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Test: Numark Party Mix II / Bedroom-Controller für DJs

Test: Numark Party Mix II / Bedroom-Controller für DJs

Tests 14. August 2021

Party Mix II: Numark schickt den Bedroom- und Privatparty-Controller "Party Mix" mit einem aufgehübschten Design in die zweite Runde. Die neue Version möchte aber nicht nur optisch, sondern auch durch einen erweiterten Einsatzbereich überzeugen und kann zur Steuerung von Serato DJ Lite und djay Pro AI genutzt werden. Party on?

Party Mix II

Der Numark Party Mix II gehört zur Kategorie "Pocket-Controller" und begnügt sich mit kompakten 325 x 199 x 51 mm und einem Kampfgewicht von knapp einem Kilogramm. Der zweikanalige Controller kann somit sehr einfach transportiert werden und findet auch in beengten Aufstellumgebungen oder auf dem Schoß während einer Reise Platz. Leider sind die Gummifüße auf der Unterseite so angeordnet, dass man den Controller nicht über einer Laptop-Tastatur positionieren kann - anders als beim Reloop Ready zum Beispiel. Numark bietet den ordentlich verarbeiteten Party Mix II für einen sehr günstigen Preis von 119,99 Euro an und legt diesem ein Audio- und ein USB-Kabel bei. Der Controller kann ohne Aufpreis mit Serato DJ Lite und der funktionsbeschränkten Version von djay AI Pro kombiniert werden.

 Numark Party Mix II Draufsicht.
Die Neuauflage des Numark Party Mix hat ein überarbeitetes Design und ist mit Serato DJ Lite sowie djay AI Pro kombinierbar.

Songsteuerung

Die beiden Decks des Numark Party Mix II sind symmetrisch aufgebaut und beinhalten illuminierte und leicht erreichbare Start/Pause-, Cue- und Sync-Taster, die bei Betätigung eine akustische Rückmeldung geben. Jogwheels mit einem Durchmesser von circa 10,5 Zentimetern erlauben die Trackmanipulation und Pitchfader mit einem Regelweg von 4,5 Zentimeter dienen zur Tempojustierung. Im Bereich der kreativen Steuerungen gibt es pro Deck vier kleine Performance-Taster, die mit HotCue-, Loop-, Sample- und Effekt-Steuerungen belegt sind.

Mixing

Die Mixersektion des Numark Party Mix II beinhaltet zwei Kanäle. Beide sind mit Zweiband-EQ-Potis versehen, die die Höhen- und Tiefenbänder steuern, sowie mit Reglern, die den Pegelhub kontrollieren. Filterdrehregler stehen zur klanglichen Formung von Mixen parat und der Mixvorgang wird mittels Kanal und Crossfader gesteuert. Faderkurven und Cutlags lassen sich nicht am Gerät selbst konfigurieren, diese Schritte erfolgen in der jeweiligen Software. Insgesamt ist die Qualität der verbauten Bedienelemente sicherlich nicht hochwertig, ich finde sie aber für Einsteiger-/Übungssessions oder private Einsätze ausreichend.

Anschlüsse & Soundkarte

Der Numark Party Mix II hat eine recht überschaubare Anschlussausstattung, es finden sich lediglich zwei Audioausgänge und ein USB-Anschluss am Gerät - alle linksseitig. Beide Audioausgänge sind als 3,5mm-Miniklinken ausgeführt, die entsprechenden Pegel lassen sich in der Mitte des Controllers anpassen. Auf Eingänge für Mikrofone oder andere Zuspielquellen hat Numark verzichtet. Die intern verbaute Soundkarte hat zwei Stereoausgänge, die das Master- und Cue-Signal separat ausgeben, und arbeitet mit 24 Bit bei 48 kHz.

 Numark Party Mix II Rückansicht.
Auf der Rückseite des Controllers befinden sich "Partylights" zur Illuminierung, alle Anschlüsse sind seitlich ausgeführt.

Serato DJ Lite im Einsatz

Für den ersten Praxisrun habe ich den Numark Party Mix II an meinen Mac angeschlossen, um Serato DJ Lite zu steuern. Das ganze gelingt durch eine alleinige USB-Verkabelung, die zum Datenaustausch und der Spannungsversorgung dient. Treiber müssen nicht installiert werden, eine spontane Nutzung des Controllers ist somit möglich. Um ein Lautsprechersystem zu verkabeln, benötigt man aufgrund des verbauten Miniklinkenausgangs einen Adapter oder ein passendes Kabel.

Das Layout des Controllers ist übersichtlich, sodass sich auch Newbies schnell zurecht finden sollten. Die Songsammlung kann mit dem Browse-Encoder bequem durchsucht und Songs anschließend per Tastendruck in das gewünschte Deck geladen werden. Serato DJ Lite unterstützt die kostenpflichtigen Streaminganbieter Beatport, Beatsource, SoundCloud und Tidal, sodass man sich bei Bedarf auch ohne eigene Tracksammlung musikalisch austoben kann. Das Beatmachting gelingt bei korrekt sitzendem Beatgrid per Sync-Taster zuverlässig.

