Test: Omnitronic TRM-202MK3

Test: Omnitronic TRM-202MK3

Tests 30. Juni 2018

Wenn man sich die Feature-Liste aktueller DJ-Mischpulte anschaut, so findet man in der Regel ein digitales Innenleben, Effekte und oft sogar Audiointerfaces vor. Das alles gibt es NICHT beim Omnitronic TRM-202MK3, denn hier hat der Hersteller ein komplett anderes Konzept gewählt und sich an Mischpulten orientiert, die den Beginn der Disco-Ära in den Siebzigerjahren prägten.

Oberfläche

Omnitronic hat dem TRM-202MK3 ein recht kleines Metallgehäuse spendiert, das lediglich 190 x 250 x 107 Millimeter misst. Der Mixer verfügt über zwei Kanalzüge, die mit Höhen- und Tiefenreglern ausgestattet sind. Beide erlauben einen Eingriff in das Frequenzspektrum der eingehenden Signale mit +/- 10 dB. Gain-Regler in den Kanalzügen gibt es leider nicht, aber die Phono-Signale könnt ihr auf der Rückseite des Mixers anpassen. Die Lautstärkeregelung in den Kanalzügen erfolgt per Drehregler, auf einen zusätzlichen Crossfader hat der Hersteller hingegen verzichtet.Die beiden Kanalzüge werden durch einem Mikrofonkanal ergänzt. Dieser wird per Schalter aktiviert und ebenfalls mit einem Drehregler kontrolliert. Das Mastersignal kann mit einem Dreiband-Isolator bearbeitet werden. Die großen Bedienelemente des Isolators sind im oberen Bereich angesiedelt und arbeiten mit festen Übergangsfrequenzen, die bei 300 und 4000 Hertz liegen. Die Master- und Booth-Signale lassen sich separat steuern und eine LED-Kette mit 12 Stufen erlaubt euch die optische Pegelüberwachung für das Mastersignal. Die Rückseite des TRM-202MK3 beherbergt zwei Anschlüsse für Plattenspieler und vier Line-Eingänge. Die Master- und Booth-Ausgänge sind jeweils als XLR- und Cinch-Buchsen ausgeführt. Zum Aufnehmen eurer DJ-Sets könnt ihr den zusätzlich verbauten Recording-Ausgang nutzen.

Installation

Der TRM-202MK3 von Omnitronic ist einfach und übersichtlich aufgebaut. Das Gerät lässt sich recht einfach transportieren und das Mastersignal symmetrisch oder unsymmetrisch an eine PA oder ein Verstärkersystem weiterleiten. An die Line- und Phono-Eingänge lassen sich Plattenspieler, CD- oder Mediaplayer anschließen. Mit den Auswahlschaltern in den Kanalzügen sind Songs aus unterschiedlichen Quellen bequem kombinierbar. Wenn man ein Computersystem zum Auflegen verwendet, kann der Nutzer seinAudiointerface mit dem Mixer verkabeln und die digitalen Songs mixen. Für Durchsagen oder MC-Darbietungen lässt sich ein Mikrofon an der Vorderseite einstöpseln.

Rotary

Mischpulte mit einer Drehregler-Steuerung stehen vor allem bei House- und Disco-DJs hoch im Kurs, die Songs langsam und gekonnt miteinander verschmelzen lassen möchten. Wenn ihr also zum Kreis der Scratch-Nerds oder Hip-Hop-DJs gehört, werdet ihr mit diesem Gerät wahrscheinlich nicht viel anfangen können, da es keinen Crossfader gibt, mit dem sich Cuts oder andere schnelle Mixaktionen ausführen lassen. Omnitronic hat den Mixer mit Reglern ausgestattet, die optisch an Mixer und Studiogeräte aus den Siebzigerjahren erinnern.

Die Potis sind mit Einkerbungen versehen und mit unterschiedlichen Drehwiderständen ausgestattet, damit die Funktionssteuerungen passgenau erfolgen können. Da das Oldschool-Konzept konsequent umgesetzt wurde, bietet der Mixer keine digitalen Effekte und keine Option, um Effekte einzuschleifen. Daher kann man zur Gestaltung des Mixes "nur" auf die Zweiband-Kanal-EQs und die Isolator-Schaltung zurückgreifen oder man muss alternativ auf die Effekte eurer DJ-Software zurückgreifen. Ich finde aber, dass man diese technische Reduktion auf das Wesentliche auch als Chance nutzen kann, um alleine mit den gebotenen Mitteln einen packenden Mix zu kreieren.

 

Historie

Das aktuelle MK3-Modell unterscheidet sich im Layout von den beiden identisch gestalteten Vorgängern unter anderem durch andere Drehregler und kürzere LED-Ketten. Da mir das Oberflächendesign des TRM-202MK3 aufgrund seiner durchdachten und einfach nutzbaren Struktur gut gefallen hat und die Drehregler ebenfalls besser bedienbar sind als bei den Vorgängern, kann man von einer gelungen Überarbeitung sprechen.

Fazit

Der Omnitronic TRM-202MK3 ist ein kleiner Rotary-Mixer, der durch seine Reduktion und Rückbesinnung auf oldschoolige Elemente wie dem klassischen Konzept der Drehregler eine Sonderstellung in der Mixerlandschaft einnimmt. Wer einen günstigen Rotary-Mixer für besondere Mixeinsätze sucht, kann hier zugreifen, da es eigentlich keine Alternativen in diesem Preissegment gibt. Wer mehr Geld zur Verfügung hat und eine größere Ausstattung sucht, kann sich die Geräte von Rane oder Formula Sound anschauen

 

Pro

Alternatives Bedienkonzept
Übersichtliches Layout
Günstiger Preis

Contra

Keine Effektschleife
Keine Trim-Potis für Line-Signale

 

Preis: 449 Euro
Weitere Informationen gibt es auf der Omnitronic-Website.

0 Kommentare zu "Test: Omnitronic TRM-202MK3"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.