Test: Imageline Deckadance 2 – Die Alternative zu Traktor Pro & Co?Review: Imageline Deckadance 2 – Another option to Traktor & Co?

Test: Imageline Deckadance 2 – Die Alternative zu Traktor Pro & Co?Review: Imageline Deckadance 2 – Another option to Traktor & Co?

Archiv 28. Mai 2013

Deckadance ist eine DJ-Software des belgischen Software-Herstellers Image-Line, der wohl bekannter für seine DAW namens Fruityloops oder heute FL-Studio ist. Mit Deckadance in der Version 2 wurde das Grundkonzept der DJ-Software nochmals aufgefrischt, um den Markt  für Traktor und Serato wohl doch nicht kampflos aufzugeben. Schon in Version 1 konnte Deckadance mit Features überzeugen, die Traktor Pro und Serato Scratch Live erst viel später einbauten. Mit dieser Erinnerung in meinem Kopf sah ich Deckadance 2 dann Anfang diesen Jahres als neuen Partner für die modulare Controller-Serie (CMD) von Behringer auf der NAMM-Show 2013. Nachdem nun die offizielle Vollversion von Deckadance 2 in drei Varianten seit einigen Wochen im Onlineshop von Image-Line erhältlich ist (DVS, Normal und LE), haben wir Deckadance 2 in der DVS-Version (Timecode-Unterstützung) mal unter die Lupe genommen, um zu sehen, was die Software kann oder nicht kann. Als Teaser könnt ihr euch dazu vorab das nachstehende Video anschauen, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Übrigens gibt es Deckadance auch als iPad App im Appstore. Der Funktionsumfang weicht natürlich von der Desktopversion ab und kann hier nachgelesen werden.

Mehr Details sieht man hier:

Oberfläche (GUI)

Die Benutzeroberfläche von Deckadance 2 ist schon, wie in der ersten Version, sehr aufgeräumt, d.h. Decks, Mixer, Library und vor allem die Utilities wie Hot-Cues, Loops und Effekte sind so angeordnet, dass man sich kaum verirren kann. Besonders die in grau gehaltenen farblichen Abstufungen trennen dabei die Bereiche klar von einander und man versinkt nicht in einem Zahlen- und Farbenmeer, so wie es z.B. bei Serato DJ der Fall sein kann. Aber auch vom Design her zeigen die Entwickler von Deckadance 2, dass man sich Gedanken gemacht hat. Wo andere lediglich in einer einfachen 2D-Optik arbeiten, zeigt Deckadance an Hand der Play-Taste oder auch den EQ´s und Filtern, dass das DJ-Auge mit essen darf. Die Skalierung der Oberfläche passt sich automatisch der Bildschirmgröße an. Ob es aber Verluste unterhalb eines 13″ Screens gibt, lies sich leider nicht testen. Interessant dürfte aber sein, dass sich der Library-Teil von den Decks durch eine Taste rechts vom Filebrowser abtrennen lässt. So ist es möglich Decks und Library in zwei verschiedenen Fenstern anzuzeigen, die sich auch überlappen können. In erster Linie dürfte das aber für das Arbeiten mit zwei Monitoren gedacht sein, um so, ohne die Ansicht wechseln oder scrollen zu müssen, große Tracklists lesen zu können .

deckadancetest

Decks und Utilities

Ähnlich wie bei Traktor Pro, kann Deckadance 2  entweder im 2-Deck- oder 4-Deckmodus gefahren werden. Die Utility-Panels können dabei pro Deck wahlweise in ihrer Anzahl verändert werden.  Maximal stehen pro Deck 4 Panels zur Verfügung, wobei sich das Pitchfaderpanel ebenfalls wechseln lässt, falls man dieses nicht benötigt. Die Panels reihen sich dabei, im gegensatz zu Traktor Pro, vertikal in die Decks ein. Zur Auswahl stehen hier die Funktionen Hot Cue, Loop, Grid, DVS, Key, Tempo und Smart Knob zur Verfügung. Die Waveform in den Decks zeigt farblich die Frequenzbereiche an. Das Hauptfenster, also die eigentlichen Detailansicht der Waveform, bietet das editieren von Beatgrids und Cue-Punkten an, wobei es keinen Zoom gibt. Ein Snap-Modus kann zur Quantisierung zugeschaltet werden. Die Trackinformationen sind auf das wichtigste reduziert. Hier lässt sich lediglich die Spielzeit durch Klicken verändern. Eine Anpassungsmöglichkeit der Darstellung gibt es jedoch nicht. Play- und Sync-Taste sind direkt sichtbar. Die Cue-Taste versteckt sich im Hot-Cue Panel. Durch die „Master“-Anzeige wird verdeutlicht, an welchen Deck sich die BPM-Synchronisation ausrichtet. Dies läßt sich auch manuel umstellen.

