MOTU MICROBOOK II – Kurzreview

MOTU MICROBOOK II – Kurzreview

Archiv 6. August 2012

Das MICROBOOK II stellt die aktuell günstigste Version eines MOTU Audio-Interfaces dar. Wir haben kurz getestet, was es kann und ob es sein Geld wert ist.Klein, stark, schwarz. Die Rede ist hier nicht von einem Espresso bei Giovanni, sondern von MOTU’s MICROBOOK II. Im robusten, schwarz lackierten Metallgehäuse verbergen sich insgesamt vier Ein- und sechs Ausgangskanäle in – soviel schon mal vorab verraten – gewohnt exzellenter MOTU-Klangqualität. Im Gegensatz zu den großen Ablegern Audio Express oder UltraLite MK3 wurde auf die Hybrid-Technik und somit auf den Firewire-Anschluß verzichtet und das Interface „nur“ mit einem USB2.0 Anschluß bestückt, der neben der Datenübertragung auch exklusiv für die Energieversorgung zuständig ist.

In der ein wenig an Apfeltelefone erinnernden Originalverpackung finden sich neben dem Interface eine Installations-CD, ein USB-Kabel sowie ein wenig Papierkram in Form von Handbuch und Garantiekarte. Nicht zu vergessen die vier aufklebbaren Gummifüße für den Metallkasten, um den es in diesem Artikel geht – auch MICROBOOK II genannt.

Anschlüsse
Auf der Vorderseite findet sich ein XLR-Mikrofon- und ein 6,3mm Klinken-Gitarreneingang, die dritte Buchse (ebenfalls in 6,3mm Ausführung) ist für den Kopfhörer reserviert. Rückseitig wird die Sache mit USB-B-Buchse, koaxialem Digital-Out, symmetrischem Line-In (2 x 6,3mm Klinke bzw. optional auch unsymmetrisch per 3,5mm Stereoklinke), Main-Out 1/2 (2 x 6,3mm Klinke symmetrisch) und Line-Out 3/4 per 3,5mm Stereoklinke komplettiert.

LED-Ketten und Bedienelemente
Die Oberfläche beherbergt diverse LED-Pegelanzeigen, Statusleuchten und zwei große Drehräder mit zusätzlicher Druckfunktion. Anhand der „Ampeln“ sieht man die Ausgangslevel vom MAIN- bzw. LINE-Out, sowie die Eingangspegel der LINE- & MIC/GUITAR-Eingänge. Über das linke Drehrad wird der Micro-Pegel ausgesteuert, per Druck können die Phantomspeisung oder das 20dB Pad zugeschaltet werden. Der rechte Drehregler ist zuständig für die Ausgangslautstärke von MAIN-Out und/oder Kopfhörer, entweder getrennt oder in Kombination, was man über dessen Druckfunktion einstellt.

microbook_3aInnere Werte
Wie schon erwähnt liefert die Soundkarte vier Ein- und sechs Ausgänge bei 24 bit Auflösung und wählbarer Samplerate zwischen 44,1 / 48 / 88,2 & 96 kHz, das Ganze mit Puffermultiplikatoren von 1 bis 14, was eine Latenz von wenigstens 2 ms bis 28 ms ergibt. Die Kanäle können entweder über das Tool „CueMix FX“ oder direkt über die verwendete Host-Software verwaltet werden. Der Vorteil der erstgenannten Variante ist die Unterstützung des im Microbook II verbauten DSPs, der für Routing und ggf. Effektierung zuständig ist und nahezu latenzfrei arbeitet.

microbook_5a

Klang
Nun, was soll man zum Klang schon schreiben? Erstens ist das immer ein etwas schwieriges, weil subjektives Unterfangen, zweitens stellt das In-Worte-Fassen subjektiver Klangeindrücke immer eine gewisse Herausforderung dar und drittens steht in blauen Lettern „MOTU“ auf der Aluminiumkíste. Was das bedeutet? Ganz einfach: der Klang ist absolut amtlich, wie nicht anders zu erwarten war. Klar, deutlich, druckvoll, sauber, detailliert – Punkt. Die Eingangswandler verrichten ebenfalls solide ihren Dienst und bringen Analoges in sehr guter Qualität auf die digitale Ebene.
Über CueMix Fx besteht die Option, Ein- & Ausgänge mit individuellen EQ-Settings, Filtern oder Kompressor zu versehen, die vom integrierten DSP berechnet werden. Diese Settings können dann über Profile verwaltet, abgeändert und je nach Anwendungswunsch abgerufen werden. So wird dem Klangbild zusätzlich noch eine persönliche Note gegeben. Im Prinzip kann CueMix einen anderen DAW-Mixer komplett ersetzen, wenn man dies möchte. Denn neben den Aussteuerungsanzeigen bietet die Software noch einige hilfreiche Analysetools wie etwa Oszilloskop, FFT, Tuner oder Phasenmeter.

Fazit
Das MICROBOOK II von MOTU ist ein kleiner, kompakter Alleskönner für diverse Anwendungsgebiete und stellt zudem die aktuell günstigste Variante für ein MOTU Interface dar. Rein klanglich steht der Winzling den „Großen“ jedenfalls in nichts nach (hier sind übrigens unsere Reviews zu AUDIO EXPRESS und ULTRALITE MK3 nachzulesen). Die Features reichen sowohl für’s Produzieren samt Recording, für die Live-Performance auf der Bühne oder aber für eine DJ-Action auf bis zu drei Decks. Für letztgenanntes darf man sich dabei nur nicht an den physischen Ausgängen stören, die eben NICHT alle drei identisch gehalten wurden und dieser Umstand dann über Adapter reguliert werden muss.

MOTU MICRO BOOK II im Angebot des Musikhaus Thomann (222 Euro)

 

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