Die Denon DJ Prime Serie richtet sich an professionelle DJs und umfasst den Media-Player SC5000 und das Mischpult X1800 Prime sowie den Plattenspieler VL12 Prime. Der US-amerikanische Hersteller hat jetzt den neuen SC5000M Prime ergänzt, der mit einem motorgetriebenen Plattenteller vor allem die Performance-DJs im Visier hat.

Prime-Serie

Denon DJ hat die Prime Serie im letzten Jahr veröffentlicht, die sich mit den Pioneer-DJ-NXS-Rekordbox-Geräten messen möchte. Der japanischer Hersteller möchte DJs ein modulares System an die Hand geben, das ohne Computer-Kontakt nutzbar ist, aber einen ähnlich großen Funktionsumfang bietet. Die Prime Geräte lassen sich in verschiedenen Kombinationen betreiben und untereinander vernetzen.

SC5000M Prime

Der Mediaplayer SC5000M Prime misst stattliche 320 x 419 x 135 Millimeter, wiegt 6,4 Kilogramm und wird für einen UVP von 1549,99 Euro angeboten. Die Verarbeitung des Geräts ist tadellos und genügt höchsten Ansprüchen, mehr kann man kaum erwarten. Ein Transport-Case gibt es von Denon DJ zwar nicht, aber zahlreiche Dritthersteller wie Magma bieten ein solches an. Da der Neuzugang die gleichen Abmessungen hat wie der SC5000 Prime, kann man hier auf ein entsprechend großes Angebot direkt zum Marktstart zurückgreifen.

Player angewinkelt.
Der Denon DJ SC5000M hat einen motorbetriebenen Plattenteller.

Ausstattung

Der SC5000M Prime bietet ein sehr übersichtliches Design. Die Bedienelemente sind gut erreichbar und geben Zugriff auf einen großen Funktionsumfang. Transporttaster mit Beleuchtung dienen zur Basissteuerung und ein Pitchfader mit einem komfortablen Regelweg von zehn Zentimetern erlaubt die Veränderung des Tempos. Optional kann eine Tonartkorrektur aktiviert werden und LEDs dienen zur Überwachung der Reglerstellung, beispielsweise wenn mit zwei Layern (zwei Decks) gearbeitet wird.

Mit einem dedizierten Loop-Encoder und zwei Tastern lassen sich automatische und manuelle Schleifen treffsicher platzieren und DJ-Sets mit Spannungsbögen versehen. Zudem gibt es eine Reverse- und eine Censor-Funktion (Rückwärtswiedergabe bei fortgesetzter Wiedergabe im Hintergrund) und im unteren Bereich acht gummierte Trigger Pads.

Die Trigger Pads haben einen definierten Druckpunkt und dienen zur Kontrolle von HotCue-Punkten, Loops, Roll und der Slicer-Funktion. In der Mitte des SC5000M Prime befindet sich der motorbetriebene Plattenteller im 7"-Format. Ein Schalter erlaubt die Anpassung der Motorstärke, hier kann man zwischen einem "normalen" und einem "hohen" Drehmoment umschalten. Dank der Platzierung des Schalters auf der Oberseite des Players lässt sich dieser Parameter auch während eines DJ-Sets einfach anpassen.

Im oberen, angewinkelten Bereich des Denon DJ SC5000M Prime befinden sich auf der rechten Seite Bedienelemente zur Navigation in der Songsammlung und zur Beatgrid-Anpassung. Auf der linken Seite lassen sich die Datenquellen selektieren und die Geräteeinstellungen aufrufen. Zudem gibt es hier einen Layer-Taster mit dem zwischen zwei Decks umgeschaltet werden kann - super, denn das Denon DJ Gerät erlaubt die Steuerung von zwei Tracks und deren Ausgabe über separate Ausgänge!

Display

Ebenfalls im oberen Bereich des SC5000M Prime befindet sich das 7"-Touch-Display, das sehr blickwinkelstabil und somit aus nahezu jeder Position ablesbar ist. Die eingeblendeten Informationen werden sehr groß dargestellt, sodass man alle relevanten Parameter auch dann noch erkennen kann, wenn man sich etwas weiter weg vom Gerät befindet. Neben der Darstellung zahlreicher mixrelevanter Infos kann das Display auch zur Funktionssteuerung genutzt werden. Die Songwellenformen lassen sich per Touchgesten zoomen und die Songposition durch Streichbewegungen auf der Übersichtswellenform wählen. Die Eingaben werden ohne merkbare Verzögerung ausgeführt und erfolgen treffsicher und passgenau - vorbildlich.

