Test: DAP Audio CDMP750

Test: DAP Audio CDMP750

Tests. 22. Januar 2020 | / 5,0

Geschrieben von:
Boris Alexander

Digitale Mediaplayer sind in der Regel schnell und einfach einsetzbar und können flexibel im mobilen oder stationären Betrieb genutzt werden. Mit dem CDMP750 bietet DAP Audio ein günstiges Gerät an, das mit einer langen Ausstattungsliste glänzen möchte und neben CDs auch USB-Medien verarbeiten kann. Welche Stärken und Schwächen der Player hat, der für lediglich 279 Euro angeboten wird, werden wir hier im Test aufdecken.

Tabletop-Gerät

DAP Audio ist eine Marke der holländischen Firma Highlite mit Sitz in Kerkrade, die sich auf Beleuchtungs- und Audiotechnik spezialisiert hat. Neben zahlreichen Rackgeräten bietet der Hersteller auch das Tabletop-Gerät CDMP750, das mit einem Slot-in-CD-Laufwerk und einem USB-Anschluss ausgestattet ist. Der Player misst 325 x 217 x 92 Millimeter, wiegt 2,8 Kilogramm und kann in einer Gearbag transportiert werden, die der Hersteller für 20,50 Euro anbietet.

Mediaplayer

Der CDMP750 verfügt zur Steuerung der digitalen Songs über beleuchtete und gummierte Taster, die sich leicht erreichen lassen. Ein recht großes, aber nicht sonderlich griffiges Jogwheel mit einem Durchmesser von circa 11,5 Zentimetern erlaubt die Navigation innerhalb eines Songs sowie das Ausführen von Scratch-Manövern und die Änderung von Effektparametern. Der Pitchfader hat einen großzügig bemessenen Regelweg von zehn Zentimetern und einen umschaltbaren Arbeitsbereich. Zudem gibt es eine optional aktivierbare Tonhöhenkorrektur, die ein harmonisches Mixen und kreative Funktionen wie Effekte, speicherbare HotCue-Punkte und Loops erlaubt. Ein blau leuchtendes und sehr gut ablesbares Display versorgt den Anwender mit zahlreichen mixrelevanten Informationen und unterstützt die Auswahl der Songs von einem Datenträger.

Anschlüsse

Auf der Rückseite des CDMP750 gibt es das klassische analoge Cinch-Pärchen, aber auch einen digitalen Ausgang, sodass sich der Player problemlos verkabeln lässt. Mittels einer Remote-Buchse kann eine Fernauslösung des Geräts am Mischpult erfolgen; für eine Wechselwiedergabe mit einem zweiten CDMP750 steht eine Relay-Buchse parat. Das Kabel zur Spannungsversorgung ist fest verbaut. Diese Lösung finde ich ehrlich gesagt nicht sonderlich glücklich, sie verhindert zwar ein versehentliches Herausrutschen im Betrieb, im Defektfall jedoch ist ein Austausch eher schwierig.

Player Rückansicht.
Die Anschlüsse des CDMP-750.

Datenträger

Der DAP Audio CDMP750 kann über ein Slot-In-Laufwerk auf der Vorderseite mit Audio- und MP3-Daten-CDs gefüttert werden. Alternativ gelingt die Versorgung mit Songs auch anhand einer gut erreichbaren USB-Buchse auf der Oberseite des Players. FAT-, NTFS- oder HFS+ formatierte USB-Datenträger (Sticks oder Festplatten), die von einem Windows PC oder Mac aus gefüllt wurden, lassen sich hier nutzen.

Praxis

Der CDMP750 lässt sich dank der verbauten analogen und digitalen Ausgänge sehr einfach in ein DJ-Setup integrieren. Wer einen Einsatz im mobilen DJ-Bereich plant, kann zusätzliche Verbindungen zu anderen Playern und/oder einem Mixer per Relais- und Remote-Buchsen herstellen. Hierdurch ist die Fader-Startfunktion nutzbar, die Moderationen erleichtert, oder eine wechselweise Songwiedergabe durch zwei Player.

Die Bedienung des Players ist recht einfach gehalten, sodass man die Grundfunktionen auch ohne Studium des Handbuchs nutzen kann. Das Gerät liest die meisten CDs zuverlässig, Probleme gab es bei manchen selbstgebrannten Audio-CDs, wenn man diese nicht ab dem ersten Titel durchlaufen lies. Der Lesekopf des CDMP750-Laufwerks war in diesem Fall nicht in der Lage, den Anfang eines Songs zu lokalisieren und das Ganze endete in einer Endlosschleife, die nur durch das Ausschalten des Players unterbrochen werden konnte. Meine Empfehlung lautet daher: Alle CDs, die bei einem öffentlichen Einsatz genutzt werden sollen, unbedingt vorher testen.

