Test: Pioneer DJ  – DDJ-REV7 – Professioneller Scratch-Controller

Test: Pioneer DJ  – DDJ-REV7 – Professioneller Scratch-Controller

Tests. 6. Mai 2024 | / 5,0

Geschrieben von:
Boris Alexander

Der Pioneer DJ DDJ-REV7 ist das Flaggschiff der REV(olutionary)-Controller-Serie, deren Familienmitglieder DDJ-REV1 und DDJ-REV5 wir bereits unter die Lupe genommen haben. Der REV7 ist mit motorisierten Plattentellern, einem Magvel Pro Crossfader, Displays und internen Effekten ausgestattet und dient zur Steuerung von Serato DJ Pro und Rekordbox. Ob sich das Gerät für den professionellen Einsatz empfiehlt, klären wir in diesem Test.

Quick Facts

  • Professioneller Scratch-Controller
  • Motorisierte Jogwheels
  • Onboard-Effekte
  • Integrierte Scratch-Samples
  • Inklusive Serato DJ Pro und Rekordbox
  • Controller für Performer und mobile DJs

Pioneer DJ DDJ-REV7

Der Pioneer DJ DDJ-REV7 hat ein recht großes und robustes Gehäuse, das 732 x 82 x 382 mm misst und 10,7 kg wiegt. Um den Transport des sehr gut verarbeiteten Gerätes zu erleichtern, empfiehlt sich der Kauf eines Cases. Der REV7 besteht aus zwei großen Player-Sektionen mit einem Battle-Layout, das sich am Pioneer DJ Plattenspieler PLX-CRSS12 orientiert, und einer Mixer-Sektion, für die der DJM-S7 Pate gestanden hat. Pioneer DJ hat den REV7 für die Kombination mit Serato DJ Pro konzipiert und die Beschriftungen entsprechend gewählt, seit kurzem kann aber auch Rekordbox damit gesteuert werden. Wie es sich für eine universell nutzbare Workstation gehört, kann der REV7 aber auch als Stand-alone-Gerät eingesetzt werden. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Gerät liegt bei 2099 Euro, inklusive der Lizenzen für beide Programme und der Erweiterung Pitch 'n' Time DJ für Serato.

Pioneer DJ DDJ-REV7 Schrägansicht
Der Pioneer DJ DJ-REV7 ist mit motorisierten Jogwheels ausgestattet und richtet sich an Scratch-Performer.

Decks

Die Decks des DDJ-REV7 sind für den Performance-Einsatz optimiert und bieten viel Platz für kreatives Arbeiten. Blickfang sind die motorisierten Jogwheels mit einem Durchmesser von 207 mm und 3,5-Zoll-Farbdisplays. Auf den Jogwheels sind griffige Vinylplatten montiert, die durch den Austausch von Slipsheets individuell angepasst werden können. In unmittelbarer Nähe befinden sich beleuchtete Start/Stop-Taster, Schalter für die Umdrehungsgeschwindigkeit, Pitch-Bend-Taster und Drehregler für die Bremsgeschwindigkeit der Plattenteller. In einem abgesetzten Bereich darüber befinden sich horizontal angeordnete Pitchfader sowie Bedienelemente zum Setzen und Editieren von Loops, zur Aktivierung des Slip- und Censor-Modus und zur Manipulation der Tonart. Darüber hinaus bietet der REV7 in diesem Bereich direkten Zugriff auf Tempo-Range, Keylock und die Sync-Funktion. Pro Deck gibt es zudem vier Deck Pads, welche die Instant-Scratch-Funktion und andere kreative Features steuern, auf die wir im Praxisteil noch näher eingehen werden.  

Mixer

Die Mixersektion des DDJ-REV7 verfügt über zwei Kanalzüge mit Trim-Potis, Dreiband-EQ-Reglern, Dual-Mode-Filtern und LEDs zur Pegelkontrolle. Gemixt wird mit sehr leichtgängigen Kanalfadern und einem Magvel Pro Crossfader, alle drei Fader können direkt am Gerät konfiguriert werden. Hier kann man die Regelwege invertieren, die Kurvenverläufe anpassen und den Widerstand des Crossfaders bestimmen. Im mittleren Bereich der Mixersektion ist der Zugriff auf die Onboard- und Software-Effekte möglich. Die Aktivierung erfolgt über eine Wippe und ein kleines Display informiert über den verwendeten Effekt und die aktuellen Parameter. Der DDJ-REV7 bietet 22 Onboard-Beat FX, darunter Echo, Delay, Flanger, Roll, Trans etc. und vier Color FX Filter, Noise, Pitch, Dub Echo und Wide Filter, die über die Kanalfilter-Regler gesteuert werden.