Bildschirmfoto 2013-05-09 um 22.12.54
Die Utility Panels liegen links im Deck

Features der Utilities

  • Hot Cues: Insgesamt können 8 Cue-Punkte gesetzt und auch wieder gelöscht werden. Die Cue-Taste, welche bei anderen Softwares in der Transportsektion sitzt, ist hier ebenfalls untergebracht.
  • Loop: Das Loop-Panel bietet die Möglichkeit Beatjumps und normale Loops bis zu einer Länge von 32 Beats zu setzen. Zusätzlich gibt es die „Leap“ Funktion, bei der ein Loop gesetzt wird, während der Track im Hintergrund weiter läuft. Deaktiviert man den Loop, so springt die Nadel an die Position, wo der Track ursprünglich wäre.
  • Grid: Das Grid-Panel erlaubt es das Beatgrid entweder automatisch oder manuel zu setzen. Die BPM-Werte können dabei entweder manuel oder per Tap-Taste eingegeben werden. Eine Halbierung und Verdopplung der BPM-Werte ist genauso möglich wie das händische verschieben des Beatgrids. Ein Metronom zur akustischen Überprüfung gibt es nicht.
  • DVS-Panel: Hier kann man zwischen Externem und Internem Modus wechseln. Für die Steuerung durch ein Timecodesignal bietet Deckadance 2 einen Absoluten und Relativen Modus an. Auch wenn hier der Absolute Modus vorhanden ist, so funktioniert dieser aber nur mit bestimmten Timecodevarianten. Serato Scratch Live kann z.B. nur im Relativen Modus gefahren werden. (Absolute Modus: Track spielt immer von der genauen Nadelposition auf der CD/Platte ab; Relativer Modus: Track springt nicht an die absolute Nadelposition wie z.B. bei Nadelsprüngen)
  • Key: Mit Key kann die Tonhöhe des Tracks über einen Fader angeglichen werden. (Beim harmonischen Mixen von z.B. Melodien oder Gesang kann so die Tonhöhe angeglichen werden)
  • Smartknob: Mit dem Smartknob lassen sich verschiedene Effekte kombinieren und über nur einen Regler steuern. Das besondere daran ist nicht nur die Option mit einer Hand gleichzeitig mehrere Parameter zu beeinflussen, sondern die Paramter in einem Editor noch zusätzlich bearbeiten zu können. Hier kann man entweder aus einer Vielzahl von Presets wählen oder  sich selbst an die Effektkombination trauen. Man sollte auf jeden Fall viel Zeit einplanen, weil hier der Spielfaktor enorm groß ist!
  • Tempo: Zum Tempo bzw. Pitchfader muss man wohl nicht viel sagen außer, dass man in den Preferences den Pitchbereich in 13 Stufen zwischen 2% und 50% wählen kann. Unterhalb des Pitchfaders gibt es noch zwei Pitchbendtasten deren Ansprechverhalten aber nicht editierbar ist.

MIDI und Controller

MIDI Controller Liste
Es gibt bereits für verschiede Controller eine Liste mit vorgefertigten Mappings

Wie viele andere DJ-Softwares auch, unterstützt Deckadance MIDI, um die Softwarefunktionen durch einen Controller steuern zu können. In den  Midi-Control Preferences gibt es in Deckadance 2 die Möglichkeit vorgefertigte Mappings für eine reihe von DJ-Controllern auszuwählen. Sollte der gewünschte Controller nicht in der Liste sein (welche nach Angaben von Deckadance stetig erweitert wird), so muss man sich selbst daran üben die einzelnen Befehle zuzuweisen. Dazu muss man über den MIDI-Mapping Editor die Tasten anlernen. In meinem Test habe ich einen Vestax VCI-400 angeschlosen, dessen vorgefertigtes Mapping leider recht unvollkommen war. Die Hauptfunktionen waren zum größeten Teil nur auf zwei Decks ausgelegt, so dass man noch mal selbst einige Befehle zuweisen muss. Wie es bei anderen vorgefertigten Controller-Mappings aussieht, kann ich leider nicht sagen. Ein weiterer auffälliger Punkt von Deckadance 2 ist die bidirektionale Versendung von MIDI-Daten.

