KORG NANO SERIES 2 – Review

KORG NANO SERIES 2 – Review

Archiv 19. August 2011

Mit der ersten Korg Nano-Serie begann 2008 die Epoche der Slimline-Controller, der sich dann sehr schnell auch andere Hersteller angeschlossen haben. Seit kurzem ist die zweite Generation von nanoPad, nanoKontrol & nanoKey verfügbar.

 

Die Idee als solche war schon damals klasse und zumindest in der Anfangszeit auch konkurrenzlos. Leider häuften sich nach einigen Wochen und Monaten die Reklamationen und seitdem hielt sich eine allgemeine Meinung zu Korg’s Nano-Serie felsenfest über Wasser: der Mini-USB Anschluß nudelt sehr schnell aus und die Pads bzw. Tasten gehen sehr schnell kaputt. Einzig der nanoKontrol konnte dieser Meinung trotzen, zumidest dessen Buttons, Fader und Potis schienen nicht so schnell zu kränkeln.
Auch der Hersteller selbst macht keinen großen Hehl draus und gibt bauartbedingte Schwächen zu. Doch diese sollen nun endlich der Vergangenheit angehören, denn die Nano 2 Serie bringt laut Korg nicht nur einige neue Features mit, sondern auch an der Verarbeitung hat man gearbeitet und diese gegenüber den Vorgängern optimiert. Auch an die iPad-User wurde diesmal gedacht, denn ein über das Camera Connection Kit angeschlossener nano2-Controller soll dann in jeder Core-MIDI fähigen iPad-App verwendet werden können.
Wir haben einen kurzen Blick drauf geworfen und wollen euch hier unseren kurzen Ersteindruck vermitteln.

nanoPad 2
Das nanoPad 2 hat vier weitere Pads dazu bekommen, die sich wie ihre 12 Geschwister in 4 Szenen anspielen lassen. Macht also 16 Pads mal 4 Szenen, insgesamt 64 anschlagdynamische MIDI-Kommandos. Das X-Y Touchpad ist ebenfalls wieder mit an Bord, mit dem neben der Parametersteuerung von z.B. Effekten auch die Rate des Gate Arpeggiators kontrolliert wird.
Die gummierten Pads machen einen relativ robusten Eindruck und besitzen einen prägnanteren Druckpunkt als die des Vorgängers. Aber irgendwie gibt das komplette Kunststoffgehäuse bei Druck von oben nach, d.h. der ganze Controller biegt sich durch. Ob das nun auf Dauer eher gut oder schlecht ist, bleibt abzuwarten. Über den Software-Editor lassen sich die MIDI-Befehle an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen.
Fazit: die Anzahl der Pads auf einem Controller dieser Größe setzt neue Maßstäbe, doch die Verarbeitung wirkt auf den ersten Blick nicht ganz so stabil wie beim LPD8 von Akai. Ob wir mit dieser Einschätzung recht behalten oder das nanoPad 2 den Roadeinsatz auch über einen längeren Zeitraum schadlos übersteht, wird die nahe Zukunft zeigen.

Shoplink:  nanoPad 2 black /  nanoPad 2 white (je 45 €)

nanoKey 2
Unser einstiges Sorgenkind der alten Nano-Serie hat in Version 2 einen neuen Tastenmechanismus erhalten, der nun hoffentlich auch mal länger als ein paar Wochen durchhält. Aber irgendwie fühlen sich die 25 Tasten nun etwas schwammig an, was jedoch nur haptisch der Fall ist. Der MIDI-Befehl wird stets korrekt und zuverlässig übertragen, egal wo und wie man die Taste drückt. Man sollte dennoch ’nen ordentlichen Schluck Zielwasser intus haben, denn auch die kleinste Bewegung der daneben liegenden Taste wird Auslösen der entsprechende Note in der Software quittiert.
Für die Verarbeitung gilt das gleich wie beim nanoPad 2, denn auch das nanoKey geht bei Druck von oben in eine leichte Bananenform über, wenn auch nicht ganz so stark.
Fazit: rein haptisch fühlt sich die 2er Variante nicht sehr viel anders an als der Vorgänger, aber das Drücken der Tasten „klingt“ dann doch irgendwie anders, nämlich vertraulicher und robuster. Anschlagdynamisches Tonalspielen ist auf einem Keyboard dieser Größe sowieso eine Qual, von daher gibt es im Direktvergleich nanoKey 2 vs. Akai LPK25 weder Gewinner noch Verlierer, wobei sich das Gerät von Korg besser zur Cue-Punkt-Steuerung zweckentfremden läßt.