Anschlüsse

Denon DJ hat den SC5000M Prime mit zahlreichen Anschlüssen versehen. Auf der Rückseite befinden sich die analogen und digitalen Audioausgänge für die beiden Layer, sodass man das Gerät mit zwei Mixerkanälen verbinden kann. Eine Remote-Buchse für Faderstarts lässt sich mit einem entsprechend kompatiblen Mixer kombinieren und die Anschlussmöglichkeit für ein Kensington-Lock verhindert den Diebstahl des Players. Zum Datenaustausch mit anderen Prime-Geräten besitzt das Gerät eine Netzwerkbuchse und zur Kontaktaufnahme mit einem Computer dient eine USB-Buchse. Insgesamt drei USB-Buchsen und ein SD-Karten-Slot erlauben das Anstecken von USB-Sticks, -Festplatten und anderen Datenträgern - somit ist eine flexible Songzuführung möglich.

Player Vorderansicht.
Im vorderen Bereich lassen sich USB-Sticks anstöpseln und SD-Karten einschieben.
 Player Rückansicht.
Auf der Rückseite des SC5000M befinden sich die analogen und digitalen Ausgänge sowie die Netzwerkbuchse und Anschlussmöglichkeiten für USB-Medien.

Engine Prime

Denon DJ stellt die kostenlose Vorbereitungssoftware Engine Prime zur Verfügung, die zur Organisation von Songs und Vorbereitung von Datenträgern dient. Das übersichtlich gestaltete Programm kann iTunes und Serato DJ Songbestände einlesen und per Importfunktion lassen sich auch Traktor Playlisten nutzen. Der Umstieg von einem anderen digitalen System gelingt dadurch mit geringem Aufwand und auch eine parallele Nutzung mehrerer digitaler System ist somit möglich. Engine Prime erlaubt das Anlegen von Playlisten und analysiert das Tempo und die Tonart der Songs. Das dabei generierte Beatgrid kann mit zahlreichen Werkzeugen bequem bearbeitet werden, falls es fehlerhaft sein sollte. Des Weiteren lassen sich HotCue-Punkte und Loops speichern.

SC5000M Prime in the Mix

Der Denon DJ SC5000M Prime kann als Mediaplayer in verschiedenen Gerätekombinationen zum Einsatz kommen. Je nach Bedarf lassen sich bis zu vier SC5000(M) Prime Player nutzen, deren Audioausgänge analog oder digital mit einem Mixer verbunden werden. Damit die Geräte Daten wie Songtempi untereinander austauschen oder Datenträger gemeinsam nutzen können, wird eine Netzwerkverkabelung benötigt. Nutzt man den hauseigenen Denon DJ Mixer X1800 Prime, so kann dieser als Netzwerk-Hub genutzt werden, alternativ funktioniert auch ein gewöhnlicher Netzwerk-Hub und wenn nur zwei Player genutzt werden, kann man diese auch direkt verkabeln.

Mit der Software Engine Prime lassen sich Songs und DJ-Sets einfach vorbereiten und auch Testmixe sind dank Crossfader und Sync-Funktion auf dem Computer durchführbar. Die Songanalyse arbeitet zuverlässig wobei Beatgrid-Korrekturen problemlos und schnell vorgenommen werden können.

Die Songs von den mit Engine Prime vorbereiteten Datenträgern können mit allen relevanten Zeit- und kreativen Informationen direkt vom SC5000M Prime eingelesen und genutzt werden. Darüber hinaus kann das Gerät auch Datenträger, die mit der Pioneer DJ Software Rekordbox gefüllt wurden, direkt importieren, sodass sich Playlisten und HotCue-Punkte nutzen lassen. Der Rekordbox-Datenbestand wird hierbei nicht verändert, wodurch die Datenträger anschließend mit Pioneer DJ Geräten weiter verwendbar sind.

Praktischerweise lassen sich aber auch USB-Sticks oder SD-Karten nutzen, die nie zuvor mit Engine Prime oder einem Denon DJ Player in Kontakt gekommen sind. Der SC5000M Prime analysiert diese Songs beim ersten Laden und erzeugt ein Beatgrid. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden pro Song und erfolgt in der Regel zuverlässig. Falls das Beatgrid nicht richtig sitzen sollte, lassen sich auch hier Korrekturen mit den Bordmitteln sehr komfortabel vornehmen.

Die Navigation in der Songsammlung funktioniert dank des großen Displays sehr einfach und die Anordnungsmöglichkeit der Songs nach verschiedenen Kriterien erleichtert die Suche. Sollten sich die passenden Tracks beim Stöbern nicht finden lassen, kann eine Volltextsuche genutzt werden, die schnell arbeitet und per Bildschirmtastatur steuerbar ist. Um den Mixvorgang zu erleichtern, blendet der Player Wellenformen, Zeitinformationen, die aktuelle Wiedergabegeschwindigkeit sowie die Anzahl der gespielten Takte ein.

