Test: Imageline Deckadance 2 - Die Alternative zu Traktor Pro & Co?Review: Imageline Deckadance 2 - Another option to Traktor & Co?

Test: Imageline Deckadance 2 - Die Alternative zu Traktor Pro & Co?Review: Imageline Deckadance 2 - Another option to Traktor & Co?

Archiv.28. Mai 2013

Deckadance ist eine DJ-Software des belgischen Software-Herstellers Image-Line, der wohl bekannter für seine DAW namens Fruityloops oder heute FL-Studio ist. Mit Deckadance in der Version 2 wurde das Grundkonzept der DJ-Software nochmals aufgefrischt, um den Markt  für Traktor und Serato wohl doch nicht kampflos aufzugeben. Schon in Version 1 konnte Deckadance mit Features überzeugen, die Traktor Pro und Serato Scratch Live erst viel später einbauten. Mit dieser Erinnerung in meinem Kopf sah ich Deckadance 2 dann Anfang diesen Jahres als neuen Partner für die modulare Controller-Serie (CMD) von Behringer auf der NAMM-Show 2013. Nachdem nun die offizielle Vollversion von Deckadance 2 in drei Varianten seit einigen Wochen im Onlineshop von Image-Line erhältlich ist (DVS, Normal und LE), haben wir Deckadance 2 in der DVS-Version (Timecode-Unterstützung) mal unter die Lupe genommen, um zu sehen, was die Software kann oder nicht kann. Als Teaser könnt ihr euch dazu vorab das nachstehende Video anschauen, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Übrigens gibt es Deckadance auch als iPad App im Appstore. Der Funktionsumfang weicht natürlich von der Desktopversion ab und kann hier nachgelesen werden.

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Oberfläche (GUI)

Die Benutzeroberfläche von Deckadance 2 ist schon, wie in der ersten Version, sehr aufgeräumt, d.h. Decks, Mixer, Library und vor allem die Utilities wie Hot-Cues, Loops und Effekte sind so angeordnet, dass man sich kaum verirren kann. Besonders die in grau gehaltenen farblichen Abstufungen trennen dabei die Bereiche klar von einander und man versinkt nicht in einem Zahlen- und Farbenmeer, so wie es z.B. bei Serato DJ der Fall sein kann. Aber auch vom Design her zeigen die Entwickler von Deckadance 2, dass man sich Gedanken gemacht hat. Wo andere lediglich in einer einfachen 2D-Optik arbeiten, zeigt Deckadance an Hand der Play-Taste oder auch den EQ´s und Filtern, dass das DJ-Auge mit essen darf. Die Skalierung der Oberfläche passt sich automatisch der Bildschirmgröße an. Ob es aber Verluste unterhalb eines 13" Screens gibt, lies sich leider nicht testen. Interessant dürfte aber sein, dass sich der Library-Teil von den Decks durch eine Taste rechts vom Filebrowser abtrennen lässt. So ist es möglich Decks und Library in zwei verschiedenen Fenstern anzuzeigen, die sich auch überlappen können. In erster Linie dürfte das aber für das Arbeiten mit zwei Monitoren gedacht sein, um so, ohne die Ansicht wechseln oder scrollen zu müssen, große Tracklists lesen zu können .

