VESTAX SPIN – Test

VESTAX SPIN – Test

Archiv 19. Januar 2010

Vestax Spin Mit „Spin“ bringt Vestax eine „Out Of The Box“ Lösung, bestehend aus Controller, Software und Audio Interface auf den Markt, die, wenn man den Preis betrachtet, den interessierten Bedroomer ansprechen soll. Was das kann, hat sich mono angeschaut.  



Um eventuell auftretender Verwirrung entgegenzutreten: SPIN nennt sich auch ein digitales Vinylsystem von Reloop. Hier ist jedoch die Kombination aus „djay“-Software und „Spin“-Controller gemeint. Da die Software nur auf einem MAC läuft, liegt der bisherige Focus auf MAC-Usern. Im allwissenden Internet kursiert aber auch ein  Video, welches einen andersfarbigen Bruder von „Spin“ zeigt. Der heißt „Typhoon“ und soll unter MAC und PC Betriebssystemen laufen. Als Software der PC-Version wir Traktor ins Spiel gebracht. Genaue Infos dazu fehlen aber im Moment noch, daher hier erstmal unser Review unter Bezug auf „Spin“ und „djay“.

Hardware
spin
Auf den ersten Blick ist alles dran, was man von einer solchen DJ-Konsole erwartet. Mixerpart, zwei Jogwheels, diverse Buttons, Fader und Potis in einem Gehäuse aus Kunststoff. Der Alu-Look der Oberfläche lässt an einen Vestax VCI100 denken, aber VCI ist anders. Nämlich wirklich aus Metal und vor allem teurer. Auffällig ist der ebenfalls als Fader ausgelegte 3-Band EQ bzw. die Bedienelemente für diesen. Alle Fader und Potis bestehen aus Kunststoff, wie oft bei DJ-Hardware, natürlich sollte man nicht die gleichen Bauteile wie an einem Profigerät, a la VCI100, erwarten. Mit dem Branding „VESTAX – for the people“ setzt der Hersteller auch ganz bewusst auf den Consumer-Markt.  

Sehr positiv fallen die (blau/rot) illuminierten Jogwheels auf, das ist großes Kino. Größe und Gewicht, sowie der daraus resultierender Widerstand sind super. Hier hat man sich offensichtlich von den größeren Brüdern VCI100 und VCI300 inspirieren lassen. Die Jogwheels sind berührungsempfindlich, zudem läßt sich das Touch-Sensor-Level durch kleine Regler an der Rückseite der Konsole für jedes Wheel separat einstellen. Wir halten fest: großer Pluspunkt für die Jogwheels.
Ansichten
„Spin“ verfügt über eine integrierte Soundkarte mit Stereo-Masterausgang (Cinch) und Kopfhörerkanal (6,3mm Klinke). Dazu kommt noch ein Mikrofon-Eingang, ebenfalls als 6,3mm Klinke ausgelegt. Ein kleines Schwanenhals-Mikrofon wird mitgeliefert. Die Lautstärkeregler für Mikrofon und Kopfhörer liegen an der Voderseite des Controllers und sind wegen eines Überhangs schwer zu erreichen. So wird die Lautstärkeänderung beim Vorhören zur fummeligen Angelegenheit. Hier haben die Japaner nicht an dicke, europäische Wurstfinger oder gelegentliche „Leveländerungswünsche“ gedacht.

Software
djay
Das im Paket mit „Spin“ kostenlos gelieferte „djay“ erfreut sich in der MAC-Gemeinde steigender Beliebheit und schägt normalerweise mit knapp unter 50 Dollar ins Kontor. Die Software ist – mactypisch – sekundenschnell und problemlos installiert. Nach dem ersten Start waren auch alle Einstellungen für den Audio Ein- und Ausgang konfiguriert. Out Of The Box trifft also zu.
Die Integration von iTunes läuft reibungslos, so bedient sich die Musikbibliothek von „djay“ aus der iTunes Bibliothek. Dadurch funktioniert auch die Suche und die Sortierung nach Interpreten, Titeln usw. völlig problemfrei. Aber es gibt immer einen Haken: man kann offensichtlich nur Musik benutzen, die man auch in iTunes hat. Tracks aus einem beliebigen Ordner zu ziehen und in der Software abzuspielen scheint nicht möglich zu sein.

