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Überblick: Fünf Alternativen zu Beatport

Überblick: Fünf Alternativen zu Beatport

Features.25. Juli 2022

Beatport Alternativen: CDs kommen erst langsam wieder und Vinyl ist trotz des anhaltenden Hypes ein selten zu beobachtendes Abspielmedium im Bereich elektronischer Musik. Dazu kommt es durch die anhaltende Rohstoff-Knappheit vermehrt zu langen Wartezeiten und verschobenen Release-Dates und damit zu einer Art Krise (hier mehr dazu) - vom der Belastung der Umwelt mal ganz abgesehen. Die meisten DJs verwenden in ihren Sets aber vor allem digitale Datei-Formate wie MP3s und WAVs. Diese lassen sich nutzerfreundlich rund um die Uhr von überall auf der Welt aus herunterladen und anschließend praktikabel auf der Festplatte, dem USB-Stick oder in der Cloud speichern.

Eine der beliebtesten Internet-Plattformen für Musikdownloads in der elektronischen Musik ist Beatport. DJs nutzen das enorm breit gefächerte Angebot des populären Dienstes, um sich auf dem Laufenden zu halten. Gut neun Millionen Tracks sind laut Beatport im eigenen Store. Neben exklusiven Veröffentlichungen, Vorbestellungen und Empfehlungen der Redaktion zeigen vor allem die Beatport-Charts den Stellenwert des Portals: In der Branche werden die an den Verkaufszahlen gemessenen Chart-Platzierungen noch immer wie eine Auszeichnung gehandelt. Hohe Rankings lassen auf eine große Aufmerksamkeit der DJ-Kundschaft hoffen und werden im Bestfall mit Bookings belohnt.

Beatport ist als Plattform also mehr als etabliert. Dabei sprechen einige Gründe dafür, als DJ über den Tellerrand schauen. Zum einen ist der Marktführer nicht immer der preiswerteste Anbieter am Markt. Zum anderen bietet er "nur" die Datei-Formate MP3, WAV und AIFF an. Das Open-Source-Format FLAC sucht man hier vergebens. Zum anderen haben immer wieder wirtschaftliche Missstände des Unternehmens gezeigt, dass man sich bei der Suche nach neuer Musik für seine Sets nicht von einem einzigen Anbieter abhängig machen sollte. Zu guter Letzt ist es auch nicht unbedingt inspirierend, permanent in der Komfortzone Beatport nach neuer elektronischer Musik zu suchen. Alternative Portale können durch andere Verkaufskonzepte, kuratierte Inhalte und eigene Suchalgorithmen einen erfrischenden Impuls bei der Suche nach unbekannten Künstler:innen und Labels geben. Deshalb möchten wir euch mit diesem Überblick fünf Beatport Alternativen vorstellen.

Juno Download

Juno Download wurde 2006 gegründet und ist eine eigenständige Plattform des bekannten, britischen Vinyl-Online-Shops Juno Records. Mit mehr als über fünf Millionen Tracks im Portfolio ist Juno Download für DJs eine naheliegende Alternative zu Beatport. Mit den Audio-Formaten MP3 in 192 oder 320 kbps, WAV, FLAC, AIFF und ALAC deckt der Service verglichen zu Beatport sogar eine größere Format-Range ab. Durch Kooperationen mit Labels bietet Juno Downloads zudem exklusive Veröffentlichungen an. Juno Download ist aber nicht nur interessant für den Erwerb von digitaler elektronischer Musik, im Angebotsspektrum finden sich wie bei Beatport auch Sample-Packs. Außerdem kann der Web-Player von Juno ähnlich wie bei SoundCloud in die eigene Webseite eingebunden werden.

Traxsource

Die Gründer Marc Pomeroy und Brian Tappert von Traxsource, die selbst als Producer und Labelbetreiber aktiv sind, halten vor allem die Fahne für das Musikgenre House hoch. Der Grundstein für ihren Online-Musikdienst für elektronische Musik wurde 2004 gelegt. Mittlerweile sind mehr als 20.000 Labels und 250.000 Artists auf ihrer Plattform zu finden. Der amerikanische Spezialist für Soulful, Deep, Classic und Afro House bietet DJs und reinen Musikkonsument:innen zudem die Audio-Formate MP3, WAV und AIFF an.

Bleep

Bleep wurde 2004 vom Londoner Instanz Warp Records ins Leben gerufen. In den ersten vier Jahren verkaufte man ausschließlich Musikdownloads. 2008 wurde das Portal um den Verkauf bzw. Versand von physischen Tonträgern erweitert. Auf der Website finden sich fein selektierte Musikveröffentlichungen von britischen und internationalen Independent-Labels, die im Dunstkreis elektronischer Musik beheimatet sind. Die Downloads stehen in den Audio-Formaten MP3, WAV und FLAC zur Verfügung. Außerdem lassen sich zum Teil hochaufgelöste 24-bit WAV-Dateien beziehen. Preislich ist man bei beiden Formaten durchaus auf Augenhöhe mit Beatport.

Bleep gehört zu den Beatport Alternativen.

7Digital

Wo Beatport mit seiner Community und seinem Status punktet, sind es beim Download-Store 7digital die schieren Zahlen. Mit über 900.000 Labels und Verlage, 81 Millionen Songs (im Beatport-Store gibt es 9 Millionen Tracks) und MP3 und FLAC als Kaufoptionen ist man breit aufgestellt. Zwar liegt 7Digital preislich leicht über Beatport, wer aber außerhalb der von Beatport angebotenen Genres stöbern möchte, findet kaum einen Store mit derart vielen Tracks. Dazu gibt es bei einer wachsenden Zahl von Veröffentlichungen die Möglichkeit, diese im hochqualitativen 24-bit-FLAC-Format zu kaufen. Unkomprimierte WAV-Dateien gibt es bei 7Digital nicht.

Bandcamp

Eine der fairsten und interessantesten (wenn auch nicht gänzlich unproblematischen) Beatport Alternativen ist die in 2007 gegründete Online-Plattform Bandcamp. Dort vertreiben in erster Linie unabhängige Musikschaffende, aber auch etablierte Künstler:innen und mehr als 3.000 Labels digitale Audio-Files, physische Tonträger und Merchandise in Eigenregie. Es geht bei dieser Alternative zu Beatport also nicht nur um Musikdownloads oder rein elektronische Musik. Der:die Herausgeber:in kann das Verkaufsmodell selbst bestimmen, sodass Downloads zum Beispiel kostenlos (eventuell gegen Angabe einer E-Mail-Adresse) zur Verfügung stehen oder zu einem Preis erworben werden können, die der:die Käufer:in bestimmt. Als Audio-Formate stehen MP3, WAV, AIFF, FLAC, ALAC, AAC und sogar Ogg Vorbis bereit. Hier bleibt mittelfristig abzuwarten, wie sich die im März 2022 erfolgte Übernahme durch den Gaming-Riesen Epic auf die Unabhängigkeit der Plattform, was Inhalte und Features betrifft, auswirkt.

Bandcamp gehört zu den Beatport Alternativen.

Veröffentlicht in Features und getaggt mit 7 Digital, Alternativen, Bandcamp, Beatport, Bleep, Juno Download, Traxsource

Geschrieben von:
Tobias Homburger

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