In der Mitte der Mixersektion befinden sich ein Lautstärkeregler für den Sampler inklusive Smooth-Echo-Taster sowie 16 mehrfarbig beleuchtete Performance-Pads, auf deren Funktionsweise wir später ebenfalls näher eingehen werden.

Pioneer DJ DDJ-REV7 Draufsicht
Die Decks und Mixersektion sind für Scratch-Einsätze optimiert und bieten viel Platz.

Anschlüsse

Der Pioneer DJ DDJ-REV7 bietet auf der Rückseite eine große Auswahl an Anschlüssen. Für beide Kanäle sind umschaltbare Line/Phono-Eingänge verbaut, die den Anschluss von Zuspielern und bei vorhandener Serato DJ Pro DVS-Expansion auch eine Timecode-Steuerung ermöglichen. Ein zusätzlicher Aux-Eingang dient zur Ergänzung von Line-Pegelquellen oder mobilen Geräten. Für Durchsagen oder MC-Performances können zwei Mikrofone angeschlossen werden, eine Klangregelung erfolgt über frontseitige Zweiband-EQs, zusätzlich ist ein Echo-Effekt nutzbar. 

Der REV7 ist mit XLR- und Cinch-Buchsen für die Ausgabe der Master-Signale ausgestattet, die Booth-Signale für das Monitoring verlassen das Gerät über ein 6,3mm-Klinkenpaar. Für die Kommunikation mit Mac- oder Windows-Computern sind zwei USB-B-Ports verbaut. Beide Ports können parallel genutzt werden, sodass eine Teamnutzung oder ein Wechsel sehr einfach möglich ist. Zum Vorhören der Tracks stehen an der Frontseite zwei Kopfhöreranschlüsse zur Verfügung.

Pioneer DJ DDJ-REV7 Rückansicht
Zahlreiche analoge Eingänge erlauben den Anschluss von Zuspielern und Mikrofonen.

Praxis

Der Pioneer DJ DDJ-REV7 lässt sich dank seiner umfangreichen Anschlussausstattung in verschiedenen Setups nutzen. Er kann als Controller zum Einsatz kommen und erlaubt bei Bedarf die Ergänzung von Zuspielern und Mikrofonen. Alternativ kann der REV7 aber auch standalone genutzt werden und bietet dafür Klangregelungen und Onboard-Effekte. Zur Soundausgabe ist eine einfache Verkabelung mit einer PA oder einer heimischen Verstärkeranlage möglich und auch der stets druckvolle Klang hat uns sehr gut gefallen. Für unseren Praxistest haben wir den Controller mit Serato DJ Pro kombiniert, da das Gerät ursprünglich ausschließlich dafür konzipiert wurde. 

Das Layout des REV7 ist praxisgerecht gestaltet, sodass erfahrene DJs das Gerät ohne lange Einarbeitungszeit bedienen können. Mit den Bedienelementen des Controllers kann die Songbibliothek der Software bequem durchsucht und Tracks geladen werden. Durch Drücken der Starttaste wird der Jogwheel-Motor in Gang gesetzt und der Mixvorgang beginnt. Die motorisierten Jogwheels des REV7 ermöglichen eine sehr authentische Songsteuerung, Performance-DJs kommen hier voll auf ihre Kosten. Wer möchte, kann das Drehmoment des Motors im Einstellungsmenü seinen Vorlieben anpassen. Als optische Mixhilfe dienen die zoombaren Wellenformdarstellungen in den Jogwheel-Displays, alternativ können hier auch Song- und Loop-Infos sowie weitere mixrelevante Informationen eingeblendet werden. Ein weiteres Highlight des REV7 sind die unverbauten Kanalfader und der Magvel Pro Crossfader, die sich im laufenden Betrieb justieren und umkehren lassen und ebenfalls professionellen Ansprüchen genügen. 

