Ada Hegerberg sollte (Sport-)Geschichte schreiben: 2018 wurde das erste Mal der in Fußballerkreisen als Individualauszeichnung nicht zu übertreffende 'Ballon d'Or' auch an eine Frau überreicht. Die Norwegerin von Olympique Lyon ist die erste Gewinnerin dieses prestigeträchtigen Preises, mit dem sich in den letzten Jahren vor allem Weltstars wie Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi schmücken durften. Die Preisverleihung wurde dabei unter anderem von DJ Martin Solveig moderiert, der den historischen Moment dazu nutzte, seine patriarchalische Anschauung zu präsentieren und einen sexistischen Kommentar loszulassen.

Den Moment muss man sich mal kurz vorstellen: Da wird dem eh schon im Vergleich zu den Männern extrem mit Ignoranz gestrafte Frauenfußball für einen Augenblick mal so etwas wie verdiente Aufmerksamkeit zuteil, die Siegerin hält als Dankesrede ein an Mädchen und Frauen gerichtetes motivierendes Plädoyer und der Moderator fragt im direkten Anschluss: "Kannst du twerken?" Was sich wie ein schlechter Witz aus der Herrenumkleide liest, hat sich genau so bei der Vergabe des Ballon d'Or 2018 zugetragen. Die 23-Jährige verneinte, wendete sich sichtlich erschüttert über die Reduzierung auf ihren weiblichen Körper ab und wollte schon gehen, Co-Moderator David Ginola musste sie zum Bleiben bewegen.

Solveigs Glanzstunde führte in der Folge verständlicherweise zu harschen Reaktionen, so wurde der Wikipedia-Beitrag des französischen EDM-DJs kurzzeitig um den Absatz "He is also a breathtakingly sexist and very lucky not to have been kicked square in the balls by Ada Hegerberg" ergänzt. Auch kommentierte der britische Tennisstar Andy Murray den Vorfall: "Ein weiteres Beispiel für den lächerlichen Sexismus, den es im Sport immer noch gibt."

Solveig selbst meldete sich kurz darauf in einem Entschuldigungsvideo, in dem er angab, dass es sich um einen schlechten Witz handelte. Dieser sei auch noch zusätzlich dadurch verzerrt worden, dass der Franzose schlecht Englisch sprechen würde. Merkwürdig wirkte dabei, dass er den Kommentar in seiner Muttersprache abgab. Immerhin entschuldigte sich Solveig nachträglich noch persönlich bei Hegerberg.

 

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