Essentials: Keinemusik
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Essentials: Keinemusik

Features 20. Juli 2019

Es war der Samstag des Fusion Festivals. In der aufkommenden Hitze suchten immer mehr Menschen einen Platz in der schattigen Waldlichtung der Bachstelzen. Nicht aber um dort der Sonne zu entkommen, an diesem Nachmittag betraten nämlich &ME, Adam Port, Reznik und Rampa die Bühne. Ein Keinemusik-Showcase im Mikrokosmos der Bachstelzen, a match made in heaven. Eine mehr als angemessene Feier des eigenen Jubiläums und auch Ausdruck dessen, welchen Weg das Berliner Label nun in zehn Jahren gegangen ist. Vom ersten Track an verbanden sich die Menge, der Sound und der Ort zu einem großen Ganzen. Vor allem auch deshalb, weil viele HörerInnen parallel mit Keinemusik ihren Weg in die elektronische Musik fanden und ihre Reise über ein Jahrzehnt mitgingen. Keinemusik steht für den Wandel der 2010er Jahre, als sich aus anfänglich minimalistischem Tech-House neue und eigenständige Stile entwickelten. Tummelte man sich in den letzten zehn Jahren hin und wieder auf den Tanzflächen der Welt, so wird man zwangsläufig mit den zahlreichen Hits des Labels in Berührung gekommen sein. Wir sagen: Ehre, wem Ehre gebührt. Anlässlich dieses Jubiläums werfen wir einen Blick zurück und stellen euch sieben essenzielle Tracks von Keinemusik vor:

David Mayer - Oenske

David Mayers Nacktenordner EP ist die Geburt des Labels. Mit vier klassischen Tech-House-Tracks erblickte Keinemusik im März 2009 das Licht der Welt. Auf Oenske streut Mayer schon erste organische Elemente mit ein und ebnet den Weg, den Keinemusik die letzten zehn Jahre ging. Auch wenn Mayer mittlerweile das Label verlassen hat, hier liegen die Ursprünge.

Adam Port - Someone To Love

Auf Someone To Love verwandelt Adam Port Mary J Bliges gleichnamigen Song (die sich wiederum an You Roam When You Don't Get It At Home von The Sweet Inspirations bediente) in eine hypnotische Tech-House-Reise. Der Track sprüht nur so vor Soul-Einflüssen und bricht Keinemusik-typisch durch jede Menge organische Sounds mit den Konventionen des Tech-House-Genres.

NR& - Broken Toy

NR& ist die Kombination aus Nomi, Rampa und &Me. Mit Broken Toy bewegen sie sich etwas außerhalb des sonstigen Clubkontexts. Zwar spielt sich der Track noch im Rahmen des Deep House ab, das gemächliche Tempo und die Vocals lassen allerdings schon jene R'n'B-Einflüsse anklingen, die Keinemusik 2017 auf ihrem Debütalbum schlussendlich ausformulierten.

&ME - Avalon

Mit Avalon schwingt sich &ME endgültig zu einem Meister des Afro House auf. Ein Dauerfeuer aus Drums und Grooves im Verbund mit einer minimalistischen Struktur. Im Gedanken simpel, in der Wirkung groß. Peaktime der Marke Keinemusik.

Rampa - The Touch

Rampa verlässt immer wieder mal die groovige Prämisse des Labels und begibt sich auf düsterere Pfade. The Touch wirkt brüchig, ja fast schon verletzlich. Mit den gehauchten Vocals und dem reduzierten Arrangement sticht Rampas Track aus dem Katalog des Labels hervor und fügt Keinemusik neue Facetten hinzu.

&ME - The Rapture Pt.II

Quasi die Antithese zu Avalon. The Rapture Pt.II ist keine energetische Peaktime-Nummer, sondern strahlt eine große Ruhe aus. Das improvisiert anmutende Piano zieht einen im Verlaufe des Tracks immer tiefer hinein. Introspektiv und fast schon meditativ zeigt &ME hier eine völlig andere Seite seines künstlerischen Outputs.

Keinemusik - Muyè

Als hätte man es gescriptet, entstand der größte Track des Labels dann ausgerechnet im Kollektiv. Muyè ist nicht nur das Zentrum ihres Debütalbums You Are Safe, mit seinen sporadischen Vocals, den melancholischen Akkorden und der Synthie-Klimax wird Muyè zur Track gewordenen Katharsis nach einer langen Nacht. Es ist Keinemusiks fokussiertester, strukturiertester und auch poppigster Output bisher. Oder wie die Redaktion beim ersten Hören schon sagte: "Das ist ein Hit."

Spotify

Viele der Klassiker, die in unseren Essentials aufgeführt werden, lassen sich aufgrund ihres Alters oder Nischenstatus nur über YouTube finden, daher verwenden wir in unserer Auflistung überwiegend diese Plattform. Um aber auch mobil einen leichten Zugriff zu haben, tragen wir bei Spotify auffindbare Tracks in thematischen Playlists zusammen und ergänzen diese um weitere Beispiele aus dem jeweiligen Genre.

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