Test: Mackie MC-350 & MC-450

Test: Mackie MC-350 & MC-450

Tests 8. Oktober 2020

Der US-amerikanische Audiospezialist Mackie erweitert sein Kopfhörer-Portfolio um die Modelle MC-350 und MC-450. Beide Kopfhörer unterscheiden sich durch ihre Bauweise sowie technischen Parameter und werden zu unterschiedlichen Preisen (MC-350 für 199 Euro, MC-450 für 299 Euro) angeboten. Ich habe mir angeschaut, wie sich die beiden im Praxiseinsatz schlagen und ob sich hierbei unterschiedliche Verwendungsempfehlungen ergeben.

Gemeinsamkeiten

Direkt nach dem Auspacken können die beiden Mackie Kopfhörer MC-350 und MC-450 die ersten Pluspunkte sammeln, denn sie sind sehr ansprechend verarbeitet und bieten zudem eine sehr gute Materialqualität. Die Kopfbügel und Ohrpolster beider Headphones sind mit einem Echtlederüberzug versehen und auch der verwendete Kunststoff im Bereich der Ohrmuscheln und Kopfbänder hinterlässt einen positiven Eindruck, hier findet man keine scharfen Kanten, nichts wackelt oder knarzt.

Beide Modelle werden inklusive praktischer Transportcases ausgeliefert, die die Geräte bei Einsätzen außer Haus schützen. In den Cases befinden sich neben den Kopfhörern jeweils eine weitere kleine Aufbewahrungstasche, die Kabel und einen 6,3-Millimeter-Schraub-Adapter beinhaltet. Mackie zeigt sich auch hier großzügig und legt beiden Geräten alle gängigen Kabelvarianten bei. So findet man ein drei Meter langes, gerades Kabel vor, das gewebeummantelt ist, und ein circa 1,2 Meter langes, dehnbares Spiralkabel.

Obendrein gibt es noch ein weiteres 1,2 Meter langes Kabel, das mit einer Telefonsteuerung und einem Mikrofon ausgestattet ist. Beide Kopfhörer sind somit "ready to use", ganz gleich ob im Studio, der DJ-Kanzel oder auf Reisen.

Mackie MC-350 &MC-450 im Test.
Audiospezialist Mackie bietet ab sofort die beiden neue Kopfhörer MC-350 und MC-450 an.

MC-350 im Detail

Der Mackie MC-350 ist als geschlossener, ohrumschließender Kopfhörer ausgeführt und bietet auf beiden Seiten dreh- und klappbare Ohrmuscheln. Das Kabel ist einseitig auf der linken Seite geführt und wird per Bajonett-Verschluss sicher fixiert. Die Ohrmuscheln sind rund und beherbergen 50-Millimeter-Treiber, deren Frequenzgang laut Herstellerangaben bei 20 bis 20.000 Hertz liegt. Für den Schalldruck werden 97 dB angegeben und der Widerstand beträgt 32 Ohm. Das Gewicht des MC-350 liegt bei 370 Gramm und rangiert somit im oberen Bereich, wenn man andere DJ-Kopfhörer als Vergleichsobjekte bemüht.

Mackie MC-350 im Test.
Der MC-350 ist ein geschlossener, ohrumschließender Kopfhörer.

MC-450 im Detail

Der MC-450 ist ein offener, dynamischer Kopfhörer und feiert als erster seiner Art Premiere im Portfolio von Mackie. Die ovalen Ohrmuscheln umschließen die Ohren und sind nach vorne drehbar. Die Wandler haben einen Durchmesser von 42 Millimeter und ebenfalls einen Frequenzgang von 20 bis 20.000 Hertz. Die Angaben zum Schalldruck betragen 101 dB bei einer Impedanz von 54 Ohm. Das Kabel wird auf gleiche Weise wie beim MC-350 auf der linken Seite geführt und per Bajonett-Verschluss arretiert. Hinsichtlich des Gewichts begnügt sich der MC-450 mit 20 Gramm weniger als sein Geschwistermodell und bringt somit 350 Gramm auf die Waage, womit auch dieser kein Leichtgewicht ist.

Mackie MC-450 im Test.
Der MC-450 eignet sich als offener Kopfhörer vor allem für ruhige Umgebungen.

Praxis

Da Hersteller Mackie beide Kopfhörer vorbildlich mit verschiedenen Kabeln ausstattet und zudem einen Adapter zur Größenanpassung des Steckers beilegt, gelingt der Anschluss an zahlreiche Klangquellen problemlos. Neben typischen Studio- und DJ-Einsätzen lassen sich auch Promolistening-Sessions via Tablet oder Smartphone durchführen und hierbei auch die Gerätefunktionen (Start/Stopp, Vor/Zurück) steuern sowie Telefongespräche führen.

