ANZEIGE
Test: Omnitronic TRM-422 | Rotary-Mixer

Test: Omnitronic TRM-422 | Rotary-Mixer

Tests.12. November 2022 | 4,0 / 5,0

Omnitronic bietet eine große Auswahl an DJ-Mixern an, die gewöhnliche Fader-Mischpulte, aber auch die Rotary-Mixer TRM-402 und TRM-202 umfasst. Diese Sonderlinge bekommen jetzt erneuten Zuwachs durch den vierkanaligen TRM-422. Der Neuzugang möchte DJs durch eine besondere Ausstattung und Anschlussvielfalt überzeugen. Wie sich der schicke Bolide in der Mixpraxis bewährt, erfahrt ihr nachfolgend.

Quick Facts

  • Vierkanaliger Rotary-Mixer
  • Master-Dreibandisolator
  • Multimode-Filter mit Resonanz
  • Anschlussoption für DVS-Soundkarten
  • Für DJs, die einen besonderen Mixer suchen

Omnitronic - TRM-422

Der TRM-422 misst stattliche 410 x 285 x 105 mm und ist somit der größte Rotary-Mixer im Sortiment von Omnitronic. Der ordentlich verarbeitete Mixer wiegt 5,7 Kilogramm und hat ein schwarz lackiertes, robustes Metallgehäuse. Die Bedienoberfläche wirkt aufgeräumt und die zahlreichen Drehregler sitzen spielfrei im Gehäuse.

Die Materialwahl ist insgesamt recht ansprechend und praxisgerecht, klar erreicht sie aber nicht das Niveau der Boutique-Mixer anderer Hersteller, deren Preis aber auch deutlich höher hängt. Im Lieferumfang des Mixers befinden sich Rackohren sowie Blindstecker für die Phono-Eingänge und kurze Patchkabel zur Überbrückung der Master-Effekt-Schleife.

 Ommitronic TRM-422 von vorne oben.
Der Omnitronic TRM-422 ist ein sehr gut ausgestatteter Rotary-Mixer, der über ein Multimode-Filter und einen Dreibandisolator verfügt.

Kanalzüge

Omnitronic hat den TRM-422 mit vier Kanalzügen ausgestattet, die Gain-Regler und Clip-LEDs umfassen und eine praxisgerechte Wahl des Pegelhubs erlauben. Eingriffe in das Klangbild gelingen mit Dreiband-EQs, deren Bänder mit +/- 10 dB zu Werke gehen. Große Potis dienen zum Mixen der Songs, zudem lassen sich die Kanalsignale mittels eines Crossfaders überblenden. Crossfader findet man bei Rotary-Mixern eher selten, uns hat dieses Ausstattungsmerkmal aber dennoch gut gefallen, da es zusätzliche Mixoptionen eröffnet.

Über einen Cue-Weg kann man die Kanalsignale vorhören und durch 16-stufige LED-Ketten optisch überwachen. Um kreativ in das Klangbild eingreifen zu können, lassen sich die Kanalsignale in ein Multimode-Filter überführen. Das Filter wird über große Bedienelemente auf der rechten Seite des Mixers kontrolliert und bietet Hochpass-, Tiefpass- und Bandpass-Charakteristiken inklusive steuerbarer Resonanz. Ein Aktivierungsschalter erlaubt zudem ein globales Ein- und Ausschalten des Filters und somit das Ausführen von Mixtricks.

Mikrofonkanäle

Der Omnitronic TRM-422 ist mit zwei separat nutzbaren Mikrofonkanälen ausgestattet, die über individuelle Lautstärkeregler sowie Einschalter verfügen. Beide Kanäle teilen sich einen gemeinsamen Zweiband-EQ, der Höhen und Bässe regelt. Die Einspeisung in den Cue-Weg ist ebenfalls möglich, eine Talk-Over-Funktion gibt es hingegen nicht.