Player Frontansicht.
Der CDMP750 ist ein Tabletop-Gerät das sich mit CDs und USB-Medien kombinieren lässt.

Positives lässt sich über den Anti-Shock-Puffer berichten, denn dieser arbeitet wirklich sehr zuverlässig und selbst ein heftiges Durchschütteln des Players führt zu keinerlei Aussetzern.

Mein Praxistest mit USB-Datenträgern (hier geht es zum Überblick der besten USB-Sticks für DJs) verlief ebenfalls problemlos, alle von mir getesteten Sticks und Festplatten wurden erkannt. Die maximale Speichergröße dieser Datenträger darf bis zu zwei Terrabyte betragen; maximal 999 Ordner, 8 Ordner-Ebenen sowie 999 Dateien können gelesen werden. Die Navigation per Drehregler und Taster funktioniert auch bei großen Songmengen recht ordentlich. Da der Player aber leider keine Suchfunktion bietet und die im Handbuch erwähnte Playlisten-Unterstützung nicht funktioniert (dies wurde auf Nachfrage vom Hersteller bestätigt), ist es ratsam, bei großen Songbeständen mit Ordnern zu arbeiten, die eine Playlistenstruktur nachempfinden, um Songs schnell auffinden zu können.

Der CDMP750 ermittelt die Songgeschwindigkeiten selbsttätig und erledigt diese Aufgabe auch meist zuverlässig. Sollte es zu Abweichungen kommen, ist eine manuelle Korrektur mittels Tab-Taste möglich. Das Jogwheel verfügt über eine anpassbare Empfindlichkeit und lässt sich gemeinsam mit den gut dosierbaren Pitchbend-Tastern zum Beatmatching nutzen. Die hierzu ebenfalls nötigen Tempoanpassungen gelingen mit dem Pitchfader passgenau, da dieser einen langen Regelweg besitzt. Nicht ganz überzeugend fand ich die optional aktivierbare Tonhöhenkorrektur, da sie nur in einem recht kleinen Bereich gut klingende Ergebnisse liefert. Zudem sollte man diese bei Aktivierung der Plattenspieler-Stopp-Simulation ausschalten, da der Stoppvorgang sonst recht eigenartig klingt.

Player Seitenansicht.
Der Player ist mit kreativen Funktionen ausgestattet und verfügt über ein gut lesbares Display.

Im Bereich der kreativen Funktionen hat der DAP Audio CDMP750 einiges zu bieten. Mit den fünf Effekten Flanger, Filter, Echo, Pan und Chop lassen sich Songs bearbeiten und Mixe spannend gestalten. Die Effekte sind praxisgerecht gewählt und verfügen über anpassbare Parameter. Zur Parametermodifikation wird das Jogwheel benötigt, sodass es nicht möglich ist, Effekte dynamisch zu steuern und gleichzeitig Songs zu scratchen.

Der Player verfügt zudem über vier Speicherslots für HotCue-Punkte und Loops. Beide Funktionen erlauben Mixtricks, besonders gut hat mir die Loop-Funktion gefallen, die automatisch oder manuell nutzbar ist und eine nachträgliche Modifikation der Loop-Länge erlaubt. Mit der Rückwärtswiedergabe lässt sich die Songwiedergabe umkehren, hier hätte ich mir als Ergänzung eine Slip-Funktion gewünscht, die den Song im Hintergrund weiterspielen lässt, um synchron laufende Mixe nicht zu unterbrechen.

Fazit

Der DAP Audio CDMP750 ist ein solider CD-/Mediaplayer, der sich einfach nutzen und bequem in ein DJ-Setup integrieren lässt. Das Gerät kann mit CDs oder USB-Sticks kombiniert werden und spielt Songs zuverlässig ab. Für 279 Euro bekommt man einen Player, der neben den reinen Mixaufgaben auch kreative Funktionen bietet und sich für Installation im Club, mobiles DJing und Einsteiger eignet. Die kleineren Designschwächen wie die fehlenden Parameterregler für die Effekte, die vermisste Slip-Funktion oder nicht die funktionierende Playlisten-Unterstützung führen zwar zu Punktabzügen, trüben aber die insgesamt positive Bewertung des Player nicht maßgeblich.

 

Pro

Sehr günstiger Anschaffungspreis
Gute Verarbeitung
Anti-Shock-Puffer arbeitet zuverlässig
Einfache, flexible Installation (analog, digital)
Solide Effekte

Kontra

Playlisten-Unterstützung ohne Funktion
Keine Slip-Funktion

 

Preis: 279 EUR
Weitere Informationen gibt es auf der Website von DAP Audio.

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit CDMP750 , Dap Audio , DJing , mediaplayer

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