Test: Mixars Quattro
Bildquelle: Mixars

Test: Mixars Quattro

Tests 24. Juni 2018

Die Marke Mixars gehört zur italienischen Audioschmiede dBTechnologies und bietet verschiedene DJ-Produkte wie Controller, Mixer, Kopfhörer und Plattenspieler an. Den ersten digitalen Battlemixer Duo hatten wir bereits auf DJ LAB getestet, er wusste durch eine umfassende Ausstattung, solide Verarbeitung und seinen guten Klang zu überzeugen. Der jetzt erschienene Quattro möchte professionellen Ansprüchen genügen und mit seinen Features einen digitalen und analogen Vierkanalbetrieb ermöglichen. Das Gerät lässt sich mit Serato DJ kombinieren und wird inklusive der Timecode-Erweiterung ausgeliefert. Was will man mehr?!

Hardware

Der Mixars Quattro ist als Vierkanalmischpult konstruiert, dessen Metallgehäuse 320 x 362 x 107 Millimeter misst. Der circa fünf Kilo schwere Bolide kann als Installationsgerät in einem DJ-Booth fest verbaut, aber auch als Tourbegleiter oder Verleihgerät mobil zum Einsatz kommen. Verschiedene analoge und digitale Setup-Varianten sind möglich und somit eine flexible Nutzung.

Kanäle

Die vier Kanäle des Quattro sind mit Quellenwahl-, Trim-, Dreiband- und Effektdrehreglern ausgestattet, die gut dosierbar sind und einen angenehmen Drehwiderstand bieten. Zum Mixen stehen Kanalfader mit zwei wählbaren Kurvenverläufen parat, die Anpassungen an die präferierte Mixtechnik erlauben. Dazu gesellt sich ein leicht gleitender Crossfader, der eine beliebige Kanalzuweisung erhalten kann. Sein Regelweg ist umkehrbar (Hamster Switch) und es gibt drei verschiedene Verlaufskurven. Neben zwei unterschiedlichen Blendverläufen gibt es eine Scratch-Einstellung, die ein Cut-Lag von circa einem Millimeter beinhaltet.

Ein weiterer Fader dient zur Steuerung des Sampler-Ausgangspegels in Serato DJ, damit die zusätzlichen Inhalte passgenau in die Performance integriert werden können. Die Kanalpegel werden durch zehnsegmentige LED-Ketten in Ampelfarben dargestellt, gleiches gilt für den Masteroutput. Die Kanal- und Mikrofonsignale sowie der Crossfader und das Mastersignal lassen sich mit einem zentralen Effektbus bearbeiten, der vierzehn Effekte und eine Einschleifoption für ein externes Effektgerät bietet. 

Controller

Auf der linken und rechten Seite des Mixars Quattro befinden sich Bedienelemente zur Steuerung von Serato DJ. Diese setzen sich aus insgesamt 16 farbig beleuchteten Pads, Tastern zum Auslösen von Funktionen oder zum Umschalten der Pad-Steuerungen und Encodern zur Navigation in der Songsammlung und Kontrolle von Loops zusammen. Die Pads übernehmen verschiedene Steuerungsaufgaben wie das Starten und Stoppen von Songs sowie das Setzen und Triggern von Hotcue-Punkten oder das Auslösen von Samples. Neben den ab Werk zugewiesenen Funktionen ist auch ein User-Modus für die Pads verfügbar, hier können eigene Belegungen gewählt werden.

Analoge Anschlüsse

Auf der Rückseite des Quattro befinden sich zahlreiche analoge Anschlüsse. Zur Ausgabe des Mastersignals gibt es XLR- und Cinch-Buchsen. Des Weiteren verfügt der Mixer über einen Cinch-Recording- und einen Klinke-Booth-Ausgang. Zur Verkabelung eines externen Effektgeräts gibt es Send- und Return-Anschlüsse, ausgeführt als Klinkebuchsen. Mikrofone lassen sich an eine Klinke- und eine Kombo-Buchse anschließen und die Steuerung der Mikrofonsignale findet auf der Oberseite des Mixers statt.

Das an die Kombobuchse angeschlossene Mikrofon ist mit einer eigenen Lautstärke- und Klangregelung sowie mit einer Talk-Over-Funktion ausgestattet. Letztere senkt das Musiksignal ab, um Durchsagen oder Ansagen besser verständlich zu machen. Besonderes ausladend ist die Kanalausstattung zum Anschluss von Zuspielern. Hier gibt es Line-Signal-Buchsen und kombinierte Line-/Phono-Buchsen, die als Soundkarteneingänge nutzbar sind. Zum Anschluss von Kopfhörern sind parallel verwendbare 6,3- und 3,5-Millimeter-Buchsen vorhanden.

Digitale Anschlüsse

Anschlussvielfalt: Der Quattro bietet eine umfassende Anschlussausstattung

Zur digitalen Kommunikation besitzt der Mixars Quattro zwei USB-Anschlüsse auf der Oberseite, die einen flexiblen Einsatz erlauben. Die gewählte Positionierung bietet den Vorteil, dass sich eine Computerverbindung im laufenden Betrieb sehr einfach herstellen lässt und man zudem immer im Blick hat, welcher Computer an welchen USB-Port (1 oder 2) angeschlossen ist. Durch den Computerkontakt wird die Soundkarte des Mixers aktiviert, die mit zehn Eingängen und zwölf Ausgängen ausgestattet ist und digitale Signale mit 24 Bit und 48 kHz verarbeitet.

