Zerodebug haben mit touchAble Pro ihren Controller für Ableton Live generalüberholt. Wer ein iPad, Android-Tablet oder Windows 10-Rechner mit Touchscreen besitzt und Live-User ist, muss einen Blick auf diese App werfen. Da machen selbst Besitzer von Push große Augen.

Das Besondere an touchAble ist die Tatsache, dass wirklich fast jedes Teilchen von Ableton Live damit gesteuert werden kann. Klar, mit "echten" Knöpfen und Fadern hat man ein anderes Erlebnis, dafür berührt man hier die entsprechenden Funktionen direkt auf dem Bildschirm.

Benutzer bekommen so einiges geboten und ein paar Aspekte gehen sogar über das hinaus, was man mit Hardware-Controllern anstellen kann. Ein X/Y Pad mit frei belegbaren Steuerpunkten, die sogar auf verschiedene physikalische Gesetze gehorchen und angestoßen werden können ist ein Beispiel.

Zum Spielen lädt eine virtuelle Klaviatur ein, die mit verschiedenen Skalen belegt werden kann. Auf Wunsch erscheinen dann nur noch die Tasten mit den "richtigen" Noten. Es geht aber auch mit einer Grid-Matrix ähnlich der von von Push, dem Controller von Ableton selbst. Mit einem erneuten Tipp auf den Screen kann man diesen aber auch in Drum-Pads verwandeln. Je nachdem, wo man auf die Tasten tippt, wird sogar Anschlagstärke simuliert.

MIDI-Sequenzen programmiert man über die verbesserte Pianorolle. Audiodateien werden in der neuen Pro-Version endlich auch als Wellenform angezeigt. Aus dem Browser zieht man Clips jeglicher Art mit einem Wisch über das Display in das Live-Set.

Die internen Tonerzeuger, MIDI-Geräte und Effekte von Live werden ebenfalls auf dem Touch-Bildschirm dargestellt. Die Bedienung geht damit schnell von der Hand. Sämtliche Funktionen des Mischer sind über die App bedienbar, selbst die Ein- und Ausgänge von einzelnen Kanälen konfiguriert man mit touchAble Pro.

Die App von dem Berliner Entwickler Zerodebug ist nicht nur für die Arbeit im Studio gedacht, sondern auch für Live-Auftritte. Das wird besonders bei dem Konzept der GUI deutlich. Mit Hilfe von Templates können Performer nämlich ihre eigene Oberfläche schaffen und sich damit den persönlichen Wunsch-Controller zusammenbauen. Rein virtuell versteht sich. In der Praxis bedeutet das aber auch, dass diese Oberfläche auf mehreren Seiten verteilt wird und man zwischen diesen herschaltet. Diese Templates lassen sich natürlich speichern und jederzeit wieder abrufen.

Eine der größten Neuerungen an touchAble Pro ist aber die Tatsache, dass die App jetzt auf mehr Plattformen verfügbar ist. Neben iOS können nämlich endlich auch Android-User und Besitzer von Rechnern mit Windows 10 und Touch-Bildschirm die App benutzen. Das wird bestimmt einige Menschen glücklich machen.

Auf Tablets, egal ob auf Android oder iOS, funktioniert die App entweder mit Kabel oder über eine WLAN-Verbindung. Die erstgenannte Methode ist für Live-Situationen eine sichere Sache, kabellos im Studio ist andererseits extrem komfortabel. Es ist wirklich schon ein sehr cooles Gefühl eine so umfangreiche Fernbedienung für Ableton Live zu benutzen. Egal ob mit USB-Kabel oder ohne: Damit touchAble Pro mit Live kommunizieren kann, muss vorher ein kleiner "Server" auf dem Host-Rechner installiert werden. Das ist ein kleines Programm, das von der Webseite der Entwickler auf dem Mac oder PC heruntergeladen und installiert werden muss. Bevor Ableton läuft, muss das dann bereits gestartet sein.

Ableton Live 10 oder die letzte Version von Live 9 sind Voraussetzung für touchAble Pro. Die Preise sind unterschiedlich, im Augenblick gibt es einen Einführungspreis, der bei 30,99 Euro für Android liegt. Die iOS-Version ist zwei Euro teurer. Für Windows 10 ist es im Augenblick noch nicht im Store gesichtet worden und kein Preis bekannt.

Weitere Infos findet ihr auf der Webseite.

 

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