Alle Jahre wieder kommt Apple mit einer Keynote um die Ecke und präsentiert uns die neusten Produkte. Diesmal überrascht uns der Konzern aus Cupertino unter anderem mit einem neuen MacBook Air und der langerwarteten Neuauflage des Mac mini. Das sind zwei Computer, die durchaus für DJs und Producer interessant sein können.

Das MacBook Air ist natürlich wieder superdünn, sehr stylisch und in edlen Farbvarianten erhältlich. Das Gehäuse besteht aus 100% recyceltem Aluminium. Im Inneren ist ein neuer Prozessor, der bessere Leistung verspricht. Der Intel Core i5 ist in der 8. Generation angekommen, mehr als einen Dual-Core darf man aber bei einem MacBook Air wohl nie erwarten. Der Arbeitsspeicher ist mit 8 GB bemessen, kann aber auf 16 GB aufgerüstet werden, natürlich zu den von Apple gewohnten Preisen.

Highlight ist das neue Retina-Display und das bedeutet endlich eine höhere Auflösung und knackige Farben. Mit zwei Thunderbolt 3 Anschlüssen hat der 13-Zoll-Laptop die notwendige Schnittstelle zur Außenwelt. Die interne SSD-Festplatte ist mit 128 GB sehr klein ausgefallen, wer mehr will muss halt dafür den entsprechenden Aufpreis hinlegen. Für kleine mobile DAW-Aufgaben reicht die Technik so gerade eben, große Projekte mit aufwendigen Plug-ins werden das System allerdings schnell an die Grenzen bringen. DJ-Software ist im Vergleich eher leichtgewichtiger. Wer nicht Tonnen von MP3s auf dem Laptop haben muss, findet hier einen relativ teuren, aber auch sehr stylischen Begleiter. Das noch recht frische Mojave wird hier bereits vorinstalliert sein. Wer das neue Modell direkt kaufen will, sollte vorher nochmal die Kompatibilität mit der Lieblings-Software checken. Gerade im Audio-Bereich ist das ja immer eine heikle Angelegenheit. Preise gehen bei 1349 Euro los - günstig ist nie so das Ding von Apple gewesen.

© Apple Inc.

Für Musiker ist der neue Mac mini im Vergleich eine weitaus lohnendere Anschaffung. Darauf haben viele lange gewartet. Der Mac mini ist wie gewohnt ein kleiner, platzsparender Rechner mit geringem Stromverbrauch und bringt trotzdem genügend Leistung auf den Tisch, um auch große Projekte in der DAW zu bewerkstelligen. Zur Auswahl stehen vier oder sechs Kerne mit i3, i5 oder auch i7 Prozessoren. Arbeitsspeicher geht bei 8 GB los und kann bis zu 64 GB aufgebohrt werden. Bei Festplatten scheint Apple nur noch auf SSD zu setzen und fängt mit zaghaften 128 GB an. Das ist für Musikanwendungen definitiv zu wenig, wenn man nicht permanent Daten auslagern will. 256 GB klingt besser, 512 GB noch besser und 1 TB ist schon ganz ordentlich, kann aber auch noch mit 2 TB getoppt werden. Die Preise stapeln sich selbstverständlich analog zum Festplattenspeicher.

Anschlüsse sind im ausreichenden Maß vorhanden, da scheint Apple dazugelernt zu haben. Vier Thunderbolt 3 Ports und nochmal zwei USB 3 Anschlüsse bieten genügend Verbindung zur Außenwelt und sind auf dem aktuellen Stand. Dass man drei Displays anschließen kann, gefällt neben Musikern auch Kreativen, die viel mit Grafik und Video arbeiten. Die Features des Mac mini machen die kleine Kiste wirklich zu einem sehr praktischen Allrounder und einer sehr guten Alternative zum iMac und kommenden (?) Mac Pro. Die Preise starten bei 899 Euro, können sich je nach Ausstattung aber auch auf bis zu 4849 Euro und mehr belaufen. Tja, so ist das bei Apple. Den Mac mini wird man aber bestimmt in dem einen oder anderen Studio begegnen - jede Wette!

© Apple Inc.

Erwähnenswert zum Schluss ist das neue iPad Pro, dass bei der Keynote selbstverständlich das eigentliche Highlight war. Auch hier wurde die Leistung mit einem neuen Prozessor erneut verbessert und in der Variante mit dem großen Display kommt man schon fast an die kleinen Laptops dran. Die Grenze zum Computer wird hier zukünftig noch weiter verwischt. Mittlerweile gibt es endlos viele Musik-Apps für iOS und rein theoretisch kann man mit den Dingern sogar einen DJ- oder Live-Gig absolvieren - auch wenn sich das kaum einer aus Gründen der Credibility traut. Spätestens dann, wenn eine DAW vom Schlag wie Ableton Live nativ auf einem iPad läuft, wird zumindest für Musiker die Ära der Laptops und Desktops abgelaufen sein.

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