POKKET MIXER (und TRAKTOR DJ)

POKKET MIXER (und TRAKTOR DJ)

Archiv 23. Oktober 2013

Ein Mini-Mischpult, welches eigentlich eher zum Sommer passt. Weil ideal für den Park und so. Eigentlich hatte ich mir Anfang des Jahres vorgenommen mal eine Session im Alaunpark, hier um die Ecke, zu organisieren. Plattenspieler Mixer, Anlage – mobiles DJ-Equipment im eigentlichen Wortsinn. 100% batteriebetrieben. Die sonnigen Tage gingen vorüber , die Idee blieb im Kopf, es ergab sich jedoch keine Gelegenheit zur Umsetzung. Der POKKET MIXER hätte bestens in das angedachte Setup gepasst, braucht er doch nicht mal Batterien. Einfach zwei Audioquellen anschließen, und schon kann man loslegen. Verschieben wir die Outdoor-Session ins nächste Jahr und testen dafür mal, wie sich der POKKET MIXER als „externer Mixer“ mit der TRAKTOR DJ App schlägt.

Der Name lässt es schon vermuten, der kleine Mischer passt in jede Tasche, wobei das Hosentasche meint. Mit knapp 11 mal 8 cm dürfte er dabei unwesentlich mehr auftragen, als ein Smartphone. Erhältlich ist der POKKET MIXER in verschiedene Farben, von schwarz über silbern, bis rot, grün, gold oder mit verschiedenen Motiven. Geliefert wird der Winzling in einer stylischen Verpackung mit aufgedrucktem Berliner Wappentier. „Made In Berlin“ ist die Message, da wurde das Gerät erdacht und anfänglich in einer kleinen Werkstatt komplett, von Hand, zusammengebaut. Inzwischen findet die Fertigung in einem größeren Elektronikunternehmen statt.  Neben dem eigentlichen Mixer beinhaltet der Lieferumfang noch ein kleines Transportsäckchen und zwei kurze Kabel, 3,5mm Klinke.
Optisch orientiert sich der POKKET MIXER an seinen ausgewachsenen Kollegen. Zwei „Kanäle“ mit 3-Band-EQ dazu Masterregler, Crossfader und Vorhörfunktion. Einen Gainregler gibt es nicht. Das Konzept des Kleinen fußt auf aktiven Quellen als Eingangssignal, und die haben in der Regel einen Lautstärkeregler, der zur Grundanpassung zu nutzen ist. Am POKKET MOXER wird dann per Crossfader übergeblendet. Frontseitig gibt es einen Kopfhörerausklang als Miniklinke, rückseitig zwei Eingänge und den „Master-Out“ – ebenfalls als Miniklinke. Außerdem gibt es noch einen kleinen Regler, mit welchem man den Widerstand des genutzten Kopfhörers anpassen kann, was der Leistungsoptimierung des passiv aufgebauten Gesellen dient.

Der Einsatz als „externer Mixer“ einer DJ-App erfordert zwei unabhängige Ausgänge, welche eine Soundkarte – oder in meinem Fall – ein spezielles Kabel (LINK) liefert. Von diesem geht man dann, mit den mitgelieferten Miniklinke-Kabeln, in die Eingänge des POKKET MIXER. In der App sind noch einige Einstellungen zu treffen, so dass jedes Deck separat ausgegeben wird. Ich nutze im Test TRAKTOR DJ, aktiviere Split Output, stelle die Gesamtlautstärke und die Kopfhörer-Output auf maximal, den CUE/MIX-Regler nach links, zuletzt aktiviere ich beim oberen Deck in der App die Vorhörfunktion und ziehe den Crossfader auf die Seite des anderen Decks. (siehe Video) Beide Decks gehen nun jeweils einzeln an den POKKET MIXER und ich kann da mischen. Vorteil: bessere Haptik beim Crossfader und EQ-Nutzung ohne Umschaltung in der App.  Anstelle des iPads (der App) kann man natürlich auch MP3 Player, Laptops, Smartphones oder einen Kaossilator anschließen. Wichtig ist nur, dass diese Quellen ein vorverstärktes Signal liefern. In den meisten Fällen dürfte dies ein regelbarer Kopfhörerausgang sein.

In der Praxis funktioniert das Prinzip reibungslos, allerdings ist die Lautstärke weder laut, noch stark. Das hat zwei Gründe, einmal liefert das iPad nur einen begrenzten Output, zum anderen wird das Signal durch den aktivierten EQ einiges leiser. Aus diesem Grund hat der POKKET MIXER auch die Möglichkeit den EQ, der übrigens nicht vollständig killt,  zu deaktivieren. Bedeutet: das Signal ist dann lauter, man kann aber „nur noch“ per Crossfader mischen und vorhören, jedoch nicht mehr die Frequenzbänder beeinflussen. Apropos vorhören: das geschieht über einen kleinen Button, mit dem man das gewünschte Deck auswählen kann. Der Kopfhörerausgang verfügt über einen eigenen Lautstärkeregler, CUE-Mix ist allerdings nicht möglich und auch die EQ-Einstellungen haben keinerlei Auswirkung auf das vorgehörte Signal.  Ansonsten tut der kleine Mixer was er soll, mit einer kleinen Anmerkung: beim Testlauf schraubten meine Finger grob an den EQ-Potis, welche ich in gerasteter Mittenstellung vermutete. Waren sie aber nicht, sondern schon auf Anschlag. Ursache war, dass die Markierungskerbe bei den silberen Potikappen auch silbern und dadurch ziemlich unauffällig ist. Hier könnten mir andere Farbkombinationen oder der Besuch bei einem Optiker helfen.

Neben dem Versuchslauf mit der TRAKTOR App bewährte sich der POKKET MIXER auch beim Einsatz mit einem Setup aus tragbarem Plattenspieler und KORG MONOTRON. 100% netztstromfrei, 100% mobil, 0% kompliziert verkabelt. Im Klangerlebnis und im Bedienkomfort natürlich mit gewissen Einbußen gegenüber einem „normalen“ DJ-Mixer. Phrase dazu: man kann nicht alles haben. Der POKKET MIXER findet die Balance zwischen Freiheit und Klang, verfolgt ein ungewöhnlichen Ansatz und verspricht einiges an Spaß. Das ideale Geschenk zur bevorstehenden Weihnachtsbescherung.

Preis: 89 EURO
Produktseite beim Hersteller
POKKETMIXER-Sortiment beim Musikhaus Thomann

 

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