Test: Roland Cloud – Synths und Drums aus der Wolke

Test: Roland Cloud – Synths und Drums aus der Wolke

Tests. 16. September 2018 | 5,0 / 5,0

Geschrieben von:
Bastian Erath

Roland Cloud: Das japanische Unternehmen Roland wurde bereits 1972 gegründet und vor allem die 70er und 80er Jahre gelten als die kreative Blütezeit des Instrumenten-Herstellers. Die damaligen revolutionären analogen und digitalen Klangerzeuger prägten in den späten Achtziger- und frühen Neunzigerjahren ganze Musik-Genres wie beispielsweise Techno, House, Hip Hop oder auch Pop. Und noch heute basiert ein Großteil aktueller Veröffentlichungen auf den zeitlosen Roland-Sounds. Der Kultstatus um die legendäre Vintage-Hardware scheint nicht abzureißen. Aus diesem Grund werden die Klassiker zum einen auf dem Gebrauchtmarkt zu utopischen Preisen gehandelt und zum anderen von zahlreichen Soft- und Hardware-Herstellern geklont.

Etwa 30 Jahre später lässt auch Roland die glorreichen Zeiten wieder neu aufleben und die Erfolgsgeschichte scheint mit sich an den Klassikern orientierender Hardware weiterzugehen. Mit der „Aira- und Boutique“-Serie reproduziert Roland beispielsweise verschiedene, beliebte Ikonen als Miniaturversionen nach. Dazu wurde die sogenannten „ACB“- bzw. „DCB“-Technologie entwickelt, diese versucht die ursprünglichen Schaltkreise authentisch nachzuempfinden. Des Weiteren verbindet das japanische Unternehmen Hard- und Software mit der sogenannten „Plug-Out“ Schnittstelle. Mit dieser Möglichkeit lassen sich Software-Plugins mit der spezifischen Roland-Hardware physisch fernsteuern. Die Palette an virtuellen Klangerzeugern aus dem Hause Roland umfasst mittlerweile zahlreiche legendäre Klassiker. Das umfangreiche Software-Angebot ist inzwischen ausschließlich im Abo-Modell, unter der Produktbezeichnung „Roland Cloud“ erhältlich, welches wir uns im weiteren dieses Testberichts anschauen möchten.

Kosten und Nutzen

Die Roland Cloud kostet pro Monat 19,95 Dollar (ca. 17 Euro), das Jahres-Abo 215,40 Dollar (ca. 184 Euro). Wer zwölf Monate durchhält (nicht zwingend am Stück) sammelt bei Roland Treuepunkte und erhält am Ende dieses Zyklus ein Plugin kostenlos. Die langfristige Bindung an den Kunden durch dieses Verkaufsmodell ist nicht von der Hand zu weisen und scheint ein profitables Geschäftsmodell zu sein. Wenn Roland also seine Kunden nicht enttäuschen will, sollten die Wünsche der Community in regelmäßigen Updates berücksichtigt werden und die Erweiterungen der Produktpalette stetig folgen. Die Plugins alternativ zum einmaligen Festpreis kaufen zu können, wäre dennoch lobenswert. Wer vor dem Kauf einen Blick ins Klanguniversum der Roland Cloud wagen möchte, dem empfehle ich, die 30-tägige Demo zu testen.

Installation und Produktpalette

Die Installation des Roland Cloud Manager erweist sich als unkompliziert. Nach der Inbetriebnahme stehen dem Nutzer insgesamt 35 Produkte zur Verfügung, die individuell als VST- (Windows/Mac) und AU-Plugin (Mac) gespeichert werden können. Darunter Plugin-Emulationen legendärer Klassiker, Plug-Outs, aber auch Sample-basierte Klangerzeuger wie die Anthology-, Flavr- und Tera-Series, die in einer Verwaltungssoftware namens Concerto organisiert werden. Eine Auflistung aller Instrumente findet ihr hier in der Infobox:

Roland Cloud Instrumente

Aira Series

Roland System-1
Roland System-8

Anthology Series

Anthology-1985-1
Anthology-1985-2
Anthology-1986
Anthology-1987
Anthology-1990
Anthology-1993 Vol. 1
Anthology-1993 Vol. 2
Anthology-1993 Vol. 3
Anthology-EP14
Anthology-Orchestra Vol. 1
Anthology-Orchestra Vol. 2
Anthology-Orchestra Vol. 3
Anthology-Orchestra Vol. 4