Deckadance MIDI
Anlernen von MIDI-Befehlen

Zwar sendet Deckadance 2 auch MIDI-Daten an den Controller zurück, jedoch besteht nicht die Möglichkeit diese Steuerbefehle manuell zu beinflussen. Soll heißen, dass wenn man selbst ein MIDI-Mapping herstellt die Steuerung für die Beleuchtung von Tasten nicht möglich ist. Das ist zu mindest eine essentielle Sache, wenn man mit vorgefertigten Mappings nicht arbeiten kann oder möchte. Durch das Fehlen von MIDI-Clock ist es ebenfalls nicht möglich über die Software andere MIDI-Geräte zusätzlich zu synchronisieren. Das freie Erstellen von Shift- oder Feststelltasten bzw. das Programmieren von weiteren MIDI-Ebenen ist ebenfalls nicht möglich.

DVS

Deckadance 2 kann neben der reinen Controllersteuerung in der DVS Version auch über verschiedene Timecodemedien im externen Modus über 4 Decks gesteuert werden. Die Liste der unterstützen Timecodemedien ist durchaus beeindruckend, da dort auch Namen wie Serato Scratch Live, Final Scratch, Mixvibes oder auch Torq auftauchen. Die meisten dieser Medien müssen aber angelernt und einige können maximal im Relativen Modus genutzt werden. Sofern man mit Timecode CDs auflegen möchte, kann Deckadance aus dem Programm heraus eigene Timecode CDs generieren. Dabei wird eine Wav-Datei erstellt, die man dann auf eine CDR brennen kann.

Timecode
Einstellen und Anlernen der Timecode-Medien

Mixer

Mixer Sektion
Mixer Sektion

Die Mixersektion von Deckadance 2 ähnelt ein wenig der von Virtual DJ. Um neben den regulären Steuerlementen wie EQ, Filter, Gain etc. auch andere Features unterbingen zu können, gibt es oberhalb der Mixereinheit mehrere Reiter, die Sampler, Effektboards, Parallele Waveforms, VST-Plugins und Grossbeats beherrbergen.

Effekte

Effekte
Effekte

Pro Deck können max. 3 Effekte zugewiesen werden. Bemerkenswert ist hier, dass die Effekte Frequenzband abhängig genutzt werden können, d.h. sich also auf Tiefen, Mitten und Höhen entweder separat oder kombiniert schalten lassen. Besonders im Mix kann dies sehr nützlich sein, um nicht das komplette Signal durch einen Effekt zu zerstören. Insgesamt gibt es 10 Effekte, die klanglich einen sehr guten Eindruck in Kombination aber einen noch besseren Eindruck machen. Wem Delay, Flanger, Phaser, LowPass, HighPass, Transformer, Bitcrusher, Distortion und Reverb nicht ausreichen sollten, der kann zusätzlich noch VST-Plugins einbinden.

Sampler

Deckadance 2 Sampler
Sampler mit Recorder

Der Sampler kann bis zu 16 Samples gleichzeit laden. Diese können jeweils separat pro Taste als One-Shot,  Trigger, Retrigger oder Loop synchron abgeschossen werden. Mit dem Samplerecorder können aber neben fertigen Samples auch Livesamples aus den Decks  in einer Länge von bis zu 16 Bars mitgeschnitten werden, um sie dann auf die jeweilgen Sampletasten zu legen. Wenn man dann mal eine komplette Bank zusammengestellt hat, kann diese dann auch gespeichert werden, um sie zu einem anderen Zeitpunkt vielleicht wieder aufzurufen.

VST Einbindung

VST-Plugin Liste
VST-Plugin Liste

Die VST-Plugin Einbindung in eine DJ-Software erweitert die Performancemöglichkeiten enorm. Was die Platzhirsche NI Traktor Pro und Serato DJ bisher noch nicht umgesetzt/eingebunden haben ist bei Deckadance schon lange verbaut. Der Einsatz von Synths, Drum Machines oder zusätzlichen Effekten scheint auch mit einem älteren Rechner, wie meinem, keine Probleme darzustellen( Macbook Pro 2006). Wem also die Onboard-Effekte nicht genügen und ein paar weitere Effekte als VST-Plugins zur Verfügung hat, kann hier die Arbeitsumgebung um bis zu 3 Plugins pro Deck erweitern.