Möchte man das Tempo mit den Pitchfadern manuell beeinflussen, benötigt man aufgrund der kurzen Regelwege etwas Übung, damit das Ganze erfolgreich gelingt. Die Steuerung der Tracks mit den Jogwheels vollzieht sich ohne merkbares Delay, einfache Scratch-Manöver oder Backspins sind treffsicher ausführbar. Das Mixing mit den Fadern und dem Crossfader funktioniert recht ordentlich, die fehlende Mittenband-Steuerung hat mich nicht sonderlich gestört.

Die zur Kontrolle der kreativen Funktionen verbauten Performance-Taster reagieren direkt auf Anwendereingaben und ändern ihre Funktionszuweisung durch die Betätigung der Pad-Mode-Taste. Die Beschränkung auf vier Taster pro Deck finde ich für einen Einsteiger-Controller ausreichend, denn somit kann man Songstellen mit Hotcue-Punkten anfahren, automatische Loops einfangen, Samples abfeuern oder drei Effekte aktivieren und ihre Quantisierung modifizieren.

Etwas unglücklich ist allerdings, dass die Zweitbelegung undokumentiert ist. Hält man die Pad-Mode-Taste gedrückt, lassen sich HotCue-Punkte löschen, manuelle Loops setzen und Effekte selektieren und somit durchaus sehr praktische Steuerungen ausführen.

Klanglich bietet der Numark Party Mix II solide Kost - hier sollte man natürlich keine professionellen Maßstäbe ansetzen -, doch für Einsätze im Privatbereich passt es meiner Meinung nach. Ein witzige Zugabe sind zudem die drei rückwärtig verbauten "Partylights", die in unterschiedlichen Farben leuchten und fünf Modi besitzen, um Tracks zu illuminieren. Sicherlich ist das kein Killerfeature, stört aber auch nicht und wer es nicht nutzen möchte, deaktiviert diese Funktion einfach.

Auflegen mit djay AI Pro (iOS)

Damit der Numark Party Mix II mit einem iPad kombiniert werden kann, benötigt man einen aktiven USB-Hub zur Stromversorgung und je nach verwendetem iPad noch einen jeweils passenden "Camera"-Adapter oder ein entsprechendes Kabel. Ich habe die Vollversion der App auf meinem iPad Air 3 ausprobiert, die den Controller erkennt und sofort einsatzbereit ist.

Die Steuerung der App mit dem Controller ist weitestgehend intuitiv und das ist auch wichtig, denn eine Dokumentation ist nicht vorhanden. Die Songs aus dem iPad-Speicher oder von Streaminganbietern wie Tidal und SoundCloud landen bequem per Tastendruck in den Decks. Basics wie das Beatmatching gehen einfach von der Hand, wobei der manuelle Vorgang auch in dieser Kombination aufgrund der kurzen Fader-Regelwege nicht ganz trivial ist.

Wer möchte, kann anstelle der normalen EQs die Neuralmixing-Funktionen in djay AI Pro aktivieren und Songbestandteile gezielt für Mashups oder Echtzeit-Remixe extrahieren. Da der Controller "nur" zwei EQ-Regler pro Deck besitzt, ergeben sich hier Einschränkungen. Eine Steuerung der fehlenden Funktion ist allerdings per Finger auf dem Touchscreen möglich.

Die Performance-Taster steuern treffsicher HotCue-Punkte, aktivieren Loops, Samples oder Instant-Effekte wie Flanger, Bitcrusher etc. Auch in Verbindung mit djay AI Pro gibt es eine zweite Belegungsebene, die sich durch Drücken der Pad-Mode-Taste nutzen lässt. Die Belegung ist hier im Vergleich zu Serato DJ Lite etwas abweichend - aber dennoch praxisgerecht.

Vergleich zum Vorgänger

Wie immer möchte ich kurz noch auf die Unterschiede zum Vorgänger eingehen:

• Leicht modifiziertes (dezenteres) Design
• Pitchfader und Performance-Taster symmetrisch angeordnet
• Cue-Mix-Regler entfallen
• Scratch-Taster entfallen
• Audioausgänge und USB-Anschluss seitlich ausgeführt
• USB-Kabel abnehmbar
• Master-Audio als Miniklinke
• Serato DJ Lite & djay AI Pro statt Virtual DJ LE
• Anschluss an iPad per Adapter und aktivem USB-Hub

Fazit

Die Neuauflage des Numark Party Mix hat sich im Praxiseinsatz wacker geschlagen und empfiehlt sich für Einsteiger:innen oder als transportabler Reisebegleiter. Der Controller kann zur Steuerung von Serato DJ Lite oder djay AI Pro genutzt werden und kommuniziert ohne zusätzliche Treiberinstallation mit einem Computer oder iPad. Aufgrund des begrenzten Platzangebots muss man zwar kleinere Abstriche im Bereich der Steuerung der kreativen Funktionen machen, insgesamt bekommt man aber ein sehr preisgünstiges Gerät, mit dem die ersten Schritte erfolgreich zu meistern sind.

Pro

Kompakter Controller
Betrieb ohne Treiberinstallation
Übersichtliches Layout
Verwendung mit Computern und Tablets
Schaltet Serato DJ Lite frei
Günstig

Kontra

Regelweg der Pitchfader sehr kurz
Dokumentation nicht vollständig

Preis:

99,00 EUR

Weitere Informationen gibt es auf der Website von Numark.

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit DJ-Controller , djay pro ai , Numark Party Mix II , Serato DJ Lite , Test

Geschrieben von:
Boris Alexander

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