Test: Novation Circuit

Test: Novation Circuit

Tests 21. Dezember 2015

Novation Circuit ist eine Groovebox, die ein besonderes Bedienkonzept verfolgt und sich für den Live-Einsatz empfehlen möchte. Ob die kleine Kiste eine sinnvolle Ergänzung für ein DJ-Setup ist, hab ich für euch ausprobiert.

Details

Der Novation Cricuit ist ein kompakt gehaltenes Gerät, das 24 x 20 x 3,5 cm misst und 32 anschlagsdynamische und beleuchtete Pads beherbergt. Für Echtzeiteingriffe und zur Programmierung stehen 28 Tasten und acht Potis zur Verfügung. Die Klangerzeugung übernehmen zwei sechsfach polyphone Nova-Synths und eine Drum-Machine mit vier Sounds. Die erzeugten Sounds lassen sich intern abmischen und durch zwei Mastereffekte und ein Dualmode-Filter formen.

Das Ausgangssignal wird über rückseitig verbaute Klinkenbuchsen und eine Kopfhörerbuchse im Miniklinkenformat ausgegeben. Alternativ gibt es einen Minilautsprecher auf der Unterseite, der gemeinsam mit dem Batteriefach einen Einsatz des Circuit unter freiem Himmel erlaubt. Im Studio- oder Live-Betrieb übernimmt ein Netzteil die Spannungsversorgung. Zur Kommunikation mit einem Computer oder anderen Hardware-Geräten, gibt es eine USB-Buchse und ein MIDI-Pärchen.

Bring the beat back

Der Novation Circuit ist mit einem besonderen Bedienkonzept ausgestattet, das eine komplette Programmierung des Geräts ohne Computerkontakt und Display erlaubt. Um dieses möglich zu machen, leuchten die Pads und Drehregler und zeigen Notenpositionen und Parameter an. Um sich mit diesen Eigenheiten vertraut zu machen, führt kein Weg am Handbuch des Geräts vorbei, zum Glück ist die Dokumentation aber sehr gut geschrieben und der Zeitaufwand zum Durcharbeiten überschaubar. Im internen Sequenzer lassen sich 32 Sessions speichern, die einen Song repräsentieren.

Eine Session kann aus bis zu sechs Tracks bestehen (zwei Synthesizer und vier Drums). Pro Track können acht Pattern generiert werden. Drumpattern haben eine fixe Länge von 16 Steps, für Synthpattern kann eine Länge von einem bis zu 16 Steps gewählt werden. Ihr könnt Pattern per Lauflichtprogrammierung erstellen oder einspielen. Die Soundauswahl besteht aus 64 Synth- und 64 Drum-Patches. Mit acht Drehreglern lassen sich verschiedene Synth- und Drumparameter in Echtzeit bearbeiten und Reglerbewegungen als Automation aufnehmen.

Sequencing

Zur Erstellung eigener Pattern gibt es die beiden Modi „Drum-View“ und „Synth-View“. Am einfachsten ist es, wenn ihr mit dem Modus Drum-View startet und dort ein Beatgerüst kreiert. Ihr könnt hier zwei Sounds parallel bearbeiten und klassisch per Lauflichtprogrammierung zu Gehör bringen. Im Synth View Modus gibt es zwei Ansichten um das Einspielen von Melodien oder Basslines zu erleichtern. Neben einzelnen Noten könnt ihr hier mit etwas Übung sogar ganze Chords aufnehmen. Zur Auswahl der Sounds muss der Programmiermodus verlassen werden. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, erst eine Sequenz einzuspielen und danach den passenden Sound zu selektieren.

Die enthaltenen Synth-Sounds setzen sich aus Bass- und Lead-Sounds zusammen, die mal nett, mal brachial klingen. Ich finde die Auswahl gut gelungen, erweitern lässt sie sich allerdings noch nicht. Die Länge eines Synth-Pattern kann während der Erstellung oder nachträglich verändert werden. Hierdurch lassen sich Sequenzen in Echtzeit verändern und ein lebendiges Hörerlebnis kreieren. Sollte das nicht ausreichen, könnt ihr zudem auch die Notenpositionen per Tastendruck verschieben.

Mixer, Effekte und Live

Die Lautstärken der sechs Tracks lassen sich mit der Mixerfunktion aufeinander abstimmen. Zusätzlich gibt es ein Delay und einen Hall, die als Mastereffekte geschaltet sind, sich aber individuell pro Track aktvieren lassen. Pro Effekt kann ein Effektpreset ausgewählt werden und per Drehregler erfolgt die Bestimmung des Effektanteils. Für das Delay gibt es 16 Presets und für den Hall acht. Die Klangqualität der Effekte ist für den Live-Einsatz ausreichend, Studioqualität wird hier nicht geboten. Für die beiden Synth-Tracks lässt sich eine optionale Sidechain-Funktion aktivieren, die ebenfalls mit vorgefertigten Presets arbeitet und mit dem Bassdrum-Tack gekoppelt ist. Mit dieser Schaltung könnt ihr Pumpeffekte erzeugen, die oft in Dance-Produktionen zu hören sind.

Der Novation Circuit kann via USB ohne Treiberinstallation mit einem Mac oder Windows PC kommunizieren und lässt sich als Ergänzung für ein digitales DJ-Setup nutzen. Ich habe für meinen Test ein MIDI-Clock-Signal aus Traktor Pro gesendet und konnte damit den Sequenzer des Circuit synchronisieren sowie starten und stoppen. Damit das ganze zu einer abwechslungsreichen und spannenden Ergänzung wird, lassen sich die programmierten Sequenzen in Echtzeit modifizieren, sowie Pattern oder auch komplette Sessions umschalten.

Fazit

Der Novation Circuit hat mir gut gefallen, da man mit dem Gerät sehr schnell und unkompliziert musikalische Ergebnisse erzielen kann. Das Bedienkonzept ist zwar in vielen Bereichen eigenwillig gelöst, lässt sich aber dank der guten Dokumentation recht schnell durchschauen. Der Circuit ist aufgrund seiner klanglichen Limitierungen sicherlich keine Allzweckwaffe für das Studio, sondern eher ein spezielles Tool, das live mit auf Tour genommen werden will. Wenn ihr eine kreative Ergänzung für euer DJ-Setup sucht, solltet ihr euch den Novation Circuit einmal näher anschauen.

Preis: 349,00,- EUR
Mehr Informationen auf der Novation-Website.

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