Für Scratch-Performances oder zum Üben von Scratch-Techniken bietet das Pioneer DJ-Gerät die Funktion Instant Scratch. Instant Scratch umfasst vier verschiedene Scratch-Samples, die sich im Speicher des Gerätes befinden und somit in Kombination mit einer Software, aber auch standalone verwendet werden können. Die Samples beinhalten perkussives Material, Noise-Sounds und Vocals und sind sehr gut einsetzbar, können aber von den Nutzer:innen nicht ausgetauscht werden.

Performance & Deck Pads

Die zentral im Mixer platzierten Performance Pads bieten direkten Zugriff auf die folgenden kreativen Features von Serato DJ Pro:

    • Hot Cue

    • Roll

    • Saved Loop

    • Sampler

    • Pitch Play

    • Slicer Loop

    • Saved Flip

    • Scratch Bank

Parallel dazu können auch die vier Deck Pads genutzt werden, sie bieten Zugriff auf:

    • Hot Cue

    • Scratch Bank

    • Saved Loop

    • Sampler

    • Stems

Das Konzept der gemeinsamen Nutzung von Performance- und Deck-Pads wird auch beim kleineren Modell DDJ-REV5 angewendet und hat uns dort bereits gut gefallen, da es den kreativen Einsatzradius deutlich erweitert. 

Stems

Die Stems-Steuerung war mit dem REV7 bis Anfang dieses Jahres ab Werk nicht möglich, hier musste man sich mit YouTube-Tutorials und eigenen Programmierarbeiten behelfen. Mit der Firmware (2.01) wurde dieses Feature nun offiziell hinzugefügt. Der Zugriff auf die einzelnen Song-Parts erfolgt über die Deck Pads oder die Dreiband-EQ-Regler, sodass mit dem Controller gezielt Remixe und Mashups in Echtzeit erstellt werden können. Die Aktivierung erfolgt durch Drücken der Tasten „Hotcue“ & „Scratchbank“ in den Decks für die Deck Pads und Shift in Kombination mit „Flanger“ und „Reverb“ im Mixerbereich für die EQs. 

Effekte

Wer seine DJ-Sets mit Effekten aufpeppen möchte, kann auf eine Vielzahl gut klingender und praxisgerecht ausgewählter Onboard- und Serato-Effekte zurückgreifen und diese mit den Wippen passgenau in Aktion versetzen. Mit einer Konfigurationssoftware können eigene Effektkombinationen in zwei Bänken gespeichert werden, als Besonderheit lassen sich hier sogar Hard- und Softwareeffekte miteinander kombinieren.

Alternativen

Fazit

Der Pioneer DJ DDJ-REV7 ist ein sehr gut gelungener Performance-Controller, der vor allem durch seine motorisierten und anpassbaren 207 mm Jogwheels zu überzeugen weiß. Das Layout des Geräts erlaubt ein praxisgerechtes, kreatives Arbeiten und auch die verbauten Bedienelemente wie der Magvel Pro Crossfader genügen professionellen Ansprüchen. Neben den gut klingenden Onboard- und Software-Effekten bietet der REV7 auch integrierte Scratch-Sounds, die sich für Scratch-Einlagen, aber auch zum Üben eignen. Mit der neuesten Firmwareversion wurde ein direkter Zugriff auf Stems ergänzt, sodass Echtzeitremixe und Mashups bequem mit dem Gerät angefertigt werden können. Aufgrund seiner zahlreichen Anschlüsse für Zuspieler und Mikrofone ist das Pioneer-DJ-Gerät aber auch für mobile DJs sehr gut geeignet und ist hier alternativ auch ohne zwingenden Softwarekontakt (Serato DJ Pro oder Rekordbox) nutzbar. Der DDJ-REV7 richtet sich vornehmlich an professionelle User, so dass der UVP von 2099 Euro vertretbar ist.

Gesamtwertung:
5,0 von 5,0
Qualität:  
5,0 von 5,0
Klang:  
5,0 von 5,0
Preis-Leistung:  
4,5 von 5,0

Pro

Motorisierte Jogwheels
Professioneller Magvel Pro Crossfader
Stems-Steuerung
Viele Erweiterungsmöglichkeiten
Doppelter USB-Anschluss
Kombinierbare Effekte (Onboard&Software)
Onboard Scratch Samples
Inklusive Serato DJ Pro und Rekordbox

Kontra

Interne Scratch Samples nicht austauschbar

Preis:

2099 Euro

Weitere Informationen gibt es auf der Website von Pioneer DJ

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit DJ-Controller , Pioneer DJ , Pioneer DJ DDJ-REV7 , Serato DJ Lite

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