Überblick: Die sechs besten Drum Machines | 2020

Überblick: Die sechs besten Drum Machines | 2020

Features 1. Mai 2020

Neben analogen Synthesizern feiern auch Drumcomputer in den letzten Jahren vermehrt ihr Comeback. Seien es Vintage oder neu entwickelte Drum Machines: Hardware liegt voll im Trend. Anwender schwärmen vom druckvollen Grundsound, empfinden, dass die Rhythmusmaschinen eigenständiger grooven und sehen die teilweise vorhandenen Limitierungen der Geräte beim kreativen Schaffensprozess als gewinnbringend. Ein entscheidender Vorteil von Hardware Drum Machines gegenüber Software ist aber vor allem der direkte, haptische Zugang zu den Instrumenten. Wir neigen einfach dazu, gerne etwas physisch in der Hand zu halten und uns auch am Erscheinungsbild der Drumcomputer zu erfreuen. Mit diesem Überblick zeigen wir euch sechs bewährte Drum Machines. In dem Zusammenhang beleuchten wir den jeweiligen Funktionsumfang, geben Aufschluss über Vor- und Nachteile und stellen heraus, für welche Nutzergruppen die Geräte gedacht sind.

Arturia DrumBrute Impact

Die DrumBrute Impact ist nicht zuletzt wegen ihres günstigen Preises besonders für EinsteigerInnen geeignet. Für wenig Geld bietet Arturia eine sehr gute Drum Machine mit einem gelungenen Mix aus analoger Klangerzeugung und modernen Features. Während MIDI-Kompatibilität, das Touchfeld für Stutter-Effekte oder auch der Randomness-Regler relativ neue Funktionen sind, klingt die DrumBrute Impact doch retro. Gerade im Vergleich zu sample-basierten Drum Machines wirken beispielsweise die Beckensounds der Testkandidatin eher maschinell bis künstlich. Das ist keineswegs als Kritik gemeint, sondern einfach eine Stilfrage. Für Genres wie Techno oder Industrial sind die Klänge ideal, aber auch Oldschool-House macht mit der Cowbell und den verschiedenen Snares viel Spaß. Der Distortion-Regler auf dem Master ist jedoch ein klares Indiz dafür, dass sich die DrumBrute Impact besonders in der härteren Gangart wohlfühlt.

Die im Vergleich zur DrumBrute geringere Anzahl an Instrumenten und dazugehörigen Klangregelungsmöglichkeiten wurde im Test als unproblematisch empfunden. Besonders das Color-Feature hat sich als innovative Neuerung erwiesen und erweitert platzsparend die Einstellungsmöglichkeiten. Die überschaubare Oberfläche der Drum Machine kommt so dem Workflow zugute: Alles ist direkt per Button oder Poti regelbar, digitale Menüs gibt es zum Glück nicht und die Doppelbelegungen mittels Shift-Button sind sinnvoll gesetzt und schnell verinnerlicht. In komplizierteren Setups stören wahrscheinlich die fehlenden Einzelausgänge und die Miniklinkenbuchsen. Am Ende des Tages überzeugt jedoch der Sound der DrumBrute Impact. Die einzelnen Instrumente sind gut aufeinander abgestimmt und in den seltensten Fällen One-Trick-Ponys. Natürlich klingen nicht alle Einstellungen gleich gut, wer geduldig schraubt, wird jedoch mit einer Menge an unterschiedlichen tollen Klangfacetten belohnt.

Tolle Drum Machine: DrumBrute Impact von Arturia.

Preis: 299,00 EUR
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Roland TR-8S

Der Nachfolger der TR-8 glänzt nicht nur durch ein überarbeitetes Erscheinungsbild, sondern auch mit erweiterten Features. Die Drum Machine Roland TR-8S beinhaltet die legendären Drum-Kits der Klassiker 606, 707, 727, 808 und 909, basierend auf der digitalen ACB-Technologie. Damit aber nicht genug, denn sie richtet sich nicht nur an Liebhaber der Originale, sondern bietet darüber hinaus nun auch die Möglichkeit, eigene Samples via SD-Karte zu integrieren.

Mit dem Sequenzer lassen sich im Step-/ Live-Modus bis zu elf Instrumente parallel wiedergeben. Der Drumcomputer verfügt über 128 Speicherplätze, je Pattern lassen maximal 128 Schritte setzen. Im Repertoire des leistungsfähigen Sequenzers finden sich außerdem: Auto-Fill-Ins, Rolls, Flams, Scutter-Effekte, Sub-Steps, Last-Steps, 127 Velocity-Stufen, Swing, Parameter-Looks und zahlreiche Effekte.

Die jeweiligen Instrumente der Drum Machine lassen sich im direkten Zugriff intuitiv manipulieren. Daher ist die TR-8S nicht nur für das Studio gedacht, sondern auch für den Live-Einsatz prädestiniert, was auch die Rückseite das Gerät verdeutlicht: Hier finden sich unter anderem acht analoge Einzelausgänge. Über USB-Audio lassen sich zusätzlich individuelle Ausgänge in der DAW konfigurieren.

