Clubsterben: Ein Viertel aller Clubs in England mussten in 6 Jahren schließen
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Clubsterben: Ein Viertel aller Clubs in England mussten in 6 Jahren schließen

News 27. Juli 2021

Das Problem von Clubschließungen ist nicht erst seit Corona präsent. In England mussten laut Radio 1 Newsbeat seit 2015 491 Clubs ihre Pforten schließen. Das ist rund ein Viertel aller Clubs. 

Auch wenn in England seit Mitte Juli alle Corona-Maßnahmen aufgehoben worden sind, kommt der Restart der Clubszene für viele Clubs zu spät. Die Zwangsschließungen aufgrund der Pandemie gab vielen Clubs den Todesstoß, die Überlebenskämpfe für englische Clubs werden allerdings schon länger geführt. Schon von 2005 bis 2015 mussten fast die Hälfte aller Clubs schließen.

UK Hospitality hat jetzt neue Zahlen veröffentlicht. Demnach gab es 2015 1.694 Clubs in England, im Februar 2021 waren es nur noch 1.203. Laut Kate Nicholls von UK Hospitality haben viele Clubs aufgrund von Covid-19 "im Winterschlaf verharrt". Zwar haben sie "den schwarzen Schwan Covid überlebt", müssen aber noch "mit den großen Schulden zurechtkommen". Daher erwartet Nicholls dass in den nächsten zwei Jahren viele weitere Clubs "umfallen werden". Ein Beispiel ist der Welly Club in Hull, der nach 100 Jahren aufgrund der Pandemie schließen musste.

Vor allem die fehlende staatliche Unterstützung wird oft kritisiert. Immerhin trägt die Clubindustrie jährlich 30 Milliarden Pfund bei. Laut Simeon Aldred von Printworks ist es der Regierung "einfach egal". Dem widerspricht ein Sprecher der Regierung: "Nachtclubs haben immer noch Zugang zu unserem beispiellosen 352-Milliarden-Pfund-Paket an Unterstützung, einschließlich der Freistellungsregelung, Darlehensbürgschaften, Schutz vor Zwangsräumung, Neustart-Zuschüsse im Wert von bis zu 18.000 Pfund und Erleichterungen bei den Unternehmenssteuern." Scheinbar nicht genug für viele Clubs.

Diskussionen zu Clubschließungen in England haben schon öfter für Schlagzeilen gesorgt. So stand der legendäre Fabric Club in London kurz vor der Schließung, da zwei Teenager an starkem Mischkonsum gestorben sind. Auch sonst gibt es oft Probleme mit Genehmigungen und der Eröffnung neuer Clubs. Auf einen Status wie in Deutschland, bei dem Clubs bald rechtlich als "Kulturstätten" gesehen werden könnten, muss England noch warten.

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Redaktion

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