VST-Plugins
VST-Plugins

Grossbeats

Grossbeats - Beateffekte
Grossbeats – Beateffekte

Grossbeats sind vorgefertigte Beateffekte, die sich per Taste zuschalten lassen. Dabei handelt es sich vorwiegend um verschiedene Varianten aus Gates, Slicern, Beatjumps, Repeater (Stottereffekte) oder auch Scratch-Moves, die synchron zum Beat als One-Shot, Trigger oder im Loop aktiviert werden können. Das Schöne ist hier, dass es eine ordentliche Liste an Presets gibt, von denen man sich 8 Grossbeat-Tasten pro Deck zurechtlegen kann. Sollte man mit einem Effekt nicht zufrieden sein, so lässt er sich mit Hilfe des Editors manuel verändern und sogar als neuen Grossbeat abspeichern. Hier lassen sich abgefahrene Combos kreieren um die eigene Performance ordentlich zu unterstützen. Man muss aber ein wenig Zeit investieren, denn der Daddelfaktor ist immens.

In der Praxis

Beatgrids, BPM Erkennung, CPU Auslastung, Synchronisation, Loops und Cue-Punkte

Geht man von dem Standpunkt eines Controller DJs aus, der mit Autosynchronisation arbeitet, so ist es im 4-Deckbetrieb ratsam mit Beatgrids zu arbeiten, wenn man im Mixing keine bösen Überraschen haben möchte. Deckadance analysiert Waveform, BPM und setzt Beatgrids automatisch. Die Grids lagen im Test zu 90% richtig (9 von 10). Attackpunkte waren meistens genauer gesetzt, als man es von Traktor kennt. Ungenauigkeiten gab es meistens, wenn sich die Geschwindigkeit im Track oder sich die Taktart verändert hat. Erstes konnte auch nicht umgangen werden durch einen zweiten Beatmarker, denn Deckadance 2 läßt nur einen Beatmarker zu. Stark komprimierte Tracks konnte Deckadance aber trotzem korrekt analysieren. Das manuelle Gridsetzen ist im Vergleich zu Traktor Pro hingegen nicht ganz so komfortabel, denn die Waveform ist weder zoombar, noch gibt es ein Metronom, welches dabei hilft die Position des Grids akkustisch zu überprüfen. Da die meisten Grids aber korrekt gesetzt wurden kann man das manuelle Korrigieren als Nebensache betrachten.

Waveformvergleich
Waveformvergleich

Die Waveformfarben geben zwar Auskunft über die Frequenzbereiche, jedoch kann es bei Tracks mit langen Basslines dazu kommen, dass Subbass und Bassdrum nicht mehr farblich differenziert werden können (Hier als Beispiel: Drum and Bass). Hier hilft lediglich der Blick auf die etwas heller dargestellten Transienten. Bei Genres wie House oder HipHop dürfte dies aber weniger auffallen, da hier meist mehr Dynamik vorhanden ist.

„In the Mix“ mit vier Decks und 6 zugeschalteten Effekten war die Grenze für mein 2006er Macbook Pro (15″,Dualcore 2.0 Ghz, 2GB RAM)) bei 44.1 KHz und einer Latenz von 6ms, dann erreicht. Eine kürzere Latenz oder größere Abtastfrequenz führte dann zu Soundproblemen. Das entspricht in etwa dem Niveau von Traktor Pro. Eine CPU-Auslastungsanzeige vermisst man aber bei Deckadance 2. Die Synchronisation von vier Decks läuft dank der genauen Beatgrids problemlos. Obwohl es kein Phasenmeter gibt, kann man durch erneutes Drücken der Sync-Taste die Tracks einsnappen lassen. Damit ist Deckadance nicht ganz so automatisiert wie die Konkurrenz, jedoch darf man einem DJ heutzutage wohl noch abverlangen dürfen, wann er den Mix anzusetzen hat. Das Arbeiten mit Cue-Punkten und Loops ist dank der Beatgrids und des Snap-Modus ebenfalls sehr einfach. Leider können keine Loops gespeichert werden, so dass man für bestimmte Passagen sich einen Workaround ausdenken muss, um sie wieder aufzurufen (z.B. Entweder Cue-Punkt setzen und den Loop dann manuel aufrufen oder Passage als Sample speichern). Mit dem angeschlossenen Vestax VCI-400 fühlte sich das Cueing und das Mixing über die Jogwheels in etwa so an, wie in Virtual DJ. Zwar ist die Information der Waveform in Deckadance 2 etwas angenehmer abzulesen als in VDJ, aber eine gewisse Schwammigkeit lässt sich leider nicht leugnen. Ob dies alleine durch die eingestellte Latenz verursacht wird, weiß ich nicht, aber es gibt auch keine weiteren Einstellmöglichkeiten in den Preferences, um das Jogwheelverhalten zu justieren. Der „Ramp-Up“ Effekt beim loslassen des Jogwheels hält sich jedoch minimal. Alles in Allem aber definitiv nichts für Leute, die scratchen wollen.