deckadancetest

Decks und Utilities

Ähnlich wie bei Traktor Pro, kann Deckadance 2  entweder im 2-Deck- oder 4-Deckmodus gefahren werden. Die Utility-Panels können dabei pro Deck wahlweise in ihrer Anzahl verändert werden.  Maximal stehen pro Deck 4 Panels zur Verfügung, wobei sich das Pitchfaderpanel ebenfalls wechseln lässt, falls man dieses nicht benötigt. Die Panels reihen sich dabei, im gegensatz zu Traktor Pro, vertikal in die Decks ein. Zur Auswahl stehen hier die Funktionen Hot Cue, Loop, Grid, DVS, Key, Tempo und Smart Knob zur Verfügung. Die Waveform in den Decks zeigt farblich die Frequenzbereiche an. Das Hauptfenster, also die eigentlichen Detailansicht der Waveform, bietet das editieren von Beatgrids und Cue-Punkten an, wobei es keinen Zoom gibt. Ein Snap-Modus kann zur Quantisierung zugeschaltet werden. Die Trackinformationen sind auf das wichtigste reduziert. Hier lässt sich lediglich die Spielzeit durch Klicken verändern. Eine Anpassungsmöglichkeit der Darstellung gibt es jedoch nicht. Play- und Sync-Taste sind direkt sichtbar. Die Cue-Taste versteckt sich im Hot-Cue Panel. Durch die "Master"-Anzeige wird verdeutlicht, an welchen Deck sich die BPM-Synchronisation ausrichtet. Dies läßt sich auch manuel umstellen.

Bildschirmfoto 2013-05-09 um 22.12.54
Die Utility Panels liegen links im Deck

Features der Utilities

  • Hot Cues: Insgesamt können 8 Cue-Punkte gesetzt und auch wieder gelöscht werden. Die Cue-Taste, welche bei anderen Softwares in der Transportsektion sitzt, ist hier ebenfalls untergebracht.
  • Loop: Das Loop-Panel bietet die Möglichkeit Beatjumps und normale Loops bis zu einer Länge von 32 Beats zu setzen. Zusätzlich gibt es die "Leap" Funktion, bei der ein Loop gesetzt wird, während der Track im Hintergrund weiter läuft. Deaktiviert man den Loop, so springt die Nadel an die Position, wo der Track ursprünglich wäre.
  • Grid: Das Grid-Panel erlaubt es das Beatgrid entweder automatisch oder manuel zu setzen. Die BPM-Werte können dabei entweder manuel oder per Tap-Taste eingegeben werden. Eine Halbierung und Verdopplung der BPM-Werte ist genauso möglich wie das händische verschieben des Beatgrids. Ein Metronom zur akustischen Überprüfung gibt es nicht.
  • DVS-Panel: Hier kann man zwischen Externem und Internem Modus wechseln. Für die Steuerung durch ein Timecodesignal bietet Deckadance 2 einen Absoluten und Relativen Modus an. Auch wenn hier der Absolute Modus vorhanden ist, so funktioniert dieser aber nur mit bestimmten Timecodevarianten. Serato Scratch Live kann z.B. nur im Relativen Modus gefahren werden. (Absolute Modus: Track spielt immer von der genauen Nadelposition auf der CD/Platte ab; Relativer Modus: Track springt nicht an die absolute Nadelposition wie z.B. bei Nadelsprüngen)
  • Key: Mit Key kann die Tonhöhe des Tracks über einen Fader angeglichen werden. (Beim harmonischen Mixen von z.B. Melodien oder Gesang kann so die Tonhöhe angeglichen werden)
  • Smartknob: Mit dem Smartknob lassen sich verschiedene Effekte kombinieren und über nur einen Regler steuern. Das besondere daran ist nicht nur die Option mit einer Hand gleichzeitig mehrere Parameter zu beeinflussen, sondern die Paramter in einem Editor noch zusätzlich bearbeiten zu können. Hier kann man entweder aus einer Vielzahl von Presets wählen oder  sich selbst an die Effektkombination trauen. Man sollte auf jeden Fall viel Zeit einplanen, weil hier der Spielfaktor enorm groß ist!
  • Tempo: Zum Tempo bzw. Pitchfader muss man wohl nicht viel sagen außer, dass man in den Preferences den Pitchbereich in 13 Stufen zwischen 2% und 50% wählen kann. Unterhalb des Pitchfaders gibt es noch zwei Pitchbendtasten deren Ansprechverhalten aber nicht editierbar ist.

