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Test: Denon DJ SC LIVE 4 / Standalone DJ-Workstation

Test: Denon DJ SC LIVE 4 / Standalone DJ-Workstation

Tests.7. November 2022

Mit dem SC LIVE 4 stellt Denon DJ dem SC LIVE 2 einen großen, vierkanaligen Bruder zur Seite. Der SC LIVE 4 unterstützt den Streaminganbieter Amazon Music Unlimited und bietet einen 7-Zoll-Touchscreen, WLAN sowie 16 Performance-Pads und Jogwheels mit Displays. Wie schlägt sich das potent ausgestattete Gerät im Praxischeck und wer sollte hier zugreifen?

Quick Facts

  • Vierkanaliger Standalone-Player
  • 7-Zoll-Touchscreen
  • USB/SD und WLAN
  • Kostenlos kombinierbar mit Serato DJ Pro
  • Inklusive Lichtsteuerungen
  • Für semiprofessionelle mobile DJs

Denon DJ SC LIVE 4

Der Denon DJ SC LIVE 4 ist ein Mediaplayer mit Touchscreen-Steuerung und eingebauten Lautsprechern. Dank der internen Software Engine DJ OS kann man ihn auch ohne Computer einsetzen, wobei Songs dann durch einen mobilen Datenträger oder per Streaminganbieter zugeführt werden. Ein alternativer Computermodus erlaubt zudem die Steuerung der Software Serato DJ Pro oder VirtualDJ.

Das Kunststoffgehäuse des SC LIVE 4 misst 72 x 40 x 10 cm und wiegt 5,8 Kilogramm. An der Verarbeitung des Denon-DJ-Geräts haben wir nichts zu bemängeln, die verbauten Materialien sind ansprechend, aber nicht hochwertig. In der Umverpackung des SC LIVE 4 befinden sich ein Netzteil und ein USB-Kabel, die Nutzung von Serato DJ PRO ist enthalten.

Denon DJ SC LIVE 4 von rechts oben.
Der Denon DJ SC LIVE 4 verfügt über vier Kanäle, einen Touchscreen und ein WLAN-Modul.

Decks

Denon DJ hat die beiden Decks des SC LIVE 4 gleich ausgestattet und eine symmetrische Anordnung gewählt. Basisfunktionen wie das Starten und Stoppen der Songs sowie Beatjumps lassen sich durch gut erreichbare Taster kontrollieren. Für Tempoanpassungen sind Pitchfader mit einem langen Regelweg von zehn Zentimetern verbaut, wer sich lieber von der Technik unterstützen lassen möchte, findet aber auch Sync-Taster zur automatischen Geschwindigkeitsangleichung vor. Per Taster kann man zwischen den Decks (1 und 3, 2 und 4) umschalten, dank optischer Anzeigen in den Jogwheeldisplays und auf dem Touchscreen behält man den Überblick.

Die Jogwheels sind berührungsempfindlich, haben eine Größe von sechs Zoll und erlauben Trackmanipulationen. Die Oberfläche der Wheels ist leider recht glatt, etwas mehr Grip hätte uns hier gut gefallen, damit die Steuerungen noch zuverlässiger gelingen. Für die Aktivierung von Loops und die Rückwärtswiedergabe sind zusätzliche Bedienelemente vorhanden und pro Deck stehen acht mehrfarbig illuminierte Performance-Pads zum Auslösen kreativer Funktionen parat.

Mixer

Der Mixer des SC LIVE 4 hat vier Kanalzüge, die mit Pegelhub- sowie Dreiband-EQ-Reglern versehen sind. Dreifarbige LED-Ketten in den Kanalzügen erleichtern das Aussteuern und dem Crossfader frei zuweisbare Kanalfader mit 4,5 Zentimetern Regelweg übernehmen das Mixing. Mit den vier Sweep-FX, Filter, Noise, Echo und Wash, lassen sich Mixübergänge ausgestalten. Für Mixhighlights stehen dreizehn BPM FX (Echo, Delay, Hall, Ping Pong, Auto Gate, Flanger, LFO Filter, Phaser, Crush, Roll, Rev Roll, Scratch, Reverb) mit verschiedenen Routing-Optionen parat. Das Mastersignal ist optisch kontrollierbar und lässt sich über einen Drehregler steuern.

Die Booth-Signale und die internen Lautsprecher werden über einen gemeinsamen Regler manipuliert, ein Schiebeschalter dient zum Ein- und Ausschalten der Lautsprecher. In der Cueing-Sektion finden sich zwei weitere Regler, mit denen sich Lautstärke und Mixverhältnis einstellen lassen. Wer sein Setup durch Mikrofone und Line-Zuspieler erweitert, kann die eingehenden Signale mittels Taster aktivieren und per Drehregler steuern.