EQs, Filter, Effekte

Equalizer sollten für DJs generell ein essentielles Werkzeug sein, wenn Mixings mit Überblendungen vorgenommen werden. Deckadance bietet einen akzeptablen 3-Band EQ in der Mixer-Sektion an, der für einen Großteil der Genres ausreichen sollte. Dabei gibt es leider keine Kill-Funktion und auch keine sonstigen Einstellmöglichkeiten wie z.B. Klangcharakteristik, Band-Anzahl oder Absenkbereich. Der bipolare Filter pro Kanal hat ebenfalls keine Kill-Funktion, macht aber trotzdem Spaß beim Mixen. Klanglich liegen Filter und Effekte durchaus auf einem Niveau, dass sich „hören“ lassen kann. Auch wenn nur 10 Standard-Effekte und davon drei pro Deck genutzt werden können, so umgeht Deckadance diese scheinbare Einschränkung mit dem Smartknob, der VST-Plugin Einbindung und den Grossbeats. Effektcombos auf einen Regler mappen macht erst richtig Spaß, wenn hier die Anteile individuell eingestellt werden können. Und das bietet Deckadance 2 mit dem Smartknob und mit einem grafischen Editor an, der schnell erreicht und auch wieder deaktiviert werden kann. Also alles Sachen die sehr viel Ausprobieren zu lassen und dabei den Workflow nicht behindern. Getoppt wird das ganze dann noch, wenn man ein paar coole VST-Plugins zuschalten kann und somit nicht auf die Onboard Effekte limtiert ist. Die Grossbeats stellen in ihrem Umfang und Variationsmöglichkeiten das zweite Spieleparadies in Deckadance 2 dar. Hier wird aber definitv ein Vorbereiten der Performance benötigt, denn nicht alle Beateffekte eignen sich für jedes Genre. Hier kann man auch ganz schnell den größten Müll herbei zaubern, wenn man nicht weiß, was sich hinter den einzelen Effekten und ihren Kurven versteckt. Die Variationsmöglichkeiten  sind hier aber riesig, so dass die Grossbeats von Deckadance 2 eigentlich ein Thema für sich sind.

Fazit

Deckadance 2.0 zeigt Ambitionen in der Profiliga mit zu spielen. Die DJ-Software überzeugt durch Aussehen und der einfachen Bedienung ohne dabei den User durch zu viele Einstellmöglichkeiten zu verwirren. Die Stärken liegen definitiv in der soliden BPM-Erkennung, VST-Plugin-Einbindung und den Grossbeats. Letzteres hat mir persönlich gezeigt, dass in einer Zeit, in der es eigentlich schon alle möglichen Features gibt, es immer noch möglich ist, etwas neues und abgefahrenes in eine Software einzubauen, dass sich auch noch ohne Bedienungsanleitung anwenden lässt. Natürlich gibt es auch eine Menge Sachen, die Deckadance nicht kann. Vorwiegend sind das Details in den Einstellmöglichkeiten. Da mir die Philosophie von Deckadance nicht bekannt ist, ist es auch schwer zu beurteilen, wo man letztendlich mit dieser Software in Zukunft stehen will. Für mich stellt sich da vor allem die Frage, ob die Software eher in Richtung Eierlegende Wollmilch Sau gehen möchte oder der Fokus auf Bedienerfreundlichkeit liegt. Beides unter ein Dach zu bringen bleibt wie immer die hohe Kunst eine erfolgreiche Software zu konzipieren. Und da Deckadance gerade mal Status 2.0 erreicht hat gebe ich hier noch keine endgültige Note für die Software, denn sie ist clubtauglich und wird bestimmt noch das ein oder andere Update erfahren. Und letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Features er benötigt und vor allem, ob die Bedienung dem persönlichen Geschmack entspricht. Im aktuellen Status würde ich die Software vom reinen Funktionsumfang irgendwo hinter Traktor Pro und Virtual DJ, aber noch vor Serato DJ einordnen. Aber da ihr euch am besten selbst ein Bild machen solltet gebe ich euch an dieser Stelle den Rat: Probieren geht vor Studieren! Das bedeutet: Die kostenlose Deckadance 2 Demo laden und selbst auschecken, was die Software kann! Für die Studenten unter euch habe ich nachstehend trotzdem mal eine Plus-Minus-Liste und eine Vergleichstabelle zu Traktor Pro und Serato DJ erstellt.