MIDI und Controller

MIDI Controller Liste
Es gibt bereits für verschiede Controller eine Liste mit vorgefertigten Mappings

Wie viele andere DJ-Softwares auch, unterstützt Deckadance MIDI, um die Softwarefunktionen durch einen Controller steuern zu können. In den  Midi-Control Preferences gibt es in Deckadance 2 die Möglichkeit vorgefertigte Mappings für eine reihe von DJ-Controllern auszuwählen. Sollte der gewünschte Controller nicht in der Liste sein (welche nach Angaben von Deckadance stetig erweitert wird), so muss man sich selbst daran üben die einzelnen Befehle zuzuweisen. Dazu muss man über den MIDI-Mapping Editor die Tasten anlernen. In meinem Test habe ich einen Vestax VCI-400 angeschlosen, dessen vorgefertigtes Mapping leider recht unvollkommen war. Die Hauptfunktionen waren zum größeten Teil nur auf zwei Decks ausgelegt, so dass man noch mal selbst einige Befehle zuweisen muss. Wie es bei anderen vorgefertigten Controller-Mappings aussieht, kann ich leider nicht sagen. Ein weiterer auffälliger Punkt von Deckadance 2 ist die bidirektionale Versendung von MIDI-Daten.

Deckadance MIDI
Anlernen von MIDI-Befehlen

Zwar sendet Deckadance 2 auch MIDI-Daten an den Controller zurück, jedoch besteht nicht die Möglichkeit diese Steuerbefehle manuell zu beinflussen. Soll heißen, dass wenn man selbst ein MIDI-Mapping herstellt die Steuerung für die Beleuchtung von Tasten nicht möglich ist. Das ist zu mindest eine essentielle Sache, wenn man mit vorgefertigten Mappings nicht arbeiten kann oder möchte. Durch das Fehlen von MIDI-Clock ist es ebenfalls nicht möglich über die Software andere MIDI-Geräte zusätzlich zu synchronisieren. Das freie Erstellen von Shift- oder Feststelltasten bzw. das Programmieren von weiteren MIDI-Ebenen ist ebenfalls nicht möglich.

DVS

Deckadance 2 kann neben der reinen Controllersteuerung in der DVS Version auch über verschiedene Timecodemedien im externen Modus über 4 Decks gesteuert werden. Die Liste der unterstützen Timecodemedien ist durchaus beeindruckend, da dort auch Namen wie Serato Scratch Live, Final Scratch, Mixvibes oder auch Torq auftauchen. Die meisten dieser Medien müssen aber angelernt und einige können maximal im Relativen Modus genutzt werden. Sofern man mit Timecode CDs auflegen möchte, kann Deckadance aus dem Programm heraus eigene Timecode CDs generieren. Dabei wird eine Wav-Datei erstellt, die man dann auf eine CDR brennen kann.

Timecode
Einstellen und Anlernen der Timecode-Medien

Mixer

Mixer Sektion
Mixer Sektion

Die Mixersektion von Deckadance 2 ähnelt ein wenig der von Virtual DJ. Um neben den regulären Steuerlementen wie EQ, Filter, Gain etc. auch andere Features unterbingen zu können, gibt es oberhalb der Mixereinheit mehrere Reiter, die Sampler, Effektboards, Parallele Waveforms, VST-Plugins und Grossbeats beherrbergen.

Effekte

Effekte
Effekte

Pro Deck können max. 3 Effekte zugewiesen werden. Bemerkenswert ist hier, dass die Effekte Frequenzband abhängig genutzt werden können, d.h. sich also auf Tiefen, Mitten und Höhen entweder separat oder kombiniert schalten lassen. Besonders im Mix kann dies sehr nützlich sein, um nicht das komplette Signal durch einen Effekt zu zerstören. Insgesamt gibt es 10 Effekte, die klanglich einen sehr guten Eindruck in Kombination aber einen noch besseren Eindruck machen. Wem Delay, Flanger, Phaser, LowPass, HighPass, Transformer, Bitcrusher, Distortion und Reverb nicht ausreichen sollten, der kann zusätzlich noch VST-Plugins einbinden.

