Im Rahmen der Superbooth 2018 hat vor allem Behringer für Aufmerksamkeit gesorgt. Das Unternehmen nutzte die Gunst der Stunde und präsentierte auf der Berliner Modular- und Synthesizer-Messe gleich mehrere Klone legendärer elektronischer Musikinstrumente. Seit geraumer Zeit gab es immer wieder heiß diskutierte Ankündigungen und Statements seitens Behringer, dass man eine erhebliche Bandbreite an klassischen Synthesizern sowie Drum Maschines reproduzieren wolle. Die Community nahm diese Aussage zum Teil spöttig zur Kenntnis und zweifelte am Vorhaben.

Mit verschiedenen Varianten des DeepMind, sowie dem Model D hat Behringer aber bereits aufgezeigt, dass man durchaus in der Lage ist analoge Synthesizer zum erschwinglichen Preis zu fertigen - alle vier Instrumente sind bereits erhältlich. In Kürze soll auch der Neutron zu erwerben sein, der sehr überraschend auf der NAMM Show vorgestellt wurde. Allerdings ist der Neutron keine Kopie eines spezifischen Synth, sondern ein eigens entwickelter analoger, paraphonischer Klangerzeuger mit einer semi-modularen Matrix. Kritikern wurde da erstmals der Wind aus den Segeln genommen, denn die Klangerzeuger überzeugen mit guten Klangeigenschaften und einer soliden Verarbeitung. Außerdem zeigt Behringer mit dem Neutron dass man auch in der Lage ist eigene Wege zu bestreiten und nicht nur zu kopieren.

Ende letzten Jahres wurde die Spekulationen um weitere Gerätschaften angeheizt. Auf der Internetseite des Unternehmens tauchte ein umfangreicher Katalog mit sechs Synthesizern und fünf Drum Maschines auf. Laut Behringer handelt es sich dabei um ein Versehen, die Auflistung wurde kurze Zeit später wieder gelöscht und eine Absicht augenzwinkernd verneint. Anfang dieses Jahres wurden dann noch Bilder eines Oberheim-Replik geleaked und die Gerüchteküche war erneut am Brodeln.

Auf der Superbooth 2018 machte Behringer nun Nägel mit Köpfen. Nahezu augenscheinlich am Original anlehnt, wurden folgenden Klone erstmal der Öffentlichkeit vorgestellt: Roland TR-808, Roland SH-101, Roland VP-330, SCI Pro One und Arp Odyssey. Die zahlreichen Messebesucher konnten die Geräte nicht nur bestaunen, sondern auch anspielen. Die Mitarbeiter am Messestand betonten aber immer wieder, dass es sich dabei noch um Prototypen handelt und etwaige Abwandlungen der vorgestellten Instrumente nicht ausgeschlossen sind. Preise und Veröffentlichungstermine sind noch unbekannt, jedoch waren viele Messebesucher erstaunt über den aktuellen Stand der Dinge.

Seit den ersten Gerüchten um Repliken wird das Vorgehen von Behringer in der Community heiß diskutiert. Stimmen wurden immer wieder laut die das Vorhaben in Frage stellten. Die Zielgruppe ist kritisch, gleichzeitig die Erwartungshaltung groß. Behringer scheint aber dem Wunsch nach erschwinglichen Analog-Synths nachzukommen und sich bei der Entwicklung der Gerätschaften größtmögliche Mühe zu geben. Auf der Superbooth konnte man spüren, dass das Unternehmen sehr an Feedback interessiert ist. Man darf also gespannt sein wie sich die Produkte zur Markeinführung präsentieren werden. Vermutlich ist die Spitze jedoch damit noch nicht erreicht und in den kommenden Monaten werden weitere Klone folgen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Posted by:Marius Pritzl

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