Ansonsten bildet die Software ziemlich genau das ab, was auch auf dem Controller zu sehen ist. Oder andersrum. Hier erklärt sich auch warum die EQ-Regler am Controller als Fader ausgelegt wurden. Die zwei Decks sind als Plattenspieler dargestellt. Eine Waveformanzeige wäre nach meiner Meinung wesentlich praktischer. Immerhin wird, sofern vorhanden, das Cover-Artwork auf den Playern angezeigt.
Oft diskutiert und omnipräsent beim Thema DJ-Software: der Sync Button. Obwohl die Software, laut Beschreibung „Auto Sync / beat-matching“ kann, bewirkte „Sync“ bei meinem Test nur ein Angleichen der BPM, den Beat zum Einstarten musste ich selbst finden. Hier könnte die Ursache aber auch zwischen Stuhllehne und Monitor zu suchen sein. 🙂
Anmerkung: Laut „Insider-Infos“ geht man wie folgt vor: Cue Punkt setzen, von dem aus zweimal Sync betätigen und dann sollte einem beatgenauen Übergang nichts im Weg stehen. 

„djay“ bietet zahlreiche Tools, zum Beispiel: manuelles und Auto-Looping, einen Sampler (für Oneshots oder Loops) mit drei Bänken, zahlreiche Audio-Effekte, Automix und Cue-Punkte (die auf den virtuellen Platten dargestellt werden), dazu besteht durch den internen Recorder die Möglichkeit seinen Mix für die Nachwelt festzuhalten. Das Signal vom Mikrofon kann mit Effekten belegt werden, dafür verfügt die Hardware auch über einen eigenen Regler. Mehr zu den Features von „djay“  hier.

Zusammenspiel Software und Hardware
[youtube gwQ82tlmMhc]
Per Steuerkreuz wird durch die Bibliothek gescrollt und ein ausgewählter Track in die Decks geladen. Simple und Funktionell - so soll es sein.
Die Jogwheels funktionieren in zwei Modi und werden per Button umgeschaltet:
1. Steuerung wie Vinyl, Anschieben, Stoppen, Scratchen etc.
 – funktioniert alles prima, da gibts nichts zu meckern.
2. schnelles Vorwärts- und Rückwartsspringen durch den Song
 - Funktioniert ebenfalls tadellos
Grundsätzlich sind, wie schon weiter oben beschrieben, fast alle Elemente der Software auch auf dem Controller abgebildet, so dass man auch als Anfänger aus dem Stand erste Erfolge erzielen kann. Ein paar wenige Funktionen der "Tools" bleiben bei der Steuerung per Controller auf der Strecke, so kann man nur einen Cue Punkt setzen und die Effekte nur ein und ausschalten, aber nicht verändern. Dafür lassen sich diese Funktionen aber ergänzend mit Tastaturshortcuts anwählen. 

Fazit
„Spin“ eröffnet (Stand Januar 2010) dem MAC-User den kostengünstigen Einstieg ins DJing. Man bekommt für einen schmalen Taler eine abgestimmte Kombination geboten. Die Software läuft tadellos und ist für Anfänger mehr als ausreichend. Wer einen Blick auf die Seite von „djay“ wirft, wird feststellen, dass auch bekannte Namen das Programm nutzen. Der Controller, bietet besonders durch seine Jogwheels ein Highlight und mehr als man in diesem Preissegment erwarten würde.
Kaufempfehlung für die, die schauen wollen ob das DJing was für sie ist oder alle, die quartalsmässig eine Fatsche im Partykeller veranstalten und die mehr bieten wollen, als die iTunes Playliste.
PC-User, die sich hier übergangen fühlen, sollten im Auge behalten was demnächst in Sachen des zu Beginn angesprochenen „Typhoon“ passiert.

Preis 222 Euro, erhältlich ab Februar
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 Produktseite mit Details zu Spin

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