Test: Pioneer DJ DDJ-1000SRT – Serato-Controller

Test: Pioneer DJ DDJ-1000SRT – Serato-Controller

Tests 5. Oktober 2019

Pioneer DJ stellt mit dem DDJ-1000SRT einen neuen Serato-DJ-Controller vor, der sich an Performance-DJs richtet. Wer bei der Modellbezeichnung stutzig wird, irrt nicht, denn im letzten Jahr gab es bereits einen Rekordbox-DJ-Controller namens DDJ-1000, den wir für euch getestet haben. Weiß die Serato-DJ-Version ebenfalls zu überzeugen? Und wie unterscheiden sich die Geräte?  

DJ-Controller

Der DDJ-1000SRT zählt zu den größeren Vierkanal-Controllern und misst stattliche 708 x 361 x 73 Millimeter. Der Zeiger der Waage bleibt bei sechs Kilogramm stehen, unmöglich ist ein Einsatz als mobiles Gerät somit nicht, es lohnt sich allerdings die Anschaffung eines Casesum Transportschäden zu vermeiden. Der Controller wird für 1499 EUR angeboten, im Preis enthalten ist neben dem Gerät die Software Serato DJ Pro. Wer das Glück hat, eines der ersten 5000 Modelle zu erwischen, bekommt auch noch die komplette Serato DJ Suite dazu. Die Suite kostet im Online-Shop des Herstellers 299 US-Dollar und beinhaltet neben Serato DJ Pro die Erweiterungen Play, Video, DVS, FX, Flip und Pitch'n'Time.    

Der DDJ-1000SRT von Pioneer DJ in der Schrägsicht.
Der Pioneer DJ DDJ-1000SRT bietet viel Platz zum Arbeiten und sehr gut reagierende Jogwheels.

Decks

Die beiden großzügig dimensionierten Decks des sehr gut verarbeiteten Geräts sind mit imposanten 20-Zentimeter-Jogwheels ausgestattet, deren Drehwiderstand anpassbar ist. In der Mitte der Wheels befinden sich Farbdisplays, die den Nutzer mit mixrelevanten Zeit- und Tempoinformationen versorgen. Die Bedienelemente in den Decks sind sinnvoll platziert, haben eine ansprechende Haptik und erlauben eine treffsichere Funktionssteuerung. Neben Transporttasten gibt es spezielle Taster zur Aktivierung von Loops, Beat Jump sowie der Quantisierungs- und Slip-Funktion. Fader mit einem langen Regelweg von zehn Zentimetern erlauben Tempomodifikationen, und auch Tonart-Anpassungen sind per separater Taster möglich. Wichtig für Performance-DJs: Der DDJ-1000SRT bietet pro Deck acht mehrfarbig beleuchtete Pads, die zur Kontrolle der kreativen Funktionen in Serato DJ Pro dienen.

Mixer

Der vierkanalige Mixerbereich präsentiert sich als professionelle Arbeitsumgebung und bietet einen herstellertypischen, praxisgerechten Workflow. Die Kanalzüge sind mit LED-Ketten zur optischen Pegelüberwachung und griffigen Trim- und EQ-Potis versehen. Zum Mixing stehen gut dosierbare Fader mit einem Regelweg von 4,5 Zentimetern bereit. Die Zuweisung zum butterweich gleitenden Magvel-Crossfader  kann frei erfolgen. Etwas schade ist, dass es weder einen Hamsterswitch-Schalter noch Verlaufskurvenregler gibt und zur Justierung des Cut-Lags das Systemmenü genutzt werden muss.

Neben den vier Kanalzügen, die digitale Musiksignale aus Serato oder analoge von externen Zuspielern verarbeiten können, gibt es eine Mikrofonsektion, die zwei Pegelregler, einen Zweiband-EQ und eine Aktivierung für eine Talkoverfunktion bietet und MC-Einlagen oder Durchsagen ermöglicht. Der DDJ-1000SRT ist zudem mit Pegelreglern für den Sampler und die Booth- und Masterausgangssignale versehen, sodass sich alle ein- und ausgehenden Signale zentral kontrollieren lassen. 