Flavr Series

Flavr-BlipBlop
Flavr-Electrode
Flavr-FunkyFever
Flavr-Grit
Flavr-Midnight
Flavr-Resin

Legendary Series

D-50
Juno-106
Jupiter-8
JV-1080
Promars
SH-101
SH-2
Sound Canvas VA
SRX Orchestra
System-100
TR-808
TR-909

Tera Series

Tera-Guitar
Tera-Piano 

Wer über die Anschaffung der Roland Cloud nachdenkt, wird wahrscheinlich zunächst auf die Klangerzeuger der „Legendary Series“ scharf sein. Diese Serie beinhaltet die Software-Clones renommierter Synthesizer und Drum Maschinen wie den Juno-60, Jupiter-8, D-50, TR-808 oder die TR-909. Wir haben uns aus diesem Grund vor allem mit den Instrumenten dieser Modellreihe beschäftigt und den Fokus auf diese Kandidaten gelegt.

Allgemein

Bevor wir uns tiefer mit den einzelnen Testkandidaten beschäftigen, möchte ich noch zwei allgemeine Punkte ansprechen, die sich auf alle Plugins der Legendary Series beziehen. Jedes der Plugins beinhaltet eine praktische Zoom-Funktion, mit der sich die GUI in verschiedenen Prozentstufen um bis zu 200 Prozent vergrößern lässt. Des Weiteren lassen sich die sehr CPU-hungrigen Klangerzeuger in einem weniger rechenintensiven Modus betreiben, der allerdings auf Kosten der Qualität geht. Beide Auswahlmöglichkeiten findet man in den Optionen der jeweiligen Plugins.

Roland Cloud Juno-106

Den Anfang macht der legendäre Roland Juno-106, dieser ist  ein sechsfacher, polyphoner Synthesizer, der erstmals 1984 das Licht der Welt erblickte. Gebaut wurde der Juno-106 bis 1988 und erfreut sich bis heute bei vielen Musikern und Synthesizerfans größter Beliebtheit. Verantwortlich dafür sind eine simple Klangerzeugung, eine sehr übersichtliche und direkt zugängliche Nutzeroberfläche sowie ein warmer Klang.

Grundlegend hat Roland mit der Cloud-Emulation am Erfolgskonzept des Juno-106 festgehalten. Vertraute User werden sich daher schnell zurechtfinden: Der DCO (Digital Controlled Oszillator) mit wählbaren Sägezahn und/oder Pulswelle (mit Pulsbreitenmodulation) sowie der Sub-Oszillator und der Rauschgenerator, bleiben in ihrer puristischen Ausführung genauso Bestandteil wie das resonanzfähige Low-Pass-Filter mit einer fixierten Flankensteilheit von 24 dB. Allerdings lässt sich zwischen Rechteck und Sägezahn nun stufenlos regeln, um diese in verschiedenen Verhältnissen zumischen. Des Weiteren wurden der Software-Ausgabe eine zweite ADSR-Hüllkurve sowie ein Arpeggio spendiert.Roland Cloud: Juno-106.

Wie das Original verfügt auch die Plugin-Emulation über einen LFO, allerdings lässt sich nun die LFO-Rate zum Songtempo synchronisieren. Außerdem wurden zahlreiche gut klingende Effekte ergänzt, darunter Hall und Delay. An den legendären Chorus wurde natürlich auch gedacht. Die Plugin-Emulation wurde um zwei Stimmen ergänzt, somit handelt es sich jetzt um einen achtfach, polyphonen Synth, außerdem wurde die Range des Oszillators um drei Oktaven erweitert.

Wer ein Plugin mit umfangreichen Manipulationsmöglichkeiten sucht, ist hier sicher falsch. Im Sinne der Einfachheit wurde hier weiter am rudimentären Workflow festgehalten. Die zahlreichen kleineren Ergänzungen sind sinnvoll und stören die Usability zum Glück nicht. Vielmehr werden sich Nostalgiker am authentischen Sound der Plugin-Emulation erfreuen, der einen ähnlich warmen Eindruck hinterlässt, wie es beim Original der Fall ist.

