Test: Gemini MDJ-1000 - Crossmedia-Player
Das 4,3 Zoll große Farbdisplay zeigt die Wellenform der Songs an

Test: Gemini MDJ-1000 - Crossmedia-Player

Archiv. 11. Dezember 2015 | / 5,0

Geschrieben von:
Boris Alexander

Gemini hat den MDJ-1000 mit vielen Funktionen ausgestattet, die sonst nur in deutlich teureren Produkten der Premiumhersteller zu finden sind. Ich habe mir das Multitalent einmal näher angeschaut und berichte, ob mir die Umsetzung gefallen hat.

Gemini MDJ-1000, ein Alleskönner?
Gemini MDJ-1000, ein Alleskönner?

Gemini möchte mit dem MDJ-1000 anspruchsvolle Anwender ansprechen und hat das Gerät mit einer Fülle an Funktionen ausgestattet. Ob es Spaß macht, mit dem Player zu arbeiten, erfahrt ihr nachfolgend.

 

Tischgerät

Der Gemini MDJ-1000 ist ein Tischgerät, mit den Abmessungen 33 x 30 x 10 cm und einem Kampfgewicht von knapp 4 Kilogramm. Auf seiner Oberfläche findet ihr teilweise beleuchtete Transport-, Cue- und Navigationstasten aus Kunststoff mit definierten Druckpunkten. In der Mitte des Geräts befindet sich ein 8-Zoll großes, berührungsempfindliches Jogwheel mit dem ihr Songs anschieben oder abbremsen und natürlich auch scratchen könnt. Zur absoluten Tempoänderung gibt es einen Pitchfader mit einem 10,5 Zentimeter langen Regelweg und einer optional aktivierbaren Tonhöhenkorrektur. Auf dem 4,3 Zoll großen Farbdisplay werden zahlreiche Songparameter eingeblendet und die Wellenform.

Das 4,3 Zoll große Farbdisplay zeigt die Wellenform der Songs an
Das 4,3 Zoll große Farbdisplay zeigt die Wellenformen der Songs an

Ihr könnt den Player mit Audio- und Daten-CDs füttern oder alternativ mit UBS-Sticks oder Festplatten. Die Anschlüsse des Geräts sind auf der Rückseite verbaut, hier findet ihr einen analogen Cinch-Ausgang und einen digitalen S/PDIF-Ausgang. Eine Ethernet-Buchse kann zum Aufbau eines Player-Netzwerks genutzt werden, das aus bis zu vier MDJ-1000 zusammen gestellt werden kann.

Anschlüsse
Anschlüsse

Die Kontaktaufnahme zu einem Computer gelingt via USB und verwandelt den Audioplayer in einen Controller inklusive Soundkarte. Wenn ihr einen Windows-PC nutzt, kann die Soundkarte mit bis zu 24 Bit und 192 kHz betrieben werden, wenn ihr einen Mac verwendet stehen 24 Bit und 96 kHz parat.

Musikplayer

Aufgrund seiner Funktionsausstattung könnt ihr den MDJ-1000 in verschiedenen DJ-Setups zum Einsatz bringen. Als klassischer Singleplayer kann das Gerät digitale Songs von CDs oder USB-Datenträgern wiedergeben.

Quellenauswahl
Quellenauswahl

Der MDJ-1000 unterstützt Songs im WAV-, MP3-, AAC- und AIFF-Format und analysiert diese beim Einlesen mit einem beachtlich hohen Tempo. Neben der Ermittlung des Songtempos werden die Wellenformen generiert und auf Wunsch auch ein Beatgrid eingeblendet. Diese Hilfsmittel erleichtern das Mixen, da ihr den Verlauf eines Songs direkt auf dem Display ablesen könnt und Cue-Punkte sowie Loops sichtbar werden. Wenn ihr USB-Datenträger mit vielen Songs benutzt, sollte ihr diese mit einer Ordnerstruktur ausstatten und eure Songs nach Einsatzarten oder Genres einsortieren, da der MDJ-1000 aktuell leider noch keine Playlisten unterstützt.

