ULTRAMIXER 3 – Test

ULTRAMIXER 3 – Test

Archiv 22. Juni 2011

Wer hinter UltraMixer ein weiteres Traktor/Itch/VDJ Pendant vermutet, der irrt. UltraMixer richtet sich vor allem an Mobil-DJs sowie Tanzschulen, Bars und Gastronomie.
Lange Zeit gab es in diesem Bereich keine wirkliche Alternative zum mittlerweile zur Legende gewordenen BPM-Studio, doch die Zeit bleibt bekanntlich nicht stehen. Mit UltraMixer 3 bringt das gleichnamige Entwicklerteam aus Dresden ein umfangreiches und multifunktionales Werkzeug auf den Markt, das neben vielfältiger Playlistenoptionen (separate Playliste für jedes Deck, Warte- & Wunschliste) auch mit zahlreichen vorprogrammierten MIDI-Mappings für diverse DJ-Controller aufwartet.

Die Fakten:
• zwei virtuelle Decks & Previewplayer-Funktion
• interner Zweikanal-Mixer mit Auto-DJ Funktion
• 3-Band-EQ mit Killfunktion, Panning, Monitorlevel (zum Vorhören) und Gain pro Deck
• 3 Effekte (Flanger, Cut, Res) pro Deck
• Mastersektion mit 31-Band-EQ, Aufnahmefunktion & Autogain
• wahlweise separate Playliste pro Deck bzw. „klassische“ Verzeichnis-/Playlistenansicht
• die Widgets in der Infosektion zwischen den Decks können individuell angepasst werden
(als Widgets stehen u.a. Sampler, Coveranzeige, Uhr, Notizblock, MIDI-Panel usw. zur Verfügung)

UltraMixer ist ein DJ-Tool, das vornehmlich für Mobil- und Wedding-DJs gedacht ist. Aber auch in der Gastronomie findet es seine Verwendung, vor allem durch die optionalen separaten Playlisten für jedes der beiden Decks. Zudem lassen sich die Audiosignale der Decks auf unterschiedliche Soundkarten routen, womit man dann bspw. zwei Bereiche getrennt beschallen kann, und das eben vollautomatisch.
Die Widgets und Playlisten lassen sich individuell anpassen, einstellen und anordnen. So kann jeder seine für sich wichtigen Informationen dort platzieren, wo er sie gerne hätte.

um3_midi_aZum Steuern kann man die Mouse, die Tastatur oder aber einen von zahlreichen vordefinierten MIDI-Controllern verwenden. Da die MIDI-Mappings nicht selbst erstellet werden können, ist man auf die vom Hersteller ausgewählten Geräte angewiesen, die aber wie bereits erwähnt sehr vielfältig sind. Im Gegensatz dazu kann das Keyboard-Mapping frei abgeändert und ergänzt werden. Die Kritik an dieser Stelle gilt weniger dem fehlenden MIDI-Editor, sondern eher der fehlenden Dokumentation für die Presets. Nicht immer ist die Belegung eines Controllers klar und eindeutig ersichtlich, vor allem wenn es um exotischere Funktionen geht. Eine kurze Beschreibung wäre hier sehr von Vorteil, auch im Hinblick auf die Zielgruppe.

um3_deck_aEin genauerer Blick auf die beiden Decks zeigt alle essentiellen Funktionen, wie Cue/Play/Loop/Skip und einen Pitchfader. Die Pitchrange läßt sich vordefiniert (8, 16, 32, 64 & 100 %) sowie stufenlos (1 – 100 %, in 1% Schritten) einstellen, ebenso die Schrittwerte. Über die Voreinstellungen kann man die Key-Correction aktivieren, die in UltraMixer als Timestretch bezeichnet wird. Der Sync-Button sorgt für ein automatisches Angleichen an das bereits laufende Deck, vorausgesetzt die ermittelte Geschwindigkeit & Phase sind richtig. Hierauf hat der User nämlich keinen Einfluß (wie bspw. in Traktor über die Grid-Funktion), bzw. nur über Umwege: über die ID3-Tags kann man die BPM auch manuell bestimmen und den von UltraMixer analysierten Wert ignorieren. In unserem Test hat die automatische Erkennung aber weitestgehend ganz gut funktioniert, per Autosync angeglichene Tracks liefen fast immer synchron.

um3_mixer_aKlickt man auf die Mixer-Ansicht, so sticht einem der Auto-DJ mit Überblendkurve sofort ins Auge. Die Kurve sowie die Überblend-Zeit lassen sich auf die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Für jedes Deck stehen ein 3-Band-EQ mit Killbuttons, Panorama, Gain und Vorhör-Volume zur Verfügung, sowie eine Effektsektion.

um3_sampler_aDer integrierte Sampler hat 16 Slots, die bereits ab Werk mit allen möglichen Sounds bestückt sind. Es lassen sich aber problemlos eigene Samples speichern und ganze Samplebänke sichern und laden. Jedes Sample kann als Loop oder One-Shot laufen, die Slotlautstärke und Geschwindigkeit sind ebenfalls einzeln einstellbar.

Alles in allem macht das Programm einen soliden Eindruck, erledigt das was es soll durchaus zuverlässig und bietet zielgruppengerechte Features. Einige Dinge sind uns aber aufgefallen, die man evtl. verbessern könnte:
Beim Kauf von UltraMixer muß man sich nämlich vorab entscheiden, ob es denn die MAC oder PC Version sein soll, die Lizenzen sind laut Hersteller nicht auf der anderen Plattform kompatibel.
Eine Art „Experten-Modus“ für Einstellungen wäre eine feine Sache. Dieser sollte dann die Möglichkeit freischalten, z.B. Änderungen an MIDI-Mappings selbst vornehmen zu können.
Der letzte Kritikpunkt ist zwar nur kosmetischer Natur, aber trotzdem erwähnenswert. Denn eine Software, die über 200 € kostet, sollte nicht unbedingt nur in einer spartanischen DVD-Klappbox ohne Manual und sonstigen Beilagen ausgeliefert werden.
Auf der Herstellerseite gibt es übrigens auch eine Demo zum Selbst-Antesten, sowie die Vorgängerversion UM2 Free für lau zum nichtkommerziellen Gebrauch.

UltraMixer im Angebot des Musikhaus Thomann
 Herstellerseite

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