Test: Funktion One & Formula Sound FF6.2L

Test: Funktion One & Formula Sound FF6.2L

Tests 28. November 2016

DJ-Mixer aus UK stehen für einen guten Sound und eine hohe Hardware-Qualität. Kann das Kooperationsprodukt von Funktion One und Formula Sound diesen Erwartungen gerecht werden? Die eigentlich auf PAs spezialisiert Firma Funktion One nahm schlecht klingende, digitale DJ-Mixer zum Anlass, eigene Mischpulte für DJs zu bauen. Um dieses Projekt nicht alleine auf die Beine stellen zu müssen, kooperiert man mit dem Mixkonsolenspezialisten Formula Sound. Die ersten gemeinsamen Geräte FF-6000 und FF-4000 werden jetzt um den FF6.2L ergänzt und wahrscheinlich in den nächsten Wochen abgelöst.

Bulletproof

Der FF6.2L tritt als robuster Sechskanalmixer auf den Plan und bringt nahezu 10 Kilogramm auf die Waage. Zum Aufstellen benötig ihr eine Fläche von 442 x 355 Millimeter und solltet die Seitenteile dabei nicht zustellen, da diese zur Belüftung zwingend freibleiben müssen. Der analoge Mixer bietet 4-Band-EQs in allen 6 Kanalzügen sowie jeweils ein Hoch- und ein Tiefpassfilter. Auf integrierte, digitale Effekte wurde aufgrund des analogen Gesamtkonzepts verzichtet, aber es gibt zwei AUX-Wege, die ihr zum Anschluss von Effektgeräten nutzen könnt. Die Kanäle 1+2 sind für Mikrofone und symmetrische Line-Eingangssignale vorgesehen und mit Kompressoren ausgestattet. Die Kanäle 3-6 bieten keine Kompressorschaltung, lassen sich aber dem Crossfader per Taster zuweisen. Der rechts angeordnete Crossfader verfügt über eine stufenlose Faderkurvenanpassung. Direkt neben dem Crossfader befinden sich die Bedienelemente für die Cue-Funktion inklusive zweier Anschlüsse für Kopfhörer. Die Eingangssignale könnt ihr in den Kanälen mit Gain-Reglern aussteuern und diesen Vorgang optisch durch zwölfsegmentige LED-Ketten überwachen. Der FF6.2L ist mit einem zusätzlichen Mikrofoneingang ausgestattet, der über einen 3-Band-EQ verfügt und dessen Ausgangsignale direkt an den Master-Ausgang gesendet werden. Die Ein- und Ausgänge sind auf der Rückseite des Mixers zu finden und so angeordnet, dass sie sich genau hinter den Kanalzügen und Ausgangsreglern befinden. Ihr könnt dadurch direkt erkennen, ob eine entsprechende Verkabelung erfolgt ist. Der Mixer ist mit vier Anschlüssen für Line-Pegel-Quellen und Plattenspieler ausgestattet sowie mit zwei Instrumenteneingängen und drei Mikrofoneingängen.

Für den Anschluss an eine PA gibt es einen symmetrischen Master- und einen symmetrischen Booth-Ausgang, beide mit XLR-Buchsen. Eine zusätzliche XLR-Buchse könnt ihr als Mastermono- oder Subbass-Ausgang nutzen. DJ-Sets lassen sich anhand des Recording-Ausgangs mitschneiden und ein Insert-Weg gibt euch die Möglichkeit, Dynamikprozessoren wie Limiter oder Equalizer anzuschließen, um das Gesamtsignal zu formen. Wenn der Mixer in einer Festinstallation zum Einsatz kommen soll, kann ein Zone-Ausgang zur Beschallung weiterer Räume genutzt werden. Dieser wird durch eine optionale Remote ferngesteuert.

Ausprobiert

Der FF6.2L ist kein schicker Mixer für Bedroom-DJs, sondern ein Gerät für den harten Dauereinsatz in einem Club oder auf Festivals. Seine Verarbeitung ist vorbildlich und auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Der Hersteller verspricht einen langen Ersatzteilsupport, so dass Reparaturen auch nach vielen Jahren noch möglich sein sollten. Nach dem Einschalten des Mixers macht sich der recht laute Lüfter bemerkbar, auch das spricht gegen einen Einsatz in den heimischen vier Wänden, stört aber bei professionellen Verwendungen nicht, da dort zumeist hohe Musikpegel gefahren werden. Die Bedienelemente sind großzügig ausgeführt und erlauben exakte Parameterveränderungen. Mit den Vierband-EQs, die als total-kill ausgelegt sind, und den Filtern lassen sich mehrkanalige Mixe passgenau abstimmen. Wenn ihr zum Beispiel mit Traktor auflegt und Track-, Stem- und Remix-Decks verwendet, könnt ihr die einzelnen Elemente gezielt mit den EQs bearbeiten und die gewünschten Frequenzen herausarbeiten. Zum Einschleifen von Effekten stehen zwei AUX-Wege parat, die allerdings keinen Return-Kanal haben.

Die Signale müssen daher in einen der sechs Kanalzüge eingespeist werden. Sicherlich könnte man dieses als Nachteil auslegen, da ihr so auf bis zu zwei Kanäle verzichten müsst. Ich denke aber, dass die wenigsten von euch mit sechs Decks parallel auflegen und die Return-Signale lassen sich auf diese Weise ebenfalls mit den EQs und Filtern bearbeiten. Der ab Werk verbaute Crossfader eignet sich zum Überblenden von Songs, aber nicht für schnelle Cuts zum Scratchen. Ihr könnt diesen bei Bedarf gegen einen Pro-X-Fader oder ähnliches Modell tauschen. Was mir wirklich extrem gut gefallen hat, ist der unaufdringliche, warme Klang des Mixers. Hier haben die beteiligten Firmen auf ihre Kernkompetenzen zurückgegriffen und sehr gute Arbeit geleistet. Die analoge Schaltung, das im Inneren verbaute lineare Netzteil und die Filter ohne Resonanzkopplung (um Übersteuerungen zu vermeiden) kommen hier voll und ganz zum Tragen.

Fazit

Der Installationsmixer FF6.2L von Function One und Formula Sound ist ein professionelles Gerät, das robust und vorbildlich verarbeitet ist. Der klanglich sehr gute Mixer richtet sich aufgrund seines ambitionierten Preises weniger an Heimanwender, sondern an Clubbetreiber, Verleihfirmen oder Veranstalter. In Planung sind bereits weitere Modelle wie eine Rotary Ausführung FF6.2R und vierkanalige Mixer mit Line- und Rotary-Fadern. Wenn ihr als Booking-DJ unterwegs seid und mehrkanalige Mixe zu euerm Repertoire gehören, solltet ihr den FF6.2L auf euren Technical Rider mit aufnehmen.

Preis: 3990 EUR
Mehr Informationen auf der Website von Formula Sound.

 

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit dj , FF6.2L , Formula Sound , Funktion One , Mixer

Geschrieben von:
Boris Alexander

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