USB-Medium mit Ordnerstruktur
USB-Medium mit Ordnerstruktur

Dieses Problem wird wohl allerdings demnächst aus der Welt geschaffen, da Gemini an einer Software arbeitet, die ähnlich wie Rekordbox das Analysieren und Vorbereiten von Songs auf einem Computer ermöglicht und zudem zur Erstellung von Playlisten genutzt werden kann. Wenn ihr kreativ Arbeiten möchtet, könnt ihr das recht große Jogwheel für Scratch-Manöver verwenden und sogar dessen Wiederstand stufenlos einstellen. Ich finde das Jogwheel arbeitet ganz ordentlich, wobei der gesamte Player sicherlich nicht die Haptik und Präzision eines Premiumgeräts zu bieten hat und man leichte Latenzen bei der Ausführung wahrnimmt. Mit bis zu vier Cue-Punkten könnt ihr eure Tracks für Mixtricks präparieren und Loops lassen sich manuell oder in festen Längen setzen.

Cue-Punkt-Steuerung
Cue-Punkt-Steuerung

Wenn ihr einen Playerverbund aus mehreren MDJ-1000 in einem Netzwerk zusammenschaltet, könnt ihr auf einen zentralen Datenspeicher zugreifen. Zudem ist es dann auch möglich die Songs automatisch anzugleichen. Leider hatte ich nur ein Gerät zum Testen zur Verfügung, so dass ich nicht berichten kann, wie gut das Zusammenspiel mehrerer Player in der Praxis funktioniert.

 

Fernsteuerung

Der Gemini MDJ-1000 lässt sich alternativ als Fernsteuerung für DJ-Programme wie Traktor Pro einsetzen, die mit MIDI-Befehlen kontrollierbar sind. Da der Hersteller bislang keine fertige TSI-Datei anbietet, müsst ihr hier selbst die Programmierungen vornehmen.

Traktor Pro
Traktor Pro

Was mir ganz gut gefallen hat: Der MDJ-1000 kann MIDI-Meldungen von der Software empfangen, um Statusmeldungen optisch sichtbar zu machen. Diese lassen sich beispielsweise für die Transport-, Cue- oder Loop-Tasten nutzen, um eine aktivierte Funktion anzuzeigen. Wellenformen werden in dieser Kombination allerdings nicht übertragen. Wenn ihr mit VirtualDJ auflegen möchtet, könnt ihr direkt nach dem Starten der Software mit dem Auflegen beginnen, da der MDJ-1000 automatisch erkannt wird und die entsprechenden Steuerungszuweisungen bereits enthalten sind.

VirtualDJ
VirtualDJ

Exklusiv bei dieser Kombination kommt der höher aufgelöste HID-Modus an Stelle von MIDI zum Einsatz. Ich bin zwar nicht der allergrößte Fan von VirtualDJ, doch die Umsetzung hier hat mir doch recht gut gefallen. Im Display des MDJ-1000 erscheinen ähnlich viele Informationen wie im Standalone-Modus des Players und sogar die Songwellenformen werden angezeigt.

VirtualDJ im Einsatz
VirtualDJ im Einsatz

Ihr könnt mit dem Player in der Songbibliothek navigieren und Songs in die virtuellen Decks der Software laden. Viele Bedienschritte sind damit möglich, ohne dass ihr permanent auf euren Computerbildschirm schauen müsst. VirtualDJ unterstützt zudem den parallelen Betrieb mehrere Soundkarten, so dass ihr mit mehreren MDJ-1000 arbeiten könnt, um die Decks individuell zu steuern.

 

Fazit

Der MDJ-1000 von Gemini beherrscht viele verschiedene Disziplinen und kann flexibel eingesetzt werden. Zum einen könnt ihr das Gerät als Mediaplayer nutzen und zum anderen als Controller für eine DJ-Software. Positiv ist auch der recht günstige Preis zu sehen, den Gemini für das Gerät aufruft. Wenn ihr als Einsteiger oder auch als mobiler DJ, einen gutes Allroundtalent zum Auflegen sucht, solltet ihr euch den MDJ-1000 einmal aus der Nähe anschauen. Profis werden mit der gebotenen Haptik und der Scratch-Performance des Players wahrscheinlich eher nicht zu begeistern sein.

 

 

Hersteller: Gemini

Web: www.geminidj.com

Preise: 499 Euro

Hier geht es zum Test von AMAZONA.DE

 

[P_REVIEW post_id=16449 visual='full'] 

 

Alternativen

 

Reloop RMP-4

499 Euro

 

Numark NDX500

335 Euro

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Archiv und getaggt mit CD-Player , controller , Gemini MDJ-1000 , Tabletop

Deine
Meinung:
Test: Gemini MDJ-1000 - Crossmedia-Player

Wie findest Du den Artikel?

ø: