Überblick: Die besten Tonabnehmer für DJs

Überblick: Die besten Tonabnehmer für DJs

Features 9. Februar 2019

Das Auflegen mit Vinyl genießt unter DJs trotz digitaler Technik immer noch hohes Ansehen und verkörpert in gewisser Weise auch etwas Nostalgisches und Puristisches mit dem DJ-Handwerk, das auch Einsteigern bei der Leidenschaft packt. Damit der Sound auch ordentlich abgenommen wird, braucht es den geeigneten Tonabnehmer am Plattenspieler. Nadelschliff, Ausgangsleistung, Spurtreue und Klangeigenschaften können je nach Anwendungsbereich entsprechend präferiert werden. So legt ein Club/Mix-DJ mehr Wert auf einen druckvollen Sound, wohingegen ein Scratch-DJ ein System bevorzugt, das auch bei heftigen Manövern sehr sicher in der Rille liegt. DVS-DJs, die mit Timecode-Vinyl auflegen, setzen vorwiegend auf eine hohe Lautstärke, damit das Steuersignal deutlich in der Software ankommt. In diesem Sinne haben wir euch die besten Tonabnehmer für DJs nach Anwendungsbereich herausgepickt.

Der Einsteiger: Reloop Concorde Blue

Reloop hat in Kooperation mit Ortofon eine eigene Tonabnehmerserie für DJs herausgebracht. Das Reloop Concorde Blue ähnelt dem alten Ortofon DJ S, das mit einem sphärischen Nadelschliff bestückt und für Cueing sowie einfache Scratches geeignet ist. Mit einem Auflagegewicht von 3 Gramm liegt das System sicher in der Rille und eignet sich auch für den Clubeinsatz. Die Ausgangsleistung von 6 mV macht es zu einem Tonabnehmer mit durchschnittlicher Lautstärke. Der Klang überzeugt ebenfalls,wobei der Frequenzgang von 20 Hz bis 18 kHz reicht. Da es ein Concorde-System mit SME-Anschluss ist, sollte man es nur an einem S-Tonarm verwenden, damit eine optimale Abtastung gewährleistet ist. Für 79 Euro ist es wesentlich günstiger als das Pendant von Ortofon und im Vergleich zum Reloop Concorde Black lohnen sich die 10 Euro mehr, die man in höhere Specs investiert. Das Ortofon DJ S galt seinerzeit bereits als bewährtes Allround-System, das nun mit dem Reloop Concorde Blue einen preislich wie qualitativ angemessenen Nachfolger findet.

Preis: 79 EUR
Concorde Blue

Der Allrounder: Ortofon Concorde DJ MK2

Ortofons Neuauflage der DJ-Systeme brachte den Concorde Tonabnehmern nicht nur ein neues Äußeres, sondern auch eine Verbesserung der inneren Werte. Das Concorde DJ MK2, der Nachfolger des DJ S, hat zwar die blaue Farbe beibehalten, jedoch kann man es nun mit 4 statt nur 3 Gramm belasten, was die Nadel etwas deutlicher in die Spur drückt und dementsprechend weniger Sprünge erwarten lässt. Mit einem Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz wurde dem Concorde DJ MK2 ebenfalls noch etwas mehr Bandbreite mit auf den Weg in die DJ-Kanzel gegeben. Der sphärische Nadelschliff ist beibehalten worden, wobei das neue Design es nun erlaubt, auch den Fingerlift zu tauschen. Erfreulich, denn der Fingerlift war eine Schwachstelle bei den alten Ortofon-Systemen, der gerne mal abgebrochen ist. Mit einem Output von 6 mV liefert das Concorde DJ MK2 ausreichend Lautstärke und kann auch für die Verwendung mit einem DVS genutzt werden. Insgesamt gibt dieses System einen guten Allrounder ab, der in Spurtreue, Lautstärke und Klang gleichermaßen überzeugt, aber in keiner Kategorie überdurchschnittlich heraussticht. Wer einen Tonabnehmer für fast alle Einsatzbereiche und Musikrichtungen sucht, ist mit dem Ortofon Concorde DJ MK2 gut beraten.