Roland Cloud Jupiter-8

Der Roland Jupiter-8 ist ein achtfacher, polyphoner Synthesizer und wurde von 1981 bis 1985 gebaut. Von einem „echten“ Jupiter-8 können viele Synthesizerfans nur träumen, denn auf dem Gebrauchtmarkt ist er nur sehr selten zu haben und wenn dann extrem teuer. Da bleibt demütig nur der Griff ins virtuelle Klangerzeuger-Arsenal. Die französische Soft- und Hardware-Schmiede Arturia versucht die Sehnsucht mit dem Jup-8 zu befriedigen, der mittlerweile in seiner dritten Version erhältlich ist. Roland setzt in Kombination mit der Veröffentlichung des System-8 auf die Plugin-Emulation des Jupiter-8. Der haptische Zugang über die Bedienoberfläche der Hardware sorgt für einen intuitive Nutzung des Plugins.

Ein Vergleich von Hard- und Software zeigt einen identischen Aufbau. Vertraute User werden sich gleich zurechtfinden. Links befindet sich das LFO, gefolgt vom VCO-Modulator. Hinzu kommen die zwei Oszillatoren, unter anderem mit Cross Modulation und Oszillator-Sync. Darüber hinaus lässt sich der zweite Oszillator in Halbtonschritten und Fine-Tuning stimmen. Die Klangmöglichkeiten sind im Vergleich zum Juno-60 also vielseitiger. Mittig platziert folgt die Mixer-Sektion. Daraufhin finden sich ein High-Pass-Filter sowie ein resonanzfähiges Low-Pass-Filter auf der Bedienoberfläche des Boliden.

Fehlen noch der VCA und die zwei ADSR-Hüllkurven, die die Hauptsektion der Klangerzeugung abschließen. Außerdem findet sich der klassische Arpeggio genauso auf der GUI wieder wie die Bend-Sektion und das Portamento. Überraschungen gibt es nicht. Wie auch bei anderen Vertretern der Roland Cloud legt der japanische Hersteller Wert darauf, die legendären Vorbilder authentisch nachzuempfinden und mit nur kleineren Eingriffen zu modernisieren.

Im Detail finden sich zusätzliche, kleinere aber sinnvolle Erweiterungen innerhalb der Software: Auch hier wurde die Range der Oszillatoren um 2 Oktaven aufgebohrt. Zusätzliche Wellenformen in der LFO- und Oszillatoren-Sektion wurden ergänzt, das LFO kann zum Songtempo synchronisiert werden und auch beim Jupiter-8 wurden zahlreiche gut klingende Effekte komplementiert. Mit einer umfangreichen Feature-Liste ist der Jupiter ein vielseitig einsetzbarer Synthesizer. Besonders prädestiniert ist er allerdings für sanfte und warme flächige Sounds. Abschließend würde ich aber behaupten, dass die Juno-106-Emulation näher am Original klingt als der Jupiter-8. Allerdings sprechen wir hier von Nuancen.

Roland Cloud D-50

Unsere nächste Ikone ist der Roland D-50. Ein 16-stimmiger, polyphoner Synthesizer der von 1987 bis 1990 gebaut wurde. Er folgte dem zu dieser Zeit digitalen Trend und galt als Rivale des Yamaha DX7. Wie man daher vermuten könnte, ist der D-50 aber kein Synthesizer, der auf der FM-Synthese basiert, sondern dem Konzept der LA-Synthese folgt. Um damals teuren Speicherplatz zu sparen, dienen kurze Samples dabei nur für die Einschwingphase, der Ausklang des Sounds wird dann aber ressourcenschonend in digital und synthetisch erzeugt. Das Ergebnis sind organische Bläser, perkussive E-Pianos und Gitarren sowie gläserne Glocken und atmosphärische Streicher.Roland Cloud: D-50.

Somit stellt der D-50 eine alternative Klangpalette zu den klassischen Vertretern analoger Syntheseformen dar. Der Workflow des innovativen Synthese-Konzepts lud jedoch, ähnlich wie bei anderen Protagonisten dieser Ära, nicht zur intuitiven Soundmanipulation ein. Daher kamen vor allem die Presets zu Einsatz, die zum wesentlichen Bestandteil vieler bekannter Pop/Rock, Soul und New Wave Produktionen wurden. Erfreulicherweise sind die originalen Werksounds genauso vertreten wie neue und moderne Klänge. Des Weiteren beinhaltet die Plugin-Emulation des D-50 den Funktionsumfang des Programmer PG-1000, den mal damals extra dazu kaufen konnte, um die Parameter manuell bedienen zu können.