Minus:

– Kein bidirektionales Midi

– Kein Midi-Clock

– Keine Keyboard shortcuts

– Keine zoombare Waveform

– Deckinformationen nicht Auswählbar

– Kein Beatgridmetronom

– Keine speicherbaren Loops

– Recording ohne Limiter oder separater Pegelanzeige

– Waveformfarben überlappen im Bassbereich

– Keine CPU-Anzeige

– Keine Video Unterstützung

Plus

+ Leap-Loop

+ Unterstützt Timecodes von: Serato Scratch Live, Stanton Final Scratch, Mixvibes , Torq

+ VST-Plugin Einbindung

+ Eigene Timecode CD generieren

+ Effekte mit Frequenzbänder

+ Smartknob

+ Grossbeats

+ Utility Panels

+ Automix Funktion

+ Separates Routing für Sampler

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Kostenloser Download: Vergleichstabelle Traktor Pro 2.6, Serato DJ 1.2 und Imageline Deckadance 2.0

Preise im Onlineshop:

Deckadance 2.0 > 61,13 Euro

Deckadance 2.0 DVS > 115,30 Euro

Herstellerseite

Zum Test von AMAZONA.DE

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2 Kommentare zu "Test: Imageline Deckadance 2 – Die Alternative zu Traktor Pro & Co?Review: Imageline Deckadance 2 – Another option to Traktor & Co?"

jabber 27. Juli 2014 • 2:54 Uhr

Guter test! Aber ich denke Deckadance hat auch Kill switches für den EQ.
Bei v1.xx gieng das noch mit rechtsklick oder shift klick auf den entschpechenden EQ.
Bei v2xx haben die das scheinbar nurnoch über midi zugänglich.

Wen du in den "preferences" auf "Remote Midi Controll" und da auf "Midi Learn editor" gehst und ca. 1/4 runterscrollst siehst du da einträge.
Ich weiß´nicht wiso die das so versteckt haben...

Robert Wong 28. Juli 2014 • 7:16 Uhr

Cool! :-)
Vielen Dank für den Hinweis.

jabber 17. August 2014 • 11:59 Uhr

So Ich hab mal ein bisschen buttonmeshing betrieben.
"M" ,"N" und "B" sind EQ killswitch für high mid und bass.
"Q" Play pause
"A" restart deck
"S" (send deck to headphone) forhören
"E" Tempo down "D" Tempo up
"R" und "F" Speed up/down Zum beatmatchen wenn man da was von hand fixen muss.
"T" und "G" Volume up/down
"U" und "J" fast forward und slow forward (für mich würde fast back mher sinn machen aber ich bin auch kein DJ)
"L" loop
"O" "P" loop size up/down
"X" "C" "V" sind für die ersten 3 Grossbeat effekte.
"1-4" Cue 1 bis 4 deck A
"5-8" Cue 1 bis 4 deck B
kein plan warum die das so gemacht haben...

"0" kein output mehr ich denk das ist zum ducken von sketchy sachen.
Wie f*** oder so bei ner schuldisco oder so ;)

Mit "shift" sind die gleichen Tasten für deck B

Mehr hab ich auf die schnelle nicht rausgefunden.
vlt. kann man acuh noch irgendwie and deck 3 und 4 kommen ich hab nichts versucht

Warum das nicht im quick start guide zu finden ist weis ich nicht auch im online manual hab ich auf die schnelle nichts gefunden. Außer zu der version1.3 oder so.

Möglich das das noch nicht alle sind z.B. fehlen tasten zum samples abfeuern aber ich denk die sind auch noch irgendwo.

