Hersteller Roland hat eine neue App vorgestellt, die Video-Performances mit visuellen Effekten anreichert und diese automatisch an das Tempo der gespielten Musik angleicht. 

Dass heutzutage viele DJ-Performances online stattfinden, ist längst kein Geheimnis mehr. Etliche Videos tauchen in den Timelines der favorisierten sozialen Kanäle auf, dabei können sie live übertragen (hier zu unseren Tipps zum Live-Streaming) oder nachträglich hochgeladen werden. Die Verlegung ins Internet hat aber auch eine Verschiebung der Visualität zur Folge: Wo im Club ein VJ für optische Atmosphäre sorgt, sind es in Online-Aufzeichnungen besonders die Kameraeinstellungen, Effekte und Bildschnitte, die visuelle Akzente setzen können. Nicht jeder DJ verfügt allerdings um ein ganzes Produktionsteam, um ihm bei der Aufbereitung und Nachbearbeitung von Video-Content zur Seite zu stehen.

Um hier Abhilfe zu schaffen hat Roland nun seine neue Anwendung 'Beat Sync Maker' veröffentlicht: Einfach ein vorhandenes Video in die App laden, mit einem von fünf Effekten versehen, ein passendes Timing-Intervall zwischen 1/8- und 4-Takten wählen und die entstehenden Visuals live recorden. Weiterhin gibt es noch die Möglichkeit bis zu acht Video-Schnipsel als Preset einzufügen, die auch durch eigene Clips ersetzt werden können, was den Rahmen der Möglichkeiten nochmal erhöhen soll.

Das Klang in Rolands Ankündigung mit "PUMP UP YOUR EDM/DJ PERFORMANCE VIDEOS WITH PRO BEAT-SYNCED VISUAL EFFECTS" und in der Theorie recht vielversprechend, sodass wir die kostenlos herunterladbare App direkt mal angetestet haben. Etwas überrascht mussten wir dann schnell aber feststellen, dass die Anwendung einen ziemlich unfertigen Eindruck macht. Die Oberfläche ist für Roland-Verhältnisse - immerhin sind die Japaner Hersteller von legendären Instrumenten wie der TR-808 oder der TB-303 - ziemlich uninspiriert und unästhetisch, nicht gerade eine optimale Arbeitsumgebung also, um sich kreativ mit seinem auch repräsentativen Videomaterial auseinanderzusetzen. Siehe Bilder unten.

Auch die Video-Presets wirken relativ altbacken, ebenso die Effekte, die sich kaum variieren lassen. Hier gibt es schon längst ganz andere Apps wie bspw. das zwar nicht kostenlose, dafür aber geniale 'Glitché', in denen man sogar während der Video-Aufnahme die Effekte bearbeiten und auswählen kann und deren Inhalte auch viel frischer wirken als die von 'Beat Sync Maker'. Na, vielleicht schiebt Roland ja ein Update nach, die Synchronisierung zum Beat ist schon relativ praktisch, fehlt noch die nötige Ästhetik.

'Beat Sync Maker' ist kostenlos für iOS erhältlich. Über In-App-Käufe oder dem Anschließen eines GO:MIXER PRO oder GO:MIXER kann auch die Limitierung auf 30-sekündige Exporte umgangen werden. Weitere Informationen finden sich auf der Website von Roland.

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