Sampler

Deckadance 2 Sampler
Sampler mit Recorder

Der Sampler kann bis zu 16 Samples gleichzeit laden. Diese können jeweils separat pro Taste als One-Shot,  Trigger, Retrigger oder Loop synchron abgeschossen werden. Mit dem Samplerecorder können aber neben fertigen Samples auch Livesamples aus den Decks  in einer Länge von bis zu 16 Bars mitgeschnitten werden, um sie dann auf die jeweilgen Sampletasten zu legen. Wenn man dann mal eine komplette Bank zusammengestellt hat, kann diese dann auch gespeichert werden, um sie zu einem anderen Zeitpunkt vielleicht wieder aufzurufen.

VST Einbindung

VST-Plugin Liste
VST-Plugin Liste

Die VST-Plugin Einbindung in eine DJ-Software erweitert die Performancemöglichkeiten enorm. Was die Platzhirsche NI Traktor Pro und Serato DJ bisher noch nicht umgesetzt/eingebunden haben ist bei Deckadance schon lange verbaut. Der Einsatz von Synths, Drum Machines oder zusätzlichen Effekten scheint auch mit einem älteren Rechner, wie meinem, keine Probleme darzustellen( Macbook Pro 2006). Wem also die Onboard-Effekte nicht genügen und ein paar weitere Effekte als VST-Plugins zur Verfügung hat, kann hier die Arbeitsumgebung um bis zu 3 Plugins pro Deck erweitern.

VST-Plugins
VST-Plugins

Grossbeats

Grossbeats - Beateffekte
Grossbeats - Beateffekte

Grossbeats sind vorgefertigte Beateffekte, die sich per Taste zuschalten lassen. Dabei handelt es sich vorwiegend um verschiedene Varianten aus Gates, Slicern, Beatjumps, Repeater (Stottereffekte) oder auch Scratch-Moves, die synchron zum Beat als One-Shot, Trigger oder im Loop aktiviert werden können. Das Schöne ist hier, dass es eine ordentliche Liste an Presets gibt, von denen man sich 8 Grossbeat-Tasten pro Deck zurechtlegen kann. Sollte man mit einem Effekt nicht zufrieden sein, so lässt er sich mit Hilfe des Editors manuel verändern und sogar als neuen Grossbeat abspeichern. Hier lassen sich abgefahrene Combos kreieren um die eigene Performance ordentlich zu unterstützen. Man muss aber ein wenig Zeit investieren, denn der Daddelfaktor ist immens.

In der Praxis

Beatgrids, BPM Erkennung, CPU Auslastung, Synchronisation, Loops und Cue-Punkte

Geht man von dem Standpunkt eines Controller DJs aus, der mit Autosynchronisation arbeitet, so ist es im 4-Deckbetrieb ratsam mit Beatgrids zu arbeiten, wenn man im Mixing keine bösen Überraschen haben möchte. Deckadance analysiert Waveform, BPM und setzt Beatgrids automatisch. Die Grids lagen im Test zu 90% richtig (9 von 10). Attackpunkte waren meistens genauer gesetzt, als man es von Traktor kennt. Ungenauigkeiten gab es meistens, wenn sich die Geschwindigkeit im Track oder sich die Taktart verändert hat. Erstes konnte auch nicht umgangen werden durch einen zweiten Beatmarker, denn Deckadance 2 läßt nur einen Beatmarker zu. Stark komprimierte Tracks konnte Deckadance aber trotzem korrekt analysieren. Das manuelle Gridsetzen ist im Vergleich zu Traktor Pro hingegen nicht ganz so komfortabel, denn die Waveform ist weder zoombar, noch gibt es ein Metronom, welches dabei hilft die Position des Grids akkustisch zu überprüfen. Da die meisten Grids aber korrekt gesetzt wurden kann man das manuelle Korrigieren als Nebensache betrachten.

Waveformvergleich
Waveformvergleich

Die Waveformfarben geben zwar Auskunft über die Frequenzbereiche, jedoch kann es bei Tracks mit langen Basslines dazu kommen, dass Subbass und Bassdrum nicht mehr farblich differenziert werden können (Hier als Beispiel: Drum and Bass). Hier hilft lediglich der Blick auf die etwas heller dargestellten Transienten. Bei Genres wie House oder HipHop dürfte dies aber weniger auffallen, da hier meist mehr Dynamik vorhanden ist.