Beide Kopfhörer können aufgrund der guten Polsterungen und angenehmen Materialien über einen längeren Zeitraum bequem getragen werden. Das etwas höhere Gewicht hat mich dabei nicht gestört und die Anpassungsmöglichkeiten der Bügel- und Hörmuscheln waren für mich ausreichend. Wer einen DJ-Einsatz plant, findet beim MC-350 durch die zusätzliche Klappfunktion eine etwas größere Flexibilität als beim MC-450.

Die haptischen Eindrücke der beiden Kopfhörer überzeugen und die technischen Daten wirken solide, somit steht jetzt der Soundcheck an. Für diesen Test habe ich hervorragend produzierte Popklassiker von Depeche Mode, aber auch Listening-Perlen von Massive Attack bis hin zu aktuellen Dance-Tracks durch beide Boliden gejagt und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

Der MC-450 bildet das komplette Klangspektrum ohne auffällige Anhebungen oder Absenkungen eines Frequenzbereichs ab und klingt somit "neutral". Das Klangbild ist zudem transparent und bietet eine sehr gute räumliche Darstellung. Der MC-450 eignet sich hervorragend für Track-Checks im Studio und erlaubt das analytische Aufspüren von Mixfehlern. Aufgrund seiner offenen Bauweise, die Außengeräusche nur wenig dämpft, sehe ich einen Einsatz im Studio oder im Rahmen einer DJ-Session in den eigenen vier Wänden, eine Verwendung in einer lauten DJ-Kanzel dagegen nicht.

Der MC-350 präsentiert sich klanglich mit etwas mehr Fundament im Bassbereich ohne die mittleren und hohen Frequenzen zu überlagern. Im direkten Vergleich der beiden Kopfhörer klingen die Tracks im MC-350 etwas "fetter", was auch der geschlossenen Bauweise geschuldet ist. Meiner Meinung eignet sich der MC-350 damit etwas besser für das Beatmatching im DJ-Kontext und auch zum reinen Musikhören, wenn man auf einen druckvollen Sound steht. Aufgrund der etwas deutlicheren Bass-Präsenz würde ich ihn nicht als professionellen Studio-Kopfhörer verwenden, Hobby-Producer können den MC-350 hingegen schon nutzen, sollten aber die nicht ganz neutrale Klangwiedergabe berücksichtigen.

Wichtig: Für beide Kopfhörer wird es im Fachhandel Ersatzteile geben, damit ein langer Betrieb möglich ist. Ich finde es sehr ärgerlich, wenn Kopfhörerkabel fest verbaut sind oder Ohrmuscheln, Bügel etc. nicht ausgetauscht werden können, da man so nur unnötigen Elektroschrott produziert und der finanzielle Schaden auch nicht unerheblich ist. Leider waren die Ersatzteilpreise zum Testzeitpunkt noch nicht bekannt.

Fazit

Audiospezialist Mackie bietet mit dem MC-350 und MC-450 zwei sehr gute Kopfhörer an, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Bauweise für verschiedene Einsatzbereiche empfehlen. Beide Kopfhörer sind hochwertig verarbeitet und werden in einem praktischen Transportcase geliefert, in dem sich drei unterschiedliche Kabel befinden. Der Mackie MC-350 kostet faire 199 Euro und ist als geschlossener Kopfhörer ausgeführt. Er eignet sich für DJ-Einsätze aber auch semi-professionelle Recording-Aufgaben. Der 100 Euro teurere MC-450 ist als offener Kopfhörer für ruhigere Umgebungen ausgelegt und kann seine klanglichen Stärken vor allem im Studio ausspielen. Beide Kopfhörer haben meine Erwartungen erfüllt und bekommen einen Daumen nach oben, als kleinen Kritikpunkt würde ich das leicht erhöhte Gewicht in den Ring werfen, hier sollte man in einem Selbsttest prüfen, ob es in der Praxis stört.

Pro

Sehr gute Verarbeitung
Ansprechende Haptik
Sehr guter Klang
Praktisches Transport-Case
Drei Kabelvarianten

Kontra

Keine Leichtgewichte

Preis:

194,00 EUR

Weitere Informationen gibt es auf der Website von Mackie.

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit dj-kopfhörer , headphones , mackie , MC-350 , MC-450 , Studio-Kopfhörer , Test

Geschrieben von:
Boris Alexander

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