Das ermöglicht natürlich auch einen angenehmeren, mit weniger Hürden behafteten Workflow, die Software-Emulation ist dadurch wesentlich leichter zu steuern als ihr Vorbild. Dadurch ergibt sich auch, dass man das Cloud-Plugin dann sogar als Editor für das Original benutzen kann, da Sounds über eine Import-/Export-Funktion ausgetauscht werden können.

Roland Cloud TR-808 und TR-909

Zur Erfolgsgeschichte dieser beiden Kandidaten muss man nicht mehr viel sagen. Die TR-808 und TR-909 sind Kult und umfänglich beleuchtet. An Hardware- und Software-Clonen haben sich viele Hersteller versucht. Seit Anfang 2018 sind die Ikonen auch Bestandteil der Roland Cloud. Das Erscheinungsbild ist stark an die originale Hardware angelehnt, beide Drum-Maschinen lassen sich aber auch alternativ im kompakten Boutique-Look darstellen. Wie bei der Originalen 808 stehen dem Anwender 16 Instrumente zu Verfügung. Elf Instrumente sind gleichzeitig hörbar, davon können die Toms und Congas entsprechend dem Original mit einem Kippschalter manuell umgeschaltet werden. Und auch bei der 909 finden sich die elf klassischen Instrumente wieder, für die die Drum-Maschine berühmt ist.

Der Workflow der Lauflichtprogrammierung wurde in der Emulation bei beiden Instrumenten stark vereinfacht und ermöglicht so ein sehr übersichtliches Programmieren von Beats. Im Edit-Modus lässt sich ein mehrspuriger, übersichtlicher und einfach zu bedienender Step-Sequenzer aufrufen. Darüber hinaus stehen acht Variationen zur Verfügung, diese lassen sich auch miteinander verketten. Erfreulicherweise können so bis zu 128 Steps je Instrument einprogrammiert werden. Zusätzlich hat Roland der Emulation eine Flam- und Sub-Step-Funktion spendiert. Die neue Last-Step-Funktion für polymetrische Rhythmusmuster ist genauso praktisch wie die erweiterte Swing-Funktion mit individueller Zuweisung der einzelnen Instrumente. Mit der Akzent- und Weak-Funktion können darüber hinaus Steps betont oder unbetont einprogrammiert werden. Hier hätte ich mir allerdings eine Bandbreite von 127 Velocity-Stufen je Step innerhalb des internen Sequenzers gewünscht, um die Dynamik flexibler und weitläufiger bearbeiten zu können.

Der Grundklang beider Plugin-Emulationen ist authentisch und druckvoll, jedoch etwas cleaner und moderner als die Vorbilder. Darüber hinaus lassen sich die einzelnen Instrumente mit dem Gain-Regler verzerren, allerdings muss man dafür die Hauptansicht verlassen und zum Panel-Modus wechseln.  Außerdem bietet diese Sektion individuelle Panning-Parameter. Ich bin großer Freund der Limitierung: Diese unterstützt die Fokussierung auf wesentliche Aspekte, dennoch hätten den modernen Plugin-Ausgaben der 808 und 909 ein paar mehr Tuning- und Decay-Parameter für die Clap, Hi-Hats und Co. gut gestanden. Dieser Kritikpunkt ist jedoch sicherlich in einem Update umsetzbar.

Nutzerfreundlich können mithilfe der Sub-Outputs jeweils elf Instrumente einzeln in der DAW abgefangen werden. Die Pattern as MIDI-Funktion bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Pattern, die im Sequencer des Plugins programmiert wurden, in die DAW zu integrieren. Als abschließendes Schmankerl können sogar Pattern zwischen den Plugins und der neuen Roland TR-8s ausgetauscht werden.

Roland Cloud SH-101

Die renommierte Roland SH-101 ist ein einstimmiger, sehr übersichtlicher Synthesizer mit einer einfach gestrickten Klangerzeugung und wurde von 1982 bis 1986 gebaut. Anfang der 90er-Jahre prägten die sequenzierten Bassline und schneidenden Lead-Sounds der SH-101 vor allem das Techno-Genre, doch auch heutzutage ist die SH-101 noch oft zu hören.