Display

Das Denon-DJ-Gerät ist mit einem sieben Zoll großen, gestochen scharfen Touchscreen ausgestattet. Der Winkel des Displays ist fix, die gewählte Umsetzung ist aber durchaus praxisgerecht und die eingeblendeten Informationen stets gut ablesbar. Neben zahlreichen Einblendungen gelingt auch die Gerätekonfiguration und die Aktivierung des WLAN-Moduls über den Touchscreen. Ein rechts neben dem Display platzierter Encoder sowie Taster ermöglichen die Songselektion, zusätzliche, auf der linken Seiten ausgeführte Bedienelemente erlauben die Auswahl der Menüfunktion sowie die Aktivierung der Beleuchtungskontrolle.

Denon DJ SC LIVE 4 von vorne oben.
Das Display bietet zahlreiche mixrelevante Informationen und erlaubt die Gerätekonfiguration.

Anschlüsse

Auf der Geräterückseite sind die analogen und digitalen Anschlüsse positioniert. Hier gibt es XLR- und Cinch-Ausgänge für das Mastersignal und Klinkenausgänge für den Monitorweg (Booth). Die Verkabelung von Mikrofonen erfolgt über eine XLR-/Klinken-Combo-Buchse und eine Klinkenbuchse. Alternativ kann der Klinkeneingang deaktiviert und ein Cinchanschluss für einen Zuspieler aktiviert werden. Die digitale Songzuführung gelingt mittels SD-Kartenslot und zwei USB-A-Buchsen. Ein USB-B-Anschluss dient zur Kommunikation mit einem Computer oder DMX-Lichtsteuergerät.

Praxis

Der SC LIVE 4 lässt sich mit wenigen Handgriffen in Betrieb nehmen und an ein Verstärkersystem anschließen, der Sound am Masterausgang hat ordentlich Druck - hier haben wir nichts auszusetzen. Die integrierten Lautsprecher reichen wie beim kleinen Bruder SC LIVE 2 aus, um im Privaten Playlisten zusammenzustellen oder Mixtricks zu üben, nicht aber für die Beschallung einer Veranstaltung.

Zur Abstimmung des Geräts auf die eigenen Vorlieben können im Menü "Settings" und unter "User Profile" zahlreiche Parameter angepasst werden. Hier lassen sich verschiedene EQ-Typen, Crossover-Frequenzen, Filter, Mikrofon- und AUX-EQ sowie der Pitchbereich, die Loop-Länge für Autoloops und vieles mehr wählen.

Unser Testgerät mit installierter Engine DJ OS Betaversion 2.3.2 ließ sich im Standalone-Betrieb mit Songs aus unterschiedlichen Quellen füttern. Das Einstecken der Datenträger auf der Geräterückseite ist leider wenig komfortabel, USB-Ports auf der Oberseite, wie bei den Prime-Geräten, gibt es leider nicht. Nutzt man mobile Datenträger wie SD-Karten oder USB-Sticks, so sollte man die Songs mit der Computersoftware Engine DJ vorbereiten und Songs analysieren und in Playlisten einsortieren.

Per WLAN ist der Zugriff auf die bekannten kostenpflichtigen Streamingdienste Beatport Link, Beatsource Link sowie Soundcloud und Tidal möglich und auch der Cloud-Dienst Dropbox kann genutzt werden. Der SC LIVE 4 bietet zudem, wie der SC LIVE 2, Zugriff auf Amazon Music Unlimited. Das riesige Songangebot lässt sich durch vorgefertigte Playlisten, Genre-Unterteilungen und eine Volltextsuche erschließen, praktischerweise sollte man für den schnellen Zugriff aber eigene Playlisten anlegen. Das Anlegen der eigenen Playlisten gelingt aktuell aber nur auf einem Computer oder mittels mobiler App. Die Songs von Amazon Music Unlimited stehen in den drei Audioqualitäten SD (320 kb/s Opus), HD (bis 1411 kb/s FLAC) und UHD (bis 6144 kb/s) zur Verfügung, die aufgrund der Dateigrößen unterschiedliche lange Ladezeiten aufweisen.

Bei einer Breitbandverbindung ist das Laden eines HD-Clubtracks (CD-Qualität) in weniger als einer halben Minute abgeschlossen. Der anschließende Analysevorgang überzieht die Songs mit einem Beatraster. Sollte es hier zu Ungenauigkeiten kommen, können Korrekturen schnell und einfach vorgenommen werden. Beachten sollte man, dass die Songanalysedaten sowie sämtliche kreative Vorbereitungen (HotCue-Punkte, Loops etc.) nur temporär im Gerätespeicher verbleiben und beim Ausschalten verloren gehen. Amazon Music Unlimited erlaubt das Laden von zwei Songs in Kombination mit dem SC LIVE 4, für ein Vierdeckmixing muss man daher noch eine weitere Quelle bemühen.

Denon DJ SC LIVE 4 von hinten.
Der SC LIVE 4 erlaubt den Anschluss von bis zu zwei Mikrofonen und kann per USB mit einem Computer kommunizieren.

