Essentials: New Deep House

Essentials: New Deep House

Features 12. Mai 2019

Unter dem Begriff Deep House vereinen sich mittlerweile zahlreiche verschiedene musikalische Formen, die klanglich nur wenig miteinander zu tun haben. Wankelmut, Âme oder Kerri Chandler werden unter Deep House gelabelt, obwohl ihre Musik extrem unterschiedlich ist. Dass dem so ist, hat unterschiedliche Gründe (wie in unserem historischen Exkurs zu Deep House nachzulesen), zeigt aber vor allem eins: Begriffe und Genres sind nicht immer klar definiert und ändern sich vor allem im Laufe der Zeit in verschiedenste Richtungen. Um den Unklarheiten ein wenig entgegenzuwirken, stellen wir euch hier einige der essenziellen Tracks des „New Deep House“ vor. Ein Stil, der sich vor allem rund um die 2010er Jahre etabliert hat und sich als eine der dominantesten Formen in der Clubmusik etablierte.

Mano Le Tough - Primative People (Tale Of Us Remix)

Tale Of Us stellen zweifelsohne eine Art Zäsur in der Clubmusik dar. Durch ihren düsteren, melodischen Sound entwickelten sie sich rasend schnell zu einem der größten Player in der Szene. Ihr Remix von Mano Le Toughs Primative People ist nicht nur einer ihrer größten Hits, sondern beinhaltet nahezu alles, was den Tale-Of-Us-Kosmos ausmacht. Ein Arpeggio-Bett, Synthie Drones und der Hang zum cineastischen Bombast.

Howling - Howling (Âme Remix)

Frank Wiedemanns und Kristian Rädles (aka Âme) Howling Remix repräsentiert das Introvertierte in der neuen Deep House Musik. Mit einer ordentlichen Prise Indie Touch angereichert bekommt Clubmusik hier einen leicht poppigen, aber auch intimen Anklang. Gleichzeitig katapultiert der Track auch den Sänger RY X in die Öffentlichkeit. Mit seinem unverkennbaren Falsett bewegt er sich irgendwo zwischen Thom Yorke und Justin Vernon.

David August - Epikur

Diesen Track kann man eigentlich nur mit dem Wort episch beschreiben. Bei gemächlichem Tempo von 118 bpm erschafft David August ein Dickicht aus Arpeggios, Synthie-Flächen und beweist den Mut zu großen Melodien, ohne dabei kitschig zu werden. August wandelt immer wieder auf den Pfaden von Nicolas Jaar, gibt dem Ganzen aber eine klassische Note mit. Mal sehr verkopft, mal sehr emotional. Epikur ist eindeutig Letzteres.

Noir & Haze - Around (Solomun Vox Mix)

Solomun ist derzeit wohl die größte Schnittstelle zwischen Mainstream und Szene. Sein Vox Mix von Noir & Hazes Around war 2011 der größte Hit des Jahres und kann in gewisser Weise als Symbolbild für die Entwicklung der aufkommenden Festivalkultur gesehen werden und dafür, dass mittlerweile EDM-Bühnen und Deep-House-/Techno-Bühnen ganz selbstverständlich nebeneinander stehen.

Adana Twins - Strange

Strange von den Adana Twins ist ein regelrechtes One-Hit-Wonder. Die schweren Klavier-Akkorde gepaart mit dem Vocal Sample von The Doors Frontmann Jim Morrison machen den Track zu einem hypnotischen Trip, der gleichzeitig eine entspannte Ruhe ausstrahlt.

Kettenkarussell - Maybe

Kettenkarussells Maybe ist einer der ersten Peak-Momente des neuen Wandels im Deep House. Während sich viele der Obengenannten mittlerweile dem Techno zugewandt haben, nähert sich eine neue Strömung wieder dem Organischen an. Einflüsse aus Disco, Soul und dem klassischen Deep House vermengen sich mit dem Stil der frühen 2010er Jahre. Vor allem auf Youtube bilden sich regelrechte „Influencer“-Kanäle, deren Ästhetik mit viel Nostalgie punktet. Das Faith Evans Sample verdeutlicht hier die Sehnsucht nach Eskapismus und dem Vergangenen. Maybe this will last forever …

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