Preis: ca. 99 EUR
Concorde DJ MK2

Hifi für DJs: Audio-Technica AT-XP7

Audio-Technica ist seit vielen Jahren ein namhafter Hersteller für Tonabnehmer im Hifi-Sektor. Die Erfahrung reicht hier bis in die 60er Jahre zurück und dementsprechend weiß man, wie man den Klang aus der Rille holt. Mit dem AT-XP7 Headshell Tonabnehmer lässt Audio-Technica seine Expertise aus dem Hifi-Bereich in die DJ-Kanzel fließen. Der elliptische Nadelschliff besitzt mehr Abtastfläche und sorgt für ein höheres Klangerlebnis, ohne dabei in bestimmten Frequenzbereichen auffällig zu werden. Cueing und schnellere Bewegungen gehen bei 3 Gramm Auflagegewicht locker von der Hand, jedoch ist das System nicht für wilde Scratches ausgelegt. Die Stärken des AT-XP7 liegen also klar im guten Klang mit einer hohen Detailtreue. Bei einer Ausgangsleistung von 6 mV liegt es in der Lautstärke eher im Mittelfeld der DJ-Systeme. Als Headshellsystem kann es sowohl an geraden als auch s-förmigen Tonarmen verwendet werden, da man den Nadelüberhang ja einstellen kann. Für 145 Euro geht das System ohne Headshell über die Ladentheke. Das ist zwar nicht ganz günstig, jedoch relativiert sich der Preis sehr schnell nach dem ersten Hörerlebnis.

Preis: 145 EUR
AT-XP7

Für den Club: Ortofon Concorde MK2 Club

Das Concorde MK2 Club wurde ebenfalls überarbeitet und kommt in einem neuen, schwarz-gelben Design daher, bei dem der Fingerlift austauschbar ist. Es ist der Nachfolger des Nightclub MK2, welches schon damals wegen seiner guten Klangeigenschaften gelobt wurde. Mit seinem hohem Output von 8 mV und einem besonders druckvollen Sound bildet das Concorde MK2 Club die Speerspitze der aktuellen Ortofon DJ-Systeme. Dafür sorgt ein elliptischer Nadelschliff, der besonders tief in der Rille liegt und deshalb mehr Abtastung verspricht. Das Auflagegewicht kann variieren, auch wenn der Hersteller 3 Gramm vorschreibt. So hat man bei unterschiedlichen Vinylpressungen und je nach Umgebung immer noch etwas Spielraum für die optimale Justierung. Mit einem weiten Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz eignet sich das MK2 Club nicht nur fürs Auflegen im Club, sondern kann durchaus auch für Studioaufnahmen und Digitalisierungen verwendet werden. Für Scratches eignet sich das System aufgrund des Nadelschliffs weniger. Wer ein System mit klarem, druckvollem Sound sucht, ist beim Concorde MK2 Club genau richtig. Für etwa 139 Euro ist das System ebenfalls etwas kostspieliger, doch auch hier wird man schnell merken, dass man dafür ein Produkt mit hervorragenden Eigenschaften erhält.

Preis: 139 EUR
Concorde MK2 Club

Scratch & DVS DJ: Ortofon Concorde MK2 Scratch

Das Ortofon Concorde MK2 Scratch ist der Nachfolger des Concorde Q.Bert welches ursprünglich in Zusammenarbeit mit Scratch Artist DJ Q.Bert entwickelt wurde. Das MK2 Scratch wurde ebenfalls überarbeitet, jedoch ist es immer noch ein System mit sphärischem Nadelschliff und extrem gutem Tracking. Dies ist auch dem möglichen Auflagegewicht von bis zu 4 Gramm geschuldet, das die Nadel auch bei wildesten Manövern in der Rille hält. Die zweite Besonderheit dieses Tonabnehmers ist die sehr hohe Ausgangsspannung von 10 mV. Damit eignet sich das MK2 Scratch auch sehr gut für die Abtastung von Timecodeplatten, damit das Steuersignal deutlich in der Software ankommt. Das ursprüngliche Concorde Q.Bert war deswegen auch eines der beliebtesten Systeme unter Scratch- und Hiphop-DJs. Der Frequenzbereich des MK2 Scratch reicht von 20 Hz bis18 kHz. Klanglich kommt es zwar nicht an einen MK2 Club heran, jedoch bekommt man dafür einiges an Lautstärke geboten. Wer sich nun fragt: „Warum nicht das Ortofon Concorde MK2 Digital für DVS nutzen?“, dem sei gesagt, dass in den meisten Fällen für das Abspielen von Timecodeplatten nur die Lautstärke eine Rolle spielt. Dafür reicht meist schon eine Ausgangsspannung ab 6 mV aufwärts. Bevor man sich aber ein Twinset Concorde MK2 Digital für 229 Euro zulegt, kann man sich auch gleich ein Twinset Concorde MK2 Scratch für ca. 209 Euro zulegen und bekommt obendrauf noch hervorragende Tracking-Eigenschaften geboten. Und das schadet selbst einem reinen Mix-DJ nicht.

Preis: 109 EUR
Concorde MK2 Scratch

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