Songmixing

Nach der Auswahl des Datenträgers oder Streamingdienstes lassen sich die Songs aus Playlisten, durch gesetzte Filter oder die Suchfunktion per Wisch und Tap in die Decks laden. Das Display zeigt die Wellenformen der Titel und Zeitinformationen an, zusätzlich blenden die Jogwheeldisplays eine virtuelle Nadelposition als Scratch-Hilfe, das selektierte Deck sowie das aktuelle Songtempo und die Restspieldauer ein.

Das Mixen mit bis zu vier Decks hat in unserem Praxistest gut funktioniert, der SC LIVE 4 unterstützt diesen Vorgang optisch oder greift dem User durch Automatikfunktionen unter die Arme. Mit den integrierten Sweep- und BPM-Effekten lassen sich Mixe interessant gestalten. Zusätzliche kreative Features können mit den Performance-Pads kontrolliert werden, acht Pads pro Deck ermöglichen den Zugriff auf HotCue-Punkte, Loops, Roll und Slicer.

Erweiterungen

Der SC LIVE 4 kann mit zwei Mikrofonen oder mit einem Mikrofon und einem Zuspieler erweitert werden. Hier können DJs beispielsweise einen CD-Player anschließen, um spezielle Musikwünsche zu erfüllen, aber auch über Ableton Link synchronisierte Drum Machines.

Beleuchtung

Denon DJ hat dem SC LIVE 4 die Lichtsteuerung Lighting spendiert, mit der sich einfache Illuminierungslösungen wie Philips Hue Smart Lights oder Nanoleaf Panels ansteuern lassen, aber auch komplexe DMX-Installationen. DMX-Installationen benötigen zusätzliche Hardware wie SoundSwitch Micro-USB to DMX oder SoundSwitch Control One und die Konfigurationssoftware SoundSwitch (https://www.soundswitch.com/index.html). Die Steuerungen erfolgen automatisch oder durch eine explizite Kommandoselektion auf dem Touchscreen. Ein Basic- und ein Pro-Modus mit unterschiedlichen Eingriffsoptionen stehen zur Auswahl. Die Lichtsteuerung Lighting eignet sich besonders für mobile DJs, die ihren Musikpräsentationen eine weitere Dimension verleihen möchten.

Computermodus

Neben dem Standalone-Betrieb ist der SC LIVE 4 auch mit einem Computermodus versehen. Aktiviert man diesen, stehen keinerlei "interne" Softwarefunktionen mehr zur Verfügung und das Gerät wird zu einem Controller für Serato DJ Pro oder VirtualDJ. Leider stand diese Funktion in unserer Testphase noch nicht zur Verfügung, daher können wir hier keine Einschätzung abgeben.

Alternativen

Fazit

Der Denon DJ SC LIVE 4 ist ein vierkanaliger Standalone-Player basierend auf der Software Engine DJ OS. Das Gerät bietet einen intuitiven Workflow und einen 7-Zoll-Touchscreen, der viele Informationen einblendet und die Bedienung vereinfacht. Der Player ist mit USB-Anschlüssen und einem SD-Kartenslot zur Fütterung mit Songs ausgestattet und kann zudem per WLAN auf die Streamingdienste Beatport Link, Beatsource Link sowie Soundcloud und Tidal zugreifen. Als Besonderheit ist auch die Nutzung von Amazon Music Unlimited möglich, allerdings beschränkt auf zwei gleichzeitig spielbare Songs. Für kreative Mixings gibt es Sweep- und Beat-Effekte sowie die Performance-Pad-Features HotCue-Punkte, Loops, Rolls und Slicer. Lichtinstallationen inklusive DMX lassen sich mit dem Denon-DJ-Boliden ebenfalls steuern und auch ein Computermodus, der Serato DJ Pro und VirtualDJ unterstützt, ist in der Featureliste zu finden. Denon DJ hat den UVP des SC LIVE 4 deutlich niedriger angesetzt als beim Prime 4. Da der Prime 4 einen größeren Komfort bietet (klappbares, größeres Display), über mehr analoge und digitale Anschlüsse verfügt (USB/SD, LAN, Zone Output, vier Line-Eingänge), direkte Zugriffe auf Mikrofonparameter erlaubt und mit einem zusätzlichen Effektbus ausgestattet ist, geht dieser Preisunterschied in Ordnung. Den Neuzugang SC LIVE 4 sehen wir vor allem, aber nicht nur, im mobilen DJ-Einsatz bei mittelgroßen Events.

Pro

Intuitiver Workflow
Sehr gutes Display
USB/SD und WiFi-Streaming
Unterstützung für Amazon Music Unlimited
Lichtsteuerungen

Kontra

Jogwheels etwas rutschig
Keine USB/SD-Ports auf der Oberseite
Nur zwei Tracks gleichzeitig von Amazon Music spielbar

Preis:

1299,00 EUR

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit Denon DJ SC LIVE 4, DMX, Engine DJ OS, Lighting, Serato DJ Pro, Standalone, VirtualDJ

Geschrieben von:
Boris Alexander

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