Die Software-Emulation der SH-101 brachte Roland bereits 2014 zusammen mit der System-1 auf den Markt. Auch dieses Plugin ist somit Teil der Plug-Out-Schnittstelle, konnte aber schon damals auch unabhängig der Hardware gekauft und als natives Plugin genutzt werden. Seit Veröffentlichung des Roland Cloud Konzepts ist sie nur noch im Abo erhältlich. Das Plugin scheint jedoch leider etwas in die Jahre gekommen zu sein. Zwar lässt sich auch dieses Software-Instrument mit der Zoom-Funktion vergrößern, jedoch erscheint die vergrößerte Darstellung etwas pixelig. Darüber hinaus wäre eine Überarbeitung der SH-101 mit Anlehnung an die SH-01A der Boutique mit z.B. Polyphonie wirklich wünschenswert. Als kleinen Add-on können aber über die Options die drei originalen Kolorierungen ausgewählt werden.Roland Cloud: SH-101.

Original, wie die Plugin-Emulation umfassen nur einen Oszillator. Wie bei dem Klassiker, lassen sich auch in der Software-Ausführung die Sägezahn- und Rechteck-Wellenform über Schieberegler separat mischen. Hinzu gesellen sich ein Sub-Oszillator und Noise-Generator. Die Pulswelle kann mit Hilfe des LFOs, manuell oder mit der ADSR-Hüllkurve moduliert werden. Die Plugin-Emulation der SH-101 stellt dafür sogar zwei Envelopes zu Verfügung. Das LFO wurde wie bei anderen Protagonisten der Roland Cloud um zwei Wellenformen sowie der Möglichkeit das LFO zum Song-Tempo synchronisieren zu können, erweitert. Auch der Funktionsumfang des resonanzfähiges Low-Pass-Filter wurde eins zu eins in die Plugin-Emulation übertragen.

Nicht ganz so gut wurde die Filter-Resonanz getroffen, die nicht so schmatzig und zwitschernd klingt wie es beim Original der Fall ist. Insbesondere bei der Möglichkeit der Selbstoszillation des Filters ist dieses zu hören. Dabei handelt es sich indessen um eine Problematik, die auch bei anderen Software-Emulation nicht so authentisch zu Tage kommt. Mit ein paar Abstrichen muss man allerdings festhalten, dass das Filter nah an die typische SH-101-Charakteristik herankommt. Zusätzlich gibt es sehr einfach gehaltene, aber dennoch brauchbare und performanceorientierte Effekte, mit denen man innerhalb des Plugins das Signal auf eine schnelle und unkomplizierte Art und Weise veredeln kann. Zur Verfügung stehen ein gut klingendes One-Knob-Reverb und ein Bit-Crusher, sowie ein Echo mit einem synchronisierbaren Delay-Time-Regler.

Fazit

Die Plugins der Legendary Series der Roland Cloud legen vor allem auf einen authentischen Funktionsumfang wert. Diese Limitierung hilft vor allem, den Workflow und die Entscheidungsfreudigkeit aufrecht zu halten. Ausschließlich subtile Optimierungen und Ergänzen stellen eine sinnvolle Verbesserungen der Plugins dar, die die Übersichtlichkeit und somit leichte Bedienbarkeit nicht stören. Beim Spielen und Programmieren der Gerätschaften kommt definitiv ein nostalgisches Feeling auf. Der Klang ist für Plugins exzellent und wie man erwarten könnte auch typisch roländisch. Das japanische Unternehmen mit Kultstatus kommt mit kleinen Abstrichen an die jeweils typische Klangeigenschaft, für die jedes der alten Geräte steht, nah heran.

Ein hoher CPU-Verbrauch in diesem Zusammenhang ist jedoch nicht von der Hand zu weisen. Ein Preis, den man für sehr gut klingende Plugins aber auch bei anderen Herstellern zahlen muss. Nicht ganz preisgünstig ist auch das Abo-Modell, in dem die Plugins ausschließlich zu erhalten sind. Will Roland die Nutzer langfristig für sich gewinnen, sollten regelmäßige Updates für dieses Geschäftsmodell sprechen. Ich bin sicherlich nicht der einzige, der sich darüber hinaus über eine TB-303 und RE-201 Space Echo Software-Emulation aus dem Hause Roland freuen würde.

Preis:

19,95 EUR/Monat oder 207,00 EUR/Jahr

Weitere Informationen gibt es auf der Website von Roland.

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit Cloud , D-50 , Drum Machine , Juno-106 , Jupiter-8 , Plugin , Roland , SH-101 , Software , Subscription , Synthesizer , TR-808 , TR-909

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