Master und Booth

Die Master- und Booth-Regler befinden sich gut erreichbar auf der rechten Seite des Mixers. Beide Signale lassen sich dank 16-stufiger LED-Ketten durch Umschalten (Meter Select) optisch überwachen. Die Booth-Signale kann man zudem per Zweiband-EQ anpassen und für die Master-Signale steht eine optionale Effekt-Insert-Schleife parat.

Master-Dreibandisolator

Fest im Masterweg verankert ist ein Dreibandisolator, den die Geschwistermodelle TRM-402 und TRM-202 ebenfalls schon in ihrer Habenliste vorweisen konnten. Der Isolator ist mit großen ALPS-Potis ausgestattet. Er senkt die Signale bei Linksdrehung komplett ab (Total Kill) und hebt diese mit maximal neun Dezibel an. Die Übergangsfrequenzen liegen bei praxisgerechten 300 Hz und 4000 Hz.

Anschlüsse

Der TRM-422 ist mit einer sehr potenten Anschlussausstattung versehen. Alle vier Kanäle bieten umschaltbare Line-/Phono-Eingänge, die direkt an Cinch-Ausgänge geleitet werden, sodass man die Soundkarte eines DVS-Systems einbinden kann. Zudem gibt es pro Kanal jeweils einen weiteren Line-Eingang, damit die Rückführung der Soundkartensignale gelingt oder zwei verschiedene Zuspieler verkabelt werden können. Der vierte Kanalzug ist mit einer zusätzlichen Miniklinkenbuchse auf der Geräteoberseite versehen. Hier lassen sich Smartphones, Tablets oder ähnliche Zuspieler sehr einfach verkabeln. Zum Einschleifen eines externen Effektgeräts gibt es zwei Insertbuchsen, das Routing erfolgt über die Filterschaltung.

Für die beiden Mikrofonkanäle sind XLR-Buchsen mit Einrastsicherungen verbaut, damit die Kabel nicht versehentlich herausrutschen. Hier können ausschließlich dynamische Mikrofone verwendet werden, da der Mixer keine Phantomspeisung bietet.

Die Master- und Booth-Signale verlassen den Omnitronic-Mixer über XLR- und Cinch-Ausgänge. Ein zusätzlicher Record-Ausgang erlaubt die Verkabelung eines Aufzeichnungsgeräts oder einer Soundkarte. Für die Master-Insert-Schleife gibt es zwei Cinch-Paare, die ein unsymmetrisches Signal führen.

 Ommitronic TRM-422 Rückansicht.
Auf der Rückseite ist eine große Anzahl an Anschlüssen verbaut, hier lassen sich auch DVS-Soundkarten problemlos verkabeln.

Praxis

Der Omnitronic TRM-422 lässt sich dank der zahlreichen Anschlüsse problemlos zu Hause, aber auch in einer professionellen Anwendungsumgebung nutzen. Plattenspieler, Mediaplayer und Soundkarten können bequem verkabelt werden und auch DVS-Systeme wie Traktor, Serato etc. kann man dank der zusätzlichen Ausgänge in den Kanälen problemlos nutzen. Wer das Design des Geräts aufpeppen möchte, findet auf der Webseite von Omniwoodkit eine auf den Mixer zugeschnittene Holzverkleidung.

Da der Mixer einen schlüssigen Aufbau besitzt, muss man für die Einarbeitung keine großen Zeitressourcen reservieren. Nach dem Starten der Zuspieler lassen sich die Tracks gezielt mit den EQs bearbeiten und die Pegel mit den Potis sehr gut dosieren. Hierbei möchten wir aber nicht verschweigen, dass die Verarbeitungsqualität bei unserem Testmodell ein paar kleine Fragezeichen hinterlassen hat, denn einige Lautstärkepotis waren etwas schwergängig und die Mittenrasterungen der EQs verschoben. Nach Rückfrage beim Hersteller sollte das bei den Serienmodellen aber nicht vorkommen.