Das Angleichen der Songtempi gelingt passgenau per Sync-Funktion zum einen Player-intern, wenn man mit zwei Layern arbeitet, zum anderen natürlich auch geräteübergreifend, wenn mehrere SC5000(M) Prime zum Einsatz kommen. Alternativ kann das Tempo mit dem Pitchfader kontrolliert werden. Dank des großen Regelwegs ist eine exakte Modifikation im Kommastellenbereich möglich. Bei beiden Methoden kann eine optionale Tonartkorrektur genutzt werden, die selbst bei großen Tempoveränderungen klanglich sehr gute Ergebnisse abliefert - somit ist es möglich, genreübergreifend zu mixen und es ergibt sich ein großer Einsatzbereich.

Startet man einen Track, beginnt sich der Plattenteller zu drehen und man kann mit dem Mixen beginnen. Die Kontrolle der Songs mit der 7-Zoll-Vinylscheibe gelingt außerordentlich gut und alle Modifikationen werden unmittelbar umgesetzt. Die Tracks lassen sich somit leicht abbremsen aber auch schnell scratchen. Die ausgeführten Mixtricks klingen authentisch und auch das allgemeine Klangbild ist sauber und druckvoll. Wer die Motorsteuerung nicht braucht, deaktiviert diese per Tastendruck und kann den Plattenteller für Pitchbends wie bei einem Controller nutzen.

Closeup Vinyl.
Mit dem Plattenteller lassen sich die digitalen Songs authentisch steuern.

Mit den Trigger Pads lassen sich DJ-Sets kreativ ausschmücken. Das Auslösen der Funktionen erfolgt ohne merkbare Verzögerung und die Pads geben eine gute Rückmeldung. Beim Setzen und Anfahren von HotCue-Punkten und bei der Aktivierung von Loops greift eine Quantisierungsfunktion, die bei Bedarf abschaltbar ist. Somit lassen sich auch nicht quantisierte Schleifen setzen oder super schnell HotCues triggern, um Melodien oder andere Effekte zu generieren. Mit den Roll- und Slicer-Funktionen können Echtzeitremixe oder punktuelle Einwürfe generiert werden. Das Display blendet auch für die kreativen Funktionen unterstützende Infos ein, sodass man HotCue-Punkte, Loop-Größen und andere Parameter immer im Blick hat und treffsicher arbeiten kann.

MIDI

Tippt man im Auswahlfenster des Datenträgers auf das Computersymbol in der rechten oberen Ecke, so startet der MIDI-Controller-Modus. Aktuell lässt sich hiermit allerdings noch nicht so wirklich viel anfangen, denn im Display erscheint die Meldung "Looking for computer", die trotz Computer-Kontakt nicht verschwindet. Auf Nachfrage war zu erfahren, dass hier demnächst MIDI-Controller-Funktionen zur Software-Steuerung zur Verfügung stehen und auch Serato DJ Pro kontrolliert werden kann.

Einstellungsmenü

Der SC5000M Prime ist mit einem Einstellungsmenü versehen, das eine Reihe an Parametern bietet, um das Gerät für die gewünschte Arbeitsweise anpassen zu können. So lassen sich die Gerätenummern in einem Playerverbund bearbeiten oder der zweite Layer deaktivieren, wenn dieser nicht benötigt wird. Des Weiteren können verschiedene Sync-Modi, die Loop-Quantisierungen sowie die Deck- und Needle-Strip-Verriegelungen, die Darstellung der Songbibliothek und noch einiges mehr konfiguriert werden.

Fazit

Denon DJ hat die Prime Serie mit dem Mediaplayer SC5000M Prime sinnvoll erweitert. Das Gerät genügt professionellen Ansprüchen, glänzt durch eine vorbildliche Verarbeitung und bietet eine authentische Songsteuerung dank des motorbetrieben Plattentellers. Der Player eignet sich aber nicht nur für kreative Performance-DJs, sondern auch für den alltäglichen Beschallungseinsatz, bei dem ein einfacher Zugriff auf einen großen Songbestand gewünscht ist. Die Bedienung des Geräts ist intuitiv und aufgrund der geräteinternen Analysefunktion und den Importmöglichkeiten von digitalen DJ-Systemen wie Serato DJ Pro, Traktor Pro und Rekordbox gelingt auch der Umstieg recht einfach. Wer ein professionell nutzbares, digitales DJ-System sucht, das ohne Computer-Kontakt einsetzbar ist, sollte sich die Engine Prime Serie von Denon DJ auf jeden Fall einmal anschauen - wir vergeben die volle Punktzahl!

 

Pro

Vorbildliche Verarbeitung
Genügt professionellen Ansprüchen
Überzeugendes Standalone-Konzept
Datenträger auch ohne Vorbereitung nutzbar
Authentische Steuerung dank Motorantrieb
Display sehr gut lesbar und reaktionsschnell

Kontra

Nichts

 

Preis: 1549,99 EUR
Weitere Informationen gibt es auf der Website von Denon DJ.

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