Wenn jemand die sucht wär das nett :)

Mir persönlich geht es gerade am meisten auf die nerven das. Wenn ich was in der libray änder das nur in der Deckadance internen Datenbank geändert wird aber nicht im IDtag vom mp3.
Und als 2tes nerft mich noch tierisch das wenn ich RapidEvolution 3 über meine mp3s laufen lass ich die Key information nicht im Key tab nicht angezeigt bekomme Harmonisches mixen ist so also auch recht umständlich.

Zu euren kritikpunkten:
- Kein bidirektionales Midi (richtig das sollten die noch fixen)
- Kein Midi-Clock (weiß ich nicht aber ihr werdet recht haben)
- Keine Keyboard shortcuts (gibt es ist also falsch sthen aber nicht in der anleitung)
- Keine zoombare Waveform (richtig das wäre echt noch schön zu haben)
- Deckinformationen nicht Auswählbar (richtig)
- Kein Beatgridmetronom (richtig früher hatten die da mal ein visuelles)
Ich fand das nicht sehr hilfreich. Ist besser die waves im paralellen modus anzuschauen)
- Keine speicherbaren Loops (hab ich bis jetzt auch noch nicht gefunden)
- Recording ohne Limiter oder separater Pegelanzeige
(Deckadance tut automatisch pegeln oder normalisieren oder so in V1 konnte man das noch ein un aus machen ich denk bei 2 ist das einfach immer an. Einen gain regeler gibt es aber noch in dem Dropdown menue neben dem Deck (Gain&Filter)
- Waveformfarben überlappen im Bassbereich (Mag sein hat mich noch nie gestört) ich find das feature immer recht hilfreich um mir einen überblick zu geben.
- Keine CPU-Anzeige (richtig aber ich denk IL ist der meinung Deckadance braucht nicht so eine hammerharte HW) wenn man in die System anforderungen schaut sieht man das fast alles gut genug seien sollte um Deckadance zu benutzen. (Ohne fette externe effekte)
- Keine Video Unterstützung (Richtig ein bisschen schade braucht man aber auch nicht unbedingt)

Beim Manual könnte Imageline ruhig wieder ein bisschen was machen.
Was mir noch aufgefallen ist. Wenn man die Keyboardshortcuts beutzt währent man mit der maus im interface rumklickt kann manchmal was komisches rauskommen.
Also entweder das eine oder das andere.
Zuletzt fhelt mir noch ein bisschen visuelles feedback. z.B. wenn man die EQ kill tasten benutzt sieht man nichts davon. Also man kann noch immer was verbessern.

Der grund warum ich Deckadance gekauft hab war aber im endeffekt das ich jetzt livetime free updates bekomme. Das ist der wichtigste punkt bei IL software.
Sonst bietet das keine andere Digital DJ software.

Robert Wong 17. August 2014 • 20:45 Uhr

Hi, danke vielmals für deinen ausführlichen Kommentar.
Vielleicht bewegt sich da ja demnächst etwas bei IL bzw. Deckadance…
Bei Virtual DJ Pro müsste es auch eine Lizenz auf Lebenszeit geben, welche
nicht übertragbar ist.

LG Rob

jabber 18. August 2014 • 11:30 Uhr

Ich hab mal geschaut "Virtual DJ Pro invinity" heißt das kostet 299$. Das wär mir zu viel. Ich hab 70€ oder so bei Imiageline gelöhn (hab natürlich auf eine aktion gewartet)
gerade haben die ne 50% aktion weis aber nicht ob das auch für Deckadance gilt.

Ich will nur nochmal sagen, "Ich bin kein Dj". Hab mir nur aus Interesse den Artikel durchgeschaut und gedacht da Stimmen ein paar punkte nicht fix ich das mal.
Mich interresiert mehr das Produzieren und ich wollte ein Player der problemlos als plugin in FLstudio funktioniert. Auch darum Deckadance...

Perfeckt ist Deckadance noch nicht aber benutzen kann man es aufjedenfall schon.
Ich find es schade das der markt von zwei anbietern dominiert wird aber so ist das halt.
Ich hab noch nie Tracktor oder Serato angeschaut. Aber ein paar andere schon.
Mixxx z.B. Aber das konnte imo nicht mit Deckadance mithalten. Wenn ein DJ aber weiß was er tut könnte Mixxx schon reichen. Das beatmatching hat da nicht so gut geklappt. Aber bei Deckadance ist die Beaterkennung auch middleware (auftackt).

