Überblick: Die besten Zweikanal-Mixer für DJs 2019

Überblick: Die besten Zweikanal-Mixer für DJs 2019

Features 21. April 2019

Zweikanal-Mixer wecken den Anschein, dass sie entweder nur etwas für Einsteiger sind, die gerade die Basics des B2B-Mixings erlernen, oder im oberen Preissegment nur Scratch DJs bedienen wollen. Verstärkt wird dieser Eindruck auch dadurch, dass bei vielen Events vor allem Vierkanal-Mixer eingesetzt werden. Der Trugschluss dabei ist, dass es einfach praktischer ist, verschiedenen Eingangsquellen einen eigenen Kanal zuzuweisen, und nicht dass jeder DJ vier Decks steuern möchte. Natürlich machen vier Kanäle mehr her als nur zwei. Der Großteil der DJs mixt jedoch nur auf zwei Decks und sieht die Verfügbarkeit von zwei weiteren Kanälen eher als ein "nice-to-have", statt sie wirklich zu benötigen.

Die Vorzüge eines Zweikanal-Mixers liegen meistens in den kompakteren Abmessungen, die vor allem dann zum Tragen kommen, wenn man mit wenig Platz zu kämpfen hat. Gegenüber einem Controller bietet so ein Mixer meistens Vorteile im Klangbild und in der höheren Ausgangslautstärke. Dabei muss man nicht mal auf MIDI-Steuerelemente oder interne Effekte verzichten, wie die nachfolgenden Mixer-Beispiele zeigen werden.

Rane Seventy Two

Der ‚Rane Seventy Two‘-Mixer ist ein Zweikanal-Battlemixer der höchsten Güte. Sein mittig angelegtes Touchdisplay bedient nicht nur die internen Effekte, sondern spiegelt auch die Softwaredecks von Serato DJ Pro wieder. In diesem Sinne ist der Seventy Two mit einem Serato-fähigen Interface ausgestattet und kann sowohl im DVS-Betrieb mit Timecodes als auch als reiner Controller genutzt werden. Im Zusammenspiel mit dem ‚Rane Twelve Deck‚-Controller spielt der Mixer sein volles Potential aus, da sich hier alle Vorzüge des digitalen Mixings mit denen des Vinyl-Feelings vereinen. Auch wenn man kein Scratch-DJ ist, bekommt man bei diesem Mixer genügend Optionen an die Hand gelegt, mit denen sich der Spielspaß enorm steigern lässt.

Dafür ist vor allem die Pad-Sektion verantwortlich, mit der sich interessante Tracksteuermöglichkeiten ergeben. Dank der beiden USB-Anschlüsse ist ein fließender DJ-Wechsel möglich. Mit XLR-Ausgängen und zwei Neutrik-Mikrofoneingängen ist der Seventy Two flexibel einsetzbar. Die Kehrseite des Seventy Two ist, dass er sein volles Potential nur in Zusammenhang mit der Software ‚Serato DJ Pro‘ entfaltet, da Interface und Display darauf abgestimmt sind. Dafür richten sich die Augen aber wieder in Richtung Arbeitsfläche statt zum Laptop.

Preis: 1799 EUR
Testbericht

Pioneer DJ DJM-S9

Der DJM-S9 bildete bis zum Erscheinen des Rane Seventy Two die Speerspitze der Battlemixer auf dem Markt. Ebenfalls auf die Software ‚Serato DJ Pro‘ ausgelegt, könnte man ihn als den älteren Bruder des Seventy Two bezeichnen. Der Zweikanaler verfügt über hochwertige Fader, die sich präzise für Scratchmanöver einstellen lassen. Ein 3-Band-EQ und Bipolare Filter pro Kanal schmücken ebenfalls die Bedienfläche. Eine Browsersektion für das Navigieren in Tracklisten ist auch vorhaben. Mit internen Beat-Effekten und Zugriff auf weitere Effekte in der Serato-Software besitzt der DJM-S9 ausreichend Arsenal, um den Sound zu manipulieren. Durch die beiden Wipptasten ist ein kurzzeitiges und dauerhaftes Einstreuen der Effekte möglich. Zusätzlich bieten die Multicolor Performance-Pads weitere Optionen, um mit Pad-Effekten oder dem Serato Sampler in den Sound einzugreifen.

Das Schöne ist, dass der DJM-S9 auch einen vorgesehenen Lautstärkeregler nur für den Sampler besitzt. Der Doppel-USB-Anschluss der Serato-fähigen Soundkarte erlaubt fließende DJ-Wechsel. Das lästige Auf- und Abbauen zwischen zwei DVS-DJs hat also ein Ende und unnötige Störungen während eines Sets werden vermieden. Anschlussseitig bietet der DJM-S9 neben zwei Master-Ausgängen und einem Booth-Out auch einen Mikrofon- und einen AUX-Eingang. Der DJM-S9 ist hochwertig verarbeitet und dürfte jeden DJ interessieren, der in Serato mit zwei Decks arbeitet und gerne mit Effekten und Loops sein Set ausschmückt.

