpolster

Kontra

Kein Case im Lieferumfang
Wärmeentwicklung der Ohrpolster bei längerem Tragen

Preis:

349,00 EUR

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit AIAIAI , dj-kopfhörer , Test , TMA-2 HD

Geschrieben von:
Jan Jankowski

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