NI KOMPLETE 8 ULTIMATE - Kurzreview

NI KOMPLETE 8 ULTIMATE - Kurzreview

Archiv 11. Oktober 2011

Man könnte es als die derzeit teuerste USB-Festplatte der Welt betiteln: das neue Komplete 8 Ultimate von NI. Aber eigentlich ist es eher ein Rundum-Sorglos-Paket.

Komplete ist, wie der Name schon vermuten läßt, die komplette Sammlung an Instrumenten, Effekten und Soundlibraries, die Native Instruments im Angebot hat. Das Paket beinhaltet so ziemlich alle Ableger der Producing-Sparte und läßt kaum Wünsche offen. Mit Version 8 kam erstmals auch eine "Ultimate"-Edition heraus, die nicht wie üblich auf silbernen Scheiben ausgeliefert wird, sondern als externe 2,5" USB-Festplatte im schicken silber gebürsteten Alugewand mit eingelasertem Komplete-Schriftzug.

Die Festplatte fungiert dabei lediglich als Träger der Installationsdateien, für den laufenden Betrieb muss der Inhalt trotz allem auf die Festplatte kopiert werden. Und dies bedeutet bei Auswahl aller Features und Inhalte mal eben gut 200 GB freier Speicherplatz, der danach eben nicht mehr frei ist. Dies bringt sicherlich so manchen Mobil-Klappcomputer ans Kapazitätslimit und man steht beim Installieren vor der schweren Entscheidung, auf welche Inhalte man aufgrund mangelnder Festplattenfreifläche nun erst mal verzichtet. Den Löwenanteil mit über 80 GB nimmt dabei die Kontakt Library in Anspruch, wobei ca. die Hälfte davon alleine auf die Session Strings Sounds fallen. Wohl dem, der ausreichend Platz hat (oder schaffen kann) und in den Genuß einer vollständigen Installation kommt.

Die Hauptbestandteile sind Absynth, Battery 3, Kontakt 5, Massive, FM8 und Guitar Rig 3. Diese 6 Tools können wahlweise als Standalone-Applikationen oder auch als PlugIns in einer DAW (oder jeder anderen VST(AU-fähigen Software) verwendet werden. Oder aber, sofern man Maschine-Besitzer ist, man steuert die Tools und deren Inhalte gleich direkt mit Maschine ab Version 1.7.1 an, was in der Tat super viel Spaß macht und eine immense Bandbreite an Soundvariationen bei Maschine ermöglicht. Weiterhin werden auch nahezu alle verfügbaren Libraries und Effekt-Packs bereitgestellt, wie z.B. The Mouth, The Finger, Evolve Mutations, Razor, Reaktor Prism, Vintage Organs, Abbey Road usw., die man sowohl in den entsprechenden Applikationen, in Maschine oder als PlugIns in der DAW aufrufen kann.
An dieser Stelle möchte ich auf die Produktseite bei NI verweisen, da eine komplette Auflistung aller Inhalte hier den Rahmen sprengen würde.

Nach der Installtion muss Komplete 8 Ultimate über das Service Center aktiviert werden. Wer bis dato lediglich Traktor und/oder Maschine, vielleicht auch noch Battery (als Beispiel) sein Eigen nannte und die Übersichtlichkeit seiner 3 aktivierten Produkte im Service Center zu schätzen wußte, wird anschließend nicht schlecht staunen, dass anstelle 3 Einträgen plötzlich die zehnfache Zahl an Produkten aufgelistet wird und man hier schon mal eine erste Vorahnung bekommt, was man sich so alles ins Haus geholt hat (Anmerkung zum Bild: ich hatte bis dahin lediglich Maschine, TSP, TSP2 und Maschine im Service Center angezeigt bekommen; nach der Installation von Komplete 8 Ultimate sah es dann ein klein wenig umfangreicher aus, und dabei hatte ich noch nicht mal alle Inhalte ausgewählt!). Sogleich meldet das Service Center auch eine Reihe verfügbarer Updates und weiteren Content, der zum Download bereit steht. Damit noch nicht genug, denn beim Abrufen der Emails wartet schon die nächste Überraschung: neben einem 25 € eVoucher für den Online-Store von NI, der für weitere Soundpacks eingelöst werden kann, kriegt man eine Info mit Downloadlink für die Solid Mix Series und Retro Machines MK2, die es zeitlich nicht mehr auf die Installations-Festplatte in der Produktbox geschafft haben.

Puuuh, nun heißt es erst mal kräftig durchatmen. Aber auch nur kurz, denn nun geht es ans Initialisieren der einzelnen Applikationen und deren Libraries. Dies ist vor allem dann ratsam, wenn man Komplete über Maschine verwenden will. Diesen Schritt hatte ich im ersten Testlauf nämlich übersprungen und mich schon gewundert, warum ich beim Aufrufen mancher Instrument-Variationen über Maschine nur eine Fehlermeldung bekam. Nachdem ich dann alle Standalone-Programme einmal aufgerufen und anschließend in Maschine zur Sicherheit noch mal die Pfade kontrolliert und gescannt hatte, klapppte alles reibungslos. Sämtliche Instrumente, Sounds und Effekte standen dann in Maschine zur Auswahl. Doch nun genug philosophiert über Maschine & Komplete, da ich mir dieses Thema für ein extra Review aufheben will, das die Tage folgen wird.

Mit Komplete 8 Ultimate bekommt der digitale Musikant ein Werzeug zur Hand, bei dem wohl selbst McGyver vor Neid erblasst, obwohl er 'ne Spule bestes Nähgarn, 'ne Streichholzschachtel und 'ne ganze Familienpackung Kaugummis einstecken hat. Für jede erdenkliche Situation, Stimmungslage und Musikrichtung findet sich das passende Instrument in zahlreichen Variationen. Doch gerade diese Vielfalt kann sich für den Laien zunächst eher nachteilig auswirken, da man förmlich vom Inhalt erschlagen wird. Man weiß nicht, wo man zuerst anfangen soll. (kleine Gedankenduselei von mir: es sollte die Möglichkeit eines Abos geben, wo man alle zwei Monate eine neue Hauptapplikation samt deren Soundlibraries erhält und so wenigstens 8 Wochen Zeit hat, sich ausschließlich damit zu befassen; nach zwei Monaten ist man dann einigermaßen fit und bereit für was Neues). Das einzig Negative bzw. Kritikfähige wäre die Installationsgröße oder die fehlende wahlweise Möglichkeit, die Libraries nicht auf der externen Platte belassen zu können. Soll heißen: man muss nur die ganzen Programme installieren, was wohl nicht mal 1/10 Speicherplatz in Anspruch nehmen würde.
Für mich ist es jedenfalls die erste Sammlung dieser Art und auch der erste Kontakt mit Kontakt (haha, welch Wortspiel), Absynth, Battery, FM8 und Massive. Auch wenn mit Sicherheit erst mal nur ein Bruchteil davon für den Anfang gereicht hätte, ich bin endlos begeistert von den vielen verschiedenen Variationen und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten. Oder anders gesagt: 8ung, ich bin jetzt ultimativ komplett!

Die Vollversion Komplete 8 Ultimate kostet aktuell 975 €. Besitzer von Komplete 1 - 7 können über ein Upgrade für 489 € auf die Ultimate hochstufen. Zu guter letzt steht allen Besitzern von Machine, Kore 2, Kontakt, Reaktor & Guitar Rig ein Corssgrade für 749 € zur Verfügung.

NI KOMPLETTE 9  beim Musikhaus Thomann (399 Euro)

0 Kommentare zu "NI KOMPLETE 8 ULTIMATE - Kurzreview"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.