Shoplink:  nanoKey 2 black /  nanoKey 2 white (je 39 €)

nanoKontrol
Die Besonderheit des nanoKontrol war und ist dessen Konkurrenzlosigkeit, d.h. es gibt kein direkt vergleichbares Produkt mit identischen Features, zumindest nicht in dieser Bauform und Größe (abgesehen vom  iCon iControls, aber den hatten wir bis dato noch nicht in der Hand und er ist auch sonst nicht sehr verbreitet, weshalb Erfahrungswerte dazu eher zur Mangelware macht). nanoKontrol 2 ist der ideale Hosentaschen-Controller für die DAW, das Ableton Live-Set oder auch Traktor, egal ob als Mixer-Ersatz oder Effektcontroller. Die direkte Einbindung in Logic/Garage Band, Ableton Live, ProTools oder Sonar erlaubt Plug&Play, für alle anderen Programme kann man, sofern notwendig, mit Hilfe des Software-Editors alle Steuerelemente wie gewünscht anpassen. Will man die „Wannenkappen“ der Fader auch als solche nutzen (sprich: Finger drauflegen und schieben), sollte der Controller möglichst rutschfrei platziert sein, da man ansonsten gleich das ganze Gerät wegschiebt anstelle des Faders. Hier wären größere Kappen von Vorteil. Die Potis hingegen lassen sich eigentlich recht gut bedienen, da die Potikappen zwar ähnlich klein aber geriffelt und daher sehr griffig sind.
Beim nanoKontrol weiß die Verarbeitung noch am ehesten zu überzeugen, hier biegt sich fast nix spürbar durch und fast alle Bedienelemente, eben bis auf die Fader liegen gut in der Hand.
Fazit: der nanoKontrol 2 ist unser Favorit der neuen Nano-Serie, denn hier stimmen Verarbeitung, Preis und Marktpositionierung noch am ehesten überein. Und solange es kein Alternativprodukt gibt, das aus ernst zu nehmendem (!!!) Herstellerhaus stammt, genießt es auch weiterhin den einsamen Status an der Spitze.

Shoplink:  nanoKontrol 2 black (45 €)

Software
Alle drei Controller kommen mit einem Freischaltcode für das nano-Software Bundle, bestehend aus M1 LE, EZ Drummer Lite, Lounge Lizard Session sowie einem Rabattgutschein für den Kauf einer Ableton Live Version.
Über den bereits erwähnten Korg Kontrol Editor lassen sich bei allen drei Geräten zahlreiche Einstellungen wie MIDI-Channel, Button-Verhalten, CC-Values etc. vornehmen, oder auch Presets laden und speichern.

 

Abschließend bleibt zu sagen, dass die neuen Nanos optisch auf jeden Fall ein wenig erwachsener bzw. fortschrittlicher wirken. Ob sie es im Inneren auch sind, wird sich in Zukunft zeigen. Unser erster (& kurzer) Eindruck ist durchwachsen und schwankt zwischen „hm, na ob das länger hält als der Vorgänger“ und „scheint wirklich besser gemacht worden zu sein“, wobei hier kein Trend auf eine der beiden Seiten auszumachen ist. Für den schmalen Taler, der dafür aufgerufen wird, bieten sie aber eine durchaus passable Qualität und Feature-Vielfalt, womit sich so manch genannter Kritikpunkt im Review-Text wohl wieder entkräftet fühlen sollte. Und wer es wirklich absolut bulletproof möchte, muss a) einfach zum Vestax Pad-One greifen und darf dabei b) nicht Äpfel mit Apfelmuß vergleichen. 😉

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