Es gibt ja sowieso immer ein riesen geschrei wenn Dj's das nicht von hand machen. Ich kann das nicht nachvollziehen. Am Ende steckt ja auch mit auto beatmatching arbeit hinter dem mixen. (Trackauswahl gescheite cuepunkte finden usw.)
Naja die leute brauchen halt irgendwas worüber die labern können.

Gibt es eigendlich schon DDJ controller mit angetriebenen jogweels? Also so wie bei "Denon DN-SC3900" aber 2 in einem pack mit mixer und dem ganzen klimbim.
Das währ nämlich echt nice.
Und dann würde mich interresieren ob das einen impact beim scratchen oder so hat.
Ich könnte mir schon forstellen das es mit sowas besser geht. kafen würde ich mir sowas aber nicht. (Nicht in den nächsten paar jahren.)

Dann würde mich noch interresieren wie ist das mit qualität? Was wird so im Dj alltat da genutzt mp3 192,320 oder nur wav? Und kommt man auch schon in so high quality bereiche wie die AstelKern Geräte oder der neue Pono player? Weil dann kann mann qualitätstechnisch vinyl an die Wand hängen was ja echt schön wäre.

Robert Wong 20. August 2014 • 22:01 Uhr

Also DJ-Controller mit motorisierten Jogs sind eher am aussterben. Der Numark NS-7II ist ja noch einer dieser Sorte. Aber vielleicht gibt es ja eine Renaissance der Plattenspieler, die dann auch MIDI über den Teller senden, wobei ich denke, dass der Aufwand so etwas zu produzieren eine viel zu kleine Käuferschaft hat, weil die Technik den Preis nach oben treiben würde. Wenn Pioneer so etwas jetzt bringen würde, dann wäre ich schon überrascht. Stanton hat es mal mit dem SCS-1D versucht, aber das war es auch: Ein Versuch. Was die Quali der Musik betrifft, so weichen da die Geschmäcker schon stark von einander ab. Ich spiele fast nur MP3, dann aber nur 320er. Andere "DJs" rippen ihre Musik von Youtube & Co… WAV und AIFF kommt vereinzelt bei einigen DJs auch zum Einsatz. Aber alles was darüber liegt, ist mir noch nicht vor die Nase gekommen. Ich denke, so lange High Quality zu viel an Datenmengen bringt, wird es eher gemieden werden. Die Computer gehen ja eigentlich auch eher in Richtung Cloud, statt das man auf größere und schnellere interne Speicher setzt. Und High-Quality streamen ist bei unserer jetzigen Netzabdeckung unsinnig.

jabber 21. August 2014 • 18:41 Uhr

Danke für die Antwort.
Und 2 mal schade.
Währe IMHO nämlich echt schön ein DDJ gerät zu haben das Direktangetriebene Jogs hat. Und das in einem format wie die neuen von Pioneer. Du wirst aber wohl leider recht haben. Über 1000€ würde ich dafür auch nicht zahlen wollen.

Und bei der qualität auch schade + schock.
320 mp3s halt ich persönlich für echt gute qualität. Besser kann aber nicht schaden. Mit AIFF und FLAC werden ja die Audiophilen beliefert darüber geht es ja schon nichtmehr.
Aber das sich offizielle DJs sachen RIPPEN find ich recht abgehfahren.
Ich hab schon ne story von jemand gehört. Das der einen gesehen hat dem der labtop von der Gema weggenommen wurde weil der nicht zeigen konnte das der seine Musik gekauft hat. Bei Youtube kommt man so wie ich das sehe nur an ca. 192 mp3 qualität. Aber aus rechtlichen gründen find ich das schon komisch.

Naja jeder muss wissen was er tut.

Wenn ich mir mal ein DDJ controller anschaffe werde ich sicher hier nachschauen was ihr dazu sagt.

jabber 23. August 2014 • 14:48 Uhr

Hab mir mal die DDJ-controller Modelle angeschaut.
Und an genau sowas wie den Numark NS-7II hab ich gedacht.
Hätt ich gerade 1000€ zuviel wüsst ich was ich mit denen kauf ;)
So hab ich mir das forgestellt ich hoff das andere Hersteller sich da ne scheibe von abschneiden. Und Der Preis is IMO auch noch OK Wenn man bedenkt was ein Denon DN-SC3900 kostet.
Danke für die unterhaltung!

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