Preis: 1699 EUR
Testbericht

SuperStereo DN78

Wer auf hochwertige Rotary-Mixer und analoge Sounds steht und zufällig das nötige Kleingeld übrig hat, sollte mal den SuperStereo DN78 unter die Lupe nehmen. Auf den ersten Blick wirkt der Mixer im Retro-Look recht spartanisch ausgestattet. Der Zweikanaler besteht fast nur aus Drehreglern, sogar der Crossfader ist ein Rotary. Das analoge Innenleben wird durch einen Röhrenverstärker angefeuert, der für einen warmen satten Sound sorgt. Pro Kanal gibt es einen 3-Band-EQ. Zusätzlich gibt es auf der Oberseite der Bedienfläche einen 3-Band-Master-Isolator. Statt LED-Ketten besitzt der DN78 klassische VU-Meter zum Lautstärkenablesen. Neben den Standard-Cinch-Anschlüssen für Plattenspieler und CD-Player erlaubt der DN78 es auch, ein Effektgerät durchzuschleifen.

Dazu stehen auf der Rückseite 6,3-mm-Klinkenbuchsen als "Send & Return" bereit. Master- und Booth Ausgang gibt es jeweils als XLR-Pärchen oder auch als Cinch-Buchsen. Dank der (4in/4out-)USB-Soundkarte ist der DN78 auch mit der digitalen Welt verknüpfbar. Dabei liefert das Interface mit 32 Bit und 384 KHz höhere Werte als manches Studio-Interface. Eine dezidierte Softwareunterstützung wird aber nicht beworben. Der Superstereo DN78 ist definitiv eine Besonderheit und definiert sich vor allem über seinen Sound sowie die etwas andere Bedienweise. Er lässt sich sogar noch weiter tunen, denn gegen Aufpreis sind sogar noch hochwertigere Komponenten wie z. B. die Preamps austauschbar.

Preis: 2599 EUR
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Pioneer DJ DJM-450

Wer zu Hause keinen Goldesel stehen hat und keine Verwendung für den dritten und vierten Kanal auf einem Pioneer DJM-900NXS2 findet, der dürfte vielleicht beim DJM-450 landen. Dieser Zweikanaler ist sozusagen genau die Hälfte vom großen Bruder und bietet dabei ein fast identisches Layout. Wer auf die EQs, Filter, Effekte und den Sound der großen DJM-Geräte steht, findet beim DJM-450 das Ganze in einer kompakteren Bauform. Die Klangregelung lässt sich zwischen EQ und Isolator umschalten. Die Volume-LED-Ketten fallen direkt ins Auge und haben mit elf Gliedern eine ausreichende Länge. Pioneers ‚Sound Color FX‘ lassen sich jeweils mit einem Regler pro Kanal anwenden.

Zusätzlich können weitere acht Effekte auf die Summe oder einen Kanal geroutet werden. Wem das immer noch nicht reicht, dem steht die Option offen, über den oben liegenden USB-Anschluss ein iPad mit der RMX-1000-Effekte-App anzuschließen. Der DJM-450 ist mit einem 24 Bit/48 KHz-Audio-Interface ausgestattet, welches auch für Rekordbox DJ genutzt werden kann. Die Software ist übrigens im Lieferumfang enthalten, genauso wie das DVS-Upgrade, mit dem man über Rekordbox-Timecode-Medien auflegen kann.

Preis: 666 EUR
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Native Instruments Traktor Kontrol Z2

Auch wenn der Z2 schon ein wenig in die Jahre gekommen ist, so ist er in Bezug auf Traktor Pro und Traktor Scratch Pro (DVS) wahrscheinlich immer noch die professionellste Zweikanal-Lösung. Dabei sollte man den Mixer nicht unbedingt als Scratch-Mixer betrachten, denn mit seinen MIDI-Bedienelementen kann er durchaus auch als 4-Deck-Steuereinheit mit Autosync genutzt werden. Dementsprechend ist er so etwas wie ein Hybrid zwischen Mixer und Controller, wobei sein Aluminium-Gehäuse ihn eher als Battlemixer erscheinen lässt. Das Layout ist einfach gehalten, sodass man kaum den Überblick verliert.

Neben der Bedienung von Cue-Punkten bietet der Z2 auch Regler fürs Browsen in der Trackliste. Wer Traktors Bandbreite an Effekten zu schätzen weiß, kann mit dem Z2 auch zwei Effektdecks fernbedienen. Das eingebaute USB-Hub lädt dazu ein, die Steuermöglichkeiten der Software mit weiteren USB-Controllern zu ergänzen (z. B. Traktor Kontrol X1 oder F1). Für ca. 499 Euro bekommt man mit dem Z2 nicht nur einen Battlemixer mit Controller-Funktionen, sondern gleichzeitig auch eines der professionellsten DVS-Pakete inkl. Timecode-Medien aus dem Hause Native Instruments.

Preis: 499 EUR
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