Zuspielerbetrieb

Aufgrund seiner aufgeräumten Bedienoberfläche bedarf es nur einer kurzen Einarbeitungszeit, bis man den Mixer nutzen kann. Wie Eingangs erwähnt, lässt sich der Quattro in unterschiedlichen Setups nutzen. Möglich ist beispielsweise eine Festinstallation mit bis zu vier parallel angeschlossenen Plattenspielern oder CD-Playern. Zur Bearbeitung der eingehenden Signale lassen sich die gut klingenden Equalizer und die Kanaleffekte nutzen. Letztere setzen sich aus Noise, Echo, Crusher und Filter zusammen, wobei immer nur ein Effekt für alle Kanäle auswählbar ist.

Etwas schade ist allerdings, dass es für diese ordentlich klingenden Effekte keine Parameteranpassungen gibt. Wer zusätzliche Effekte benötigt, kann auf die Tempo-basierten Vertreter des zentralen Effektbusses zugreifen. Hier stehen Filter, Flanger, Delay, Echo, Reverb, Trans, Pitch, Roll in zwei Ausprägungen, Noise, Bitcrusher, Gate oder Vinyl-Break zur Auswahl. Diese Effekte sind praxisgerecht gewählt, per Knopfdruck aktivierbar und bieten Zeit- und Intensitätsregler.

Digitalbetrieb

Schließt man einen Mac- oder Windows-Rechner an den Quattro an und startet die Software Serato DJ, lassen sich die Soundkarte und Controllerfunktionen des Mixers verwenden. Die seitlich positionierten Pads und Drehregler können zur Steuerung von bis zu vier Decks genutzt werden. Die Pads reagieren sehr schnell und erlauben ein treffsicheres Bedienen der kreativen Funktionen. Für ein dynamisches Sampletriggern wären anschlagsdynamische Pads nicht schlecht gewesen – dieses Feature bietet der Quattro aber leider nicht.

Die User-Bank lässt sich für unterschiedliche Steuerungen nutzen. Um diese belegen zu können, muss der entsprechende Modus im Bereich „MIDI-Geräte“ im Setup-Fenster von Serato DJ eingeschaltet werden. Die Zuweisung der Befehle erfolgt per Mausklick und Drücken des gewünschten Pads auf dem Mixer. Theoretisch lassen sich komplette Mixe mit den Controller-Bedienelementen steuern, da man Songs per Sync und Pitchbend angleichen kann, praxisgerechter ist allerdings ihr Einsatz als ergänzende Funktionsauslöser in einem Timecode-Setup (DVS).

Die DVS-Erweiterung steht in Serato DJ beim Anschluss des Quattro direkt zur Verfügung. Möchte man das System mit Timecode-CDs steuern, so kann man sich die entsprechenden Datei vom Serato-Server herunterladen und die CDs brennen, Timecode-Vinyls muss man hingegen für circa 29 Euro pro Paar nachkaufen. Der Mixars Quattro erlaubt den Anschluss von bis zu vier Zuspielern, die alle zur Timecode-Steuerung genutzt werden können. Möglich ist somit ein Vierdeck-Mixing im Alleingang oder als DJ-Team.

Für letzteres lassen sich auch zwei Computer gleichzeitig an den Mixer anschließen, wobei hier auch ein Mischbetrieb aus Windows- und Mac-Rechnern möglich ist. Der doppelte Computeranschluss erlaubt zudem auch einen einfachen DJ-Wechsel. Hierbei können die vier Kanäle beliebig einem Computer zugewiesen werden und auch Programme wie Traktor Pro oder Cross zum Einsatz kommen. Aktuell müssen die Software-Alternativen aber noch selbst zur Steuerung eingerichtet werden.

Fazit

Der Mixars Quattro ist ein clever ausgestatteter Vierkanalmixer, der über analoge und digitale Anschlüsse sowie Controller-Bedienelemente und eine Soundkarte verfügt. Das Gerät kann mit Serato DJ inklusive einer Timecode-Steuerung kombiniert werden und erlaubt den Anschluss von bis zu vier Zuspielern und zwei Computern. Der sauber verarbeitete Mixer ist mit zwei Effektbussen ausgestattet, die ein kreatives Arbeiten ermöglichen und bietet zudem einen sehr guten Klang. Kleinigkeiten wie die fehlende Anschlagsdynamik für die Pads und die fixen Parameter der Kanaleffekte können das insgesamt positive Bild nicht wirklich trüben. Professionelle Club-DJs, mobile Anwender oder DJ-Teams finden mit dem Mixars ein sehr gutes DJ-Tool vor, das einen großen Einsatzradius bietet – er bekommt eine ganz klare Empfehlung!

Pro

Digitale und analoge Schnittstellen
Direkt mit Serato DJ/DVS nutzbar
Praktische Controllerausstattung
Guter Klang
Umfangreiche Effektausstattung
Zwei USB-Ports

Kontra

Pads ohne Anschlagsdynamik

Preis: 1299 EUR
Weitere Information auf der Mixars-Website

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