"Toxische Arbeitsbedingungen": Beatport reagiert auf Vorwürfe von VICE-Artikel

News.1. September 2022

Der Beatport-CEO Robb McDaniels zeigt sich sehr enttäuscht von den Vorwürfen und ist "mit der allgemeinen Darstellung des Unternehmens" nicht einverstanden. 

Am 23. August machte ein Bericht von VICE über die Arbeitsbedingungen bei Beatport die Runde. Mehrere aktuelle und ehemalige Mitarbeiter:innen beklagen dabei Sexismus, Mobbing und Rassismus am Arbeitsplatz. Als Beispiele werden unter anderem Herabwürdigungen junger Mitarbeiter von Chefstrategen Terry Weerasinghes und Trauernachrichten von Vertriebsleiter Jonas Tempel zum Tod DJ Erick Morillo, der mehrfach der Vergewaltigung beschuldigt wurde, genannt. Außerdem wurden rassistische Bemerkungen bei einem Zoom-Anruf kritisiert und fehlende Unterstützung bei den Black Lives Matter-Protesten angeprangert.

Drei Tage nach der Veröffentlichung auf VICE folgte eine Antwort von CEO McDaniels. In einem ausführlichen Statement geht der Chef einer der größten Musik-Streaminganbieter auf die Anschuldigungen ein. "Während wir mit der Gesamtdarstellung des Unternehmens durch die Reporterin in dem Vice-Artikel nicht einverstanden sind, möchte ich unmissverständlich erklären, dass ich jede ungerechte und unfaire Behandlung eines Mitarbeiters in der Geschichte unseres Unternehmens aufrichtig bedauere", schrieb McDaniels am Anfang des Statements.

Danach drückt McDaniels Mitgefühl für Mitarbeiter:innen aus, die sich unter seiner Führung "unsicher" oder "nicht gestärkt" fühlen. Bei diesen Mitarbeiter:innen möchte er sich daher entschuldigen. Danach beschwert sich der CEO darüber, dass der Artikel nicht auf die Fortschritte in der Unternehmenskultur aufmerksam macht. Er fügte hinzu: "[Der Artikel] geht nicht auf die Fortschritte und das Wachstum ein, das dieses Unternehmen in den letzten Jahren gemacht hat, um unsere Mitarbeiter zu sensibilisieren, die Vielfalt zu erhöhen und mit der breiteren Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um ein Schlaglicht auf sehr reale Probleme in unserer Branche zu werfen. Rassengleichheit, Geschlechterparität, Mitarbeitersicherheit, psychische Gesundheit und die Vitalität der Gemeinschaft sind Themen, mit denen sich die gesamte Beatport-Gruppe täglich beschäftigt."

Beatport listet Projekte für Vielfalt auf

In der Folge listet McDaniels zehn Errungenschaften auf, die Beatport in den letzten Jahren umgesetzt hat. Dazu gehören Statistiken wie die, dass 17 Prozent des Ingenieurteams ((liegt über dem Durchschnitt von Softwareunternehmen) bzw. 40 Prozent der leitenden Angestellten der Musikabteilung weiblich oder nicht binär sind. Anschließend werden noch einige Projekte aufgezählt, die sich mit Vielfalt und Integration von Seiten von Beatport beschäftigen.

Der VICE-Artikel stammt übrigens von Annabel Ross, die im Juni von einem Festival ausgeladen wurde, weil sie in der Vergangenheit zwei Artikel über sexuelle Missbrauchsvorwürfe von einem Freund des Veranstalters veröffentlicht hatte. Wir haben zu diesem Fall berichtet. Nach dem Artikel von Ross setzte die Black Artist Database (B.A.D.) ihre Partnerschaft mit Beatports Redaktionszweig Beatportal aus, da sie den Fall erst "intern untersuchen" müssen.

Den VICE-Bericht gibt es hier, die Antwort von Beatport CEO McDaniels kann hier eingesehen werden.

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Redaktion