Für den Mixvorgang kann der Crossfader zusätzlich zu den Potis genutzt werden. Der Kurvenverlauf des leicht gleitenden Crossfaders ist zudem auf der Vorderseite stufenlos anpassbar, hier kann man bei Bedarf sehr scharfe Cut-Einstellungen wählen. Mit dem Multimode-Filter lassen sich Übergänge sehr schön modellieren oder Spannungsbögen in Mixen erzeugen. Die Beimischung der Resonanz hat uns hier besonders gut gefallen. Wer sich noch weiter kreativ austoben möchte, nutzt den Masterisolator für passgenaue Frequenz-Eingriffe. Die Kontrolle der Parameter mit den großen Potis macht richtig Laune.

Für größere Setups können zwei zusätzliche Effektgeräte an den TRM-422 angeschlossen werden und zur Bearbeitung der Kanal- und/oder Mastersignale genutzt werden. Das Routing für die Kanalsignale erfolgt durch die Aktivierung der Filterschaltung und eröffnet interessante Kombinationsmöglichkeiten, da man somit die Effekte und das Filter parallel nutzen kann.

Der Gesamtklang des Mixers ist solide, Störgeräusche oder Ähnliches sind uns nicht aufgefallen.

Erweiterungen

Durch die Anschlussmöglichkeiten für zwei Mikrofone lässt sich der Mixer im mobilen DJ-Einsatz nutzen, aber auch wenn gesangliche Zusatzbeiträge oder MC-Einlagen für ein DJ-Set gewünscht sind. Leider kann man die Mikrofonsignale nicht in die Effektschleife einspeisen.

Eine sehr praktische Erweiterungsoption bietet die Miniklinkenbuchse auf der Oberseite, da sich hier mobile Zuspieler spontan verkabeln lassen, um beispielsweise auf Streamingdienste zugreifen zu können.

Alternativen

Fazit

Der vierkanalige Rotary-Mixer Omnitronic TRM-422 hat uns im Praxiseinsatz überzeugt und bietet einen erfreulich großen Einsatzradius. Klar ist das Rotary-Konzept nicht für alle DJs interessant, doch das Gerät holt dank Crossfader und Anschlussmöglichkeiten für DVS-Soundkarten auch Nutzer:innen mit ins Boot, die bei puristischen Ausführungen dieser Mixergattung leer ausgehen. Der TRM-422 liefert einen soliden Sound und ist mit einem gut klingenden Resonanz-Filter ausgestattet. Für die Bearbeitung der Mastersignale gibt es zudem den bereits von seinen Geschwistern bekannten Dreiband-Isolator. Zusätzliche kreative Mixausflüge gelingen durch den Anschluss externer Effektgeräte für die Kanal- und Mastersignale und auch die Verkabelung von Mikrofonen und Smartphones ist sehr komfortabel. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei einem Preis von 789 Euro absolut fair. Wir können diesen Rotary-Mixer allen empfehlen, für die das Drehregler-Konzept infrage kommt und die keine Großinvestition in Boutique-Mixer tätigen möchten.

Pro

Einfach zu bedienen
Viele Anschlussmöglichkeiten für Zuspieler
DVS-Soundkarte integrierbar
Gut klingendes Multimode-Filter
Gut steuerbarer Dreiband-Isolator
Erweiterbar durch externe Effektgeräte
Faires Preis-Leistungs-Verhältnis

Kontra

Keine Talk-Over-Funktion
Filter-/Effektweg nicht für Mikrofone nutzbar

Preis:

798,00 EUR

Weitere Informationen gibt es auf der Website von Omnitronic.

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit DVS-Systeme, Omnitronic, Rotary Mixer, TRM-422

Geschrieben von:
Boris Alexander

Deine
Meinung:
Test: Omnitronic TRM-422 | Rotary-Mixer

Wie findest Du den Artikel?

ø:
Bewertung abgeben