Für kreative DJ-Sets stehen die vier ordentlich klingenden Sound Color FX D. Echo, Pitch, Noise und Filter parat, die mit Drehreglern in den Kanalzügen aktivierbar sind, aber keine anpassbaren Parameter bieten. Darüber hinaus gibt es 14 Beat FX, die sich individuell auf die Eingangsquellen, Mikrofone und den Sampler verschalten lassen oder das komplette Ausgangssignal bearbeiten. Die Zusammenstellung hat mir gut gefallen, sie umfasst Low Cut Echo, Echo, MT Delay, Spiral, Reverb, Trans, Enigma Jet, Flanger, Phaser, Pitch, Slip Roll, Roll und zwei Mobius-Effekte. Die Beat FX können bearbeitet werden, ein kleines Display blendet die aktuellen Parameter ein, damit ein gezieltes Vorgehen möglich ist. 

Der DDJ-1000SRT von Pioneer DJ von oben.
Der Mixerbereich verfügt über vier vollständig ausgestattete Kanalzüge und Onboard-Effekte, die auch im Standalone-Modus nutzbar sind.

Anschlüsse 

Auf der Rückseite des Pioneer DJ DDJ-1000SRT befinden sich die übersichtlich platzierten Anschlüsse. USB-Buchsen in doppelter Ausführung erlauben den Anschluss von zwei Computern und die Nutzung der druckvoll klingenden Soundkarte, die mit 24 Bit und 44,1 Kilohertz arbeitet. DJ-Wechsel gehen somit unterbrechungsfrei von der Hand und auch DJ-Teams können den Controller bequem nutzen. Im Bereich der Eingänge stehen zwei Line- und zwei kombinierte Line-/Phonoeingänge parat sowie zwei Mikrofonanschlüsse. Das Masterausgangssignal verlässt das Gerät über XLR- und Cinch-Buchsen und die Verkabelung einer Monitoranlage gelingt über Klinkenbuchsen. Das Pioneer-DJ-Gerät kann hierdurch direkt an eine professionelle PA angeschlossen werden. Auf der Vorderseite lassen sich Kopfhörer an 3,5-Millimeter- und 6,3-Millimeter-Buchsen bequem anschließen.

Der DDJ-1000SRT von Pioneer DJ von hinten.
Auf der Rückseite können zahlreiche Zuspieler und auch zwei Computer angeschlossen werden.

Auflegen mit Serato DJ Pro

Serato DJ Pro unterstützt den Pioneer DJ DDJ-1000SRT ab der Version 2.2.2 und das Zusammenspiel gelingt wie gewohnt per Plug&Play. Songs lassen sich mit den Encodern in den Decks des Controllers einfach laden und mit den sehr direkt reagierenden Bedienelementen gezielt kontrollieren, sodass ein manuelles Beatmaching treffsicher durchführbar ist. Alternativ kann auch eine automatische Angleichung per Sync-Funktion erfolgen, gerade wer mit vier Decks mixt, wird dieses zu schätzen wissen.

Die Songsteuerung mit den großen Jogwheels funktioniert hervorragend, hier lassen sich keine Unterschiede zu den Mediaplayern CDJ-2000NXS2 feststellen. Pitch-Bends, Backspins und Scratch-Manöver gelingen problemlos, anspruchsvolle Anwender kommen hier voll auf ihre Kosten. Zusätzliche kreative Funktionen lassen sich bei optional aktivierbarer Quantisierung mit den ebenfalls recht großen Pads zielgerichtet steuern. Die Pads bieten Zugriff auf HotCue-Punkte, Roll-, Slicer- und verschiedene Loop-Funktionen sowie Pitch-Play und Samples. Letzteres erfolgt leider ohne Anschlagsdynamik, hier kann man sich aber durch manuelle Lautstärkesteuerungen im Mixerbereich behelfen.