"In the Mix" mit vier Decks und 6 zugeschalteten Effekten war die Grenze für mein 2006er Macbook Pro (15",Dualcore 2.0 Ghz, 2GB RAM)) bei 44.1 KHz und einer Latenz von 6ms, dann erreicht. Eine kürzere Latenz oder größere Abtastfrequenz führte dann zu Soundproblemen. Das entspricht in etwa dem Niveau von Traktor Pro. Eine CPU-Auslastungsanzeige vermisst man aber bei Deckadance 2. Die Synchronisation von vier Decks läuft dank der genauen Beatgrids problemlos. Obwohl es kein Phasenmeter gibt, kann man durch erneutes Drücken der Sync-Taste die Tracks einsnappen lassen. Damit ist Deckadance nicht ganz so automatisiert wie die Konkurrenz, jedoch darf man einem DJ heutzutage wohl noch abverlangen dürfen, wann er den Mix anzusetzen hat. Das Arbeiten mit Cue-Punkten und Loops ist dank der Beatgrids und des Snap-Modus ebenfalls sehr einfach. Leider können keine Loops gespeichert werden, so dass man für bestimmte Passagen sich einen Workaround ausdenken muss, um sie wieder aufzurufen (z.B. Entweder Cue-Punkt setzen und den Loop dann manuel aufrufen oder Passage als Sample speichern). Mit dem angeschlossenen Vestax VCI-400 fühlte sich das Cueing und das Mixing über die Jogwheels in etwa so an, wie in Virtual DJ. Zwar ist die Information der Waveform in Deckadance 2 etwas angenehmer abzulesen als in VDJ, aber eine gewisse Schwammigkeit lässt sich leider nicht leugnen. Ob dies alleine durch die eingestellte Latenz verursacht wird, weiß ich nicht, aber es gibt auch keine weiteren Einstellmöglichkeiten in den Preferences, um das Jogwheelverhalten zu justieren. Der "Ramp-Up" Effekt beim loslassen des Jogwheels hält sich jedoch minimal. Alles in Allem aber definitiv nichts für Leute, die scratchen wollen.

EQs, Filter, Effekte

Equalizer sollten für DJs generell ein essentielles Werkzeug sein, wenn Mixings mit Überblendungen vorgenommen werden. Deckadance bietet einen akzeptablen 3-Band EQ in der Mixer-Sektion an, der für einen Großteil der Genres ausreichen sollte. Dabei gibt es leider keine Kill-Funktion und auch keine sonstigen Einstellmöglichkeiten wie z.B. Klangcharakteristik, Band-Anzahl oder Absenkbereich. Der bipolare Filter pro Kanal hat ebenfalls keine Kill-Funktion, macht aber trotzdem Spaß beim Mixen. Klanglich liegen Filter und Effekte durchaus auf einem Niveau, dass sich "hören" lassen kann. Auch wenn nur 10 Standard-Effekte und davon drei pro Deck genutzt werden können, so umgeht Deckadance diese scheinbare Einschränkung mit dem Smartknob, der VST-Plugin Einbindung und den Grossbeats. Effektcombos auf einen Regler mappen macht erst richtig Spaß, wenn hier die Anteile individuell eingestellt werden können. Und das bietet Deckadance 2 mit dem Smartknob und mit einem grafischen Editor an, der schnell erreicht und auch wieder deaktiviert werden kann. Also alles Sachen die sehr viel Ausprobieren zu lassen und dabei den Workflow nicht behindern. Getoppt wird das ganze dann noch, wenn man ein paar coole VST-Plugins zuschalten kann und somit nicht auf die Onboard Effekte limtiert ist. Die Grossbeats stellen in ihrem Umfang und Variationsmöglichkeiten das zweite Spieleparadies in Deckadance 2 dar. Hier wird aber definitv ein Vorbereiten der Performance benötigt, denn nicht alle Beateffekte eignen sich für jedes Genre. Hier kann man auch ganz schnell den größten Müll herbei zaubern, wenn man nicht weiß, was sich hinter den einzelen Effekten und ihren Kurven versteckt. Die Variationsmöglichkeiten  sind hier aber riesig, so dass die Grossbeats von Deckadance 2 eigentlich ein Thema für sich sind.

Fazit

Deckadance 2.0 zeigt Ambitionen in der Profiliga mit zu spielen. Die DJ-Software überzeugt durch Aussehen und der einfachen Bedienung ohne dabei den User durch zu viele Einstellmöglichkeiten zu verwirren. Die Stärken liegen definitiv in der soliden BPM-Erkennung, VST-Plugin-Einbindung und den Grossbeats. Letzteres hat mir persönlich gezeigt, dass in einer Zeit, in der es eigentlich schon alle möglichen Features gibt, es immer noch möglich ist, etwas neues und abgefahrenes in eine Software einzubauen, dass sich auch noch ohne Bedienungsanleitung anwenden lässt. Natürlich gibt es auch eine Menge Sachen, die Deckadance nicht kann. Vorwiegend sind das Details in den Einstellmöglichkeiten. Da mir die Philosophie von Deckadance nicht bekannt ist, ist es auch schwer zu beurteilen, wo man letztendlich mit dieser Software in Zukunft stehen will. Für mich stellt sich da vor allem die Frage, ob die Software eher in Richtung Eierlegende Wollmilch Sau gehen möchte oder der Fokus auf Bedienerfreundlichkeit liegt. Beides unter ein Dach zu bringen bleibt wie immer die hohe Kunst eine erfolgreiche Software zu konzipieren. Und da Deckadance gerade mal Status 2.0 erreicht hat gebe ich hier noch keine endgültige Note für die Software, denn sie ist clubtauglich und wird bestimmt noch das ein oder andere Update erfahren. Und letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Features er benötigt und vor allem, ob die Bedienung dem persönlichen Geschmack entspricht. Im aktuellen Status würde ich die Software vom reinen Funktionsumfang irgendwo hinter Traktor Pro und Virtual DJ, aber noch vor Serato DJ einordnen. Aber da ihr euch am besten selbst ein Bild machen solltet gebe ich euch an dieser Stelle den Rat: Probieren geht vor Studieren! Das bedeutet: Die kostenlose Deckadance 2 Demo laden und selbst auschecken, was die Software kann! Für die Studenten unter euch habe ich nachstehend trotzdem mal eine Plus-Minus-Liste und eine Vergleichstabelle zu Traktor Pro und Serato DJ erstellt.

Minus:

- Kein bidirektionales Midi

- Kein Midi-Clock

- Keine Keyboard shortcuts

- Keine zoombare Waveform

- Deckinformationen nicht Auswählbar

- Kein Beatgridmetronom

- Keine speicherbaren Loops

- Recording ohne Limiter oder separater Pegelanzeige

- Waveformfarben überlappen im Bassbereich

- Keine CPU-Anzeige

- Keine Video Unterstützung

Plus

+ Leap-Loop

+ Unterstützt Timecodes von: Serato Scratch Live, Stanton Final Scratch, Mixvibes , Torq

+ VST-Plugin Einbindung

+ Eigene Timecode CD generieren

+ Effekte mit Frequenzbänder

+ Smartknob

+ Grossbeats

+ Utility Panels

+ Automix Funktion

+ Separates Routing für Sampler

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Kostenloser Download: Vergleichstabelle Traktor Pro 2.6, Serato DJ 1.2 und Imageline Deckadance 2.0

Preise im Onlineshop:

Deckadance 2.0 > 61,13 Euro

Deckadance 2.0 DVS > 115,30 Euro

Herstellerseite

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Veröffentlicht in Archiv und getaggt mit Deckadance, Imageline

Geschrieben von:
Robert Wong