Mixing und externe Zuspieler

Das Mischen der digitalen Tracks gelingt mit den Bedienelementen der Mixersektion sehr gut und übersichtlich, verkabelt man zusätzliche Geräte wie Mediaplayer (LINK) oder Plattenspieler (LINK), so lassen diese sich per Quellenumschalter in den Kanalzügen sehr einfach einbinden. Die Equalizer greifen unaufdringlich in das Klangbild ein, sodass die Songübergänge harmonisch klingen, und das Cut-Lag des Crossfaders lässt sich für präzise Scratch-Manöver auf unter einen Millimeter einstellen. Gut gefallen hat mir hierbei, dass alle Effekte (Sound Color und Beat) von allen Soundquellen nutzbar sind und auch im Standalone-Modus zur Verfügung stehen. Diese Umsetzung kompensiert meiner Meinung nach auch die Tatsache, dass der Controller keine Möglichkeiten bietet, die Serato-eigenen Effekte zu steuern. Möchte man auf die Software-Effekte aber nicht verzichten, kann man diese mit einem zusätzlichen Gerät kontrollieren. 

Unterschiede zum DDJ-1000

Wer den Test bis hierhin aufmerksam gelesen hat, wird feststellen, dass die beiden Controller DDJ-1000SRT und DDJ-1000 bezüglich ihrer Ausstattung und Funktionen sehr ähnlich sind. Die beiden Geräte besitzen aber leicht voneinander abweichende Layouts, vor allem die Pad-Belegungen, aber auch einige Taster sind hiervon betroffen, zudem sind die Controller exklusiv an eine Software gekoppelt. Die Tatsache, dass eine alternative Software-Kombination nicht möglich ist und somit der DDJ-1000SRT nur mit Serato DJ Pro und der DDJ-1000 nur mit Rekordbox DJ funktioniert, könnte man natürlich bemängeln. Ich denke aber, dass man bei einem Universal-Controller zu viele Kompromisse eingehen müsste und die Bedienung gerade bei einem Performer-Device, bei dem es auf ein schnelles und zielsicheres Arbeiten ankommt, sicherlich nicht zufriedenstellend wäre.

Fazit

Der Pioneer DJ DDJ-1000SRT ist ein gelungener Serato-DJ-Controller, der sich für professionelle Einsätze empfiehlt. Das Gerät ist hervorragend verarbeitet und großzügig dimensioniert, sodass ein bequemes Trackmixing erfolgen kann. Die sehr feinfühlig reagierenden Jogwheels sowie die großen Pads und auch die Mixerausstattung mit Magvel Crossfader und Onboard-Effekten, machen den DDJ-1000SRT für Performance-DJs, aber auch für mobile-DJs interessant. Praktisch ist zudem die doppelte Ausstattung mit USB-Ports, da somit ein unterbrechungsfreier Wechsel möglich ist. Kleine Details wie die fehlende Steuerung für die Software-Effekte oder eine nicht implementierte Anschlagsdynamik für die Pads stehen der positiven Bewertung gegenüber. Hier sollte man vor dem Kauf abwägen, ob sich eine Auswirkung auf die eigene Arbeitsweise ergibt oder ob man mit den gewählten Umsetzungen leben kann. 

 

Pro

Großzügig dimensioniert
Sehr gute Verarbeitung
Übersichtliches Layout
Große, feinfühlige Jogwheels
Onboard-Effekte
Magvel Crossfader

Kontra

Software-Effekte nicht steuerbar
Pads ohne Anschlagsdynamik

 

Preis: 1499 EUR
Weitere Informationen gibt es auf der Website von Pioneer DJ.

1 Kommentare zu "Test: Pioneer DJ DDJ-1000SRT – Serato-Controller"

Lutz 5. Oktober 2019 • 16:45 Uhr

Kleine Korrektur ist notwendig: Es gibt bereits ein privat erstelltes und veröffentlichtes Mapping des DDJ-1000 für Traktor Pro 3. Er kann also durchaus für mehr als nur für Rekordbox verwendet werden. ;-)

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