Preis: 589,00 EUR
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MFB Tanzbär 2

Der Tanzbär 2 des Berliner Herstellers MFB überzeugt vor allem durch seinen fetten Sound. Es ist erstaunlich, wie viele brauchbare Kicks allein mit Decay und Pitch erzeugt werden können - die analogen Instrumente des Bären haben  jede Menge Druck und einen angenehm organischen Klang. Die digitalen Sounds hingegen überzeugen durch ihre Vielseitigkeit und bilden die perfekte Ergänzung zur Klangpalette. Die Möglichkeit, eigene Samples mit einer Maximallänge von 300 ms in die Kiste zu Laden ist großartig gelöst und lässt die Bezeichnung Drumcomputer zur Untertreibung werden. Der Sequenzer wartet mit einer Menge an nützlichen Features auf und ist trotz einiger Stolpersteine auch live-tauglich. Zu den größten Kritikpunkten zählen das wackelige Netzteil und die unfassbar schwammige Anleitung. Diese weist einige Lücken auf und wirkt durchweg unstrukturiert. Wer bereits mit MFB oder sogar dem Vorgängermodell gearbeitet hat, dürfte sich daran jedoch weniger stören. Alles in allem hat der Tanzbär 2 absolut das Zeug zum eigenständigen Instrument und bildet die konsequent weitergedachte, nächste Entwicklungsstufe der wilden Grooveboxen aus der Landeshauptstadt.

Eine der besten Drum Machines: Tanzbär 2.

Preis: 959,00 EUR
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Elektron Analog Rytm MKII

Die Analog Rytm MKII der schwedischen Synthesizer-Schmiede Elektron basiert auf acht analogen Stimmen und einer digitalen Sampling-Engine. Der leistungsstarke Sequenzer der Drum Machine gibt zwölf Spuren wieder und bietet Raum für 128 Patterns pro Projekt. Dies geschieht entweder über eine klassische Lauflicht-Programmierung oder über zwölf anschlagdynamische Pads, die auch eine chromatische Spielweise erlauben. Mit den acht Endlosreglern nimmt man hingegen Einfluss auf weitestgehend alles, was einem bei der Klangbearbeitung in den Sinn kommt. Pro Spur lassen sich unter anderem zwei Hüllkurven feinjustieren, das LFO einspeisen, das analoge Filter bedienen und Verzerrung sowie Delay und Reverb hinzumischen, kurzum: Die Analog Rytm hat tausend Möglichkeiten, die eigenen Drums zu bearbeiten. Auch hier lassen sich Klangparameter aufzeichnen und variieren

Die Analog Rytm MKII ist der teuerste Kandidat unserer Auflistung an Drum Machines, bietet jedoch auch das schlagkräftigste Set-Up. Das damit verbundene kryptische Bedienkonzept erfordert jedoch etwas Einarbeitungszeit. Gedacht ist das Spitzenmodell mit acht Einzelausgängen vor allem für Beattüftler die eine große Bandbreite an Manipulationsmöglichkeiten suchen. Mit der eigens entwickelten Softwareschnittstelle Overbridge ist zudem die volle Integration der Hardware auf digitaler Ebene gewährleistet.

Preis: 1399,00 EUR
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Behringer RD-8

Analoge Klangerzeugung macht einfach Spaß, kein Wunder, dass einen der RD-8 als Klon DER analogen Drum Machine schlechthin erstmal zum Strahlen bringt. Das fängt bereits beim Auspacken an, denn der RD-8 wirkt für das Geld überdurchschnittlich groß, stabil und wertig. Das Design ist angenehm nah am Vorbild aus den 80ern gehalten, während z. B. die modernere Optik der Roland TR-8S noch viele Fans hat sauer aufstoßen lassen. Behringer macht also mal wieder vieles richtig, wenn es darum geht, die Wünsche der Community bezahlbar umzusetzen. Klar gibt es vor allem klangliche Unterschiede zur originalen 808, was richtige Hardcore-Fans am Hype um den Klon abprallen lässt, das ist aber auch bei jedem Klon anderer Hersteller der Fall. Wer sich daran weniger stört, bekommt eine überzeugende Kopie des Klassikers mit moderneren Anschlussmöglichkeiten wie MIDI oder USB. Lediglich der Sequenzer wirkt noch etwas veraltet, was vor allem an den fehlenden Parameterlocks liegt.

Analoge Drum Machine: Behringer RD-8.

Preis: 311,00 EUR
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Korg Volca Beats

Eine kleine Überraschung zum Schluss ist diese Drum Machine, die zeigt, dass bei einem kleinen Preis nicht unbedingt ein schlechtes Instrument zu erwarten ist. Im Gegenteil, der Volca Beats klingt nämlich richtig richtig gut! Er ist aber gleichzeitig auch von der Ausstattung her der rudimentärste Drumcomputer dieser Auflistung. Er besitzt er zehn Instrumente: Kick, Snare, Toms und Hi-Hats werden analog erzeugt, hingegen basieren Clap, Clave, Agogo und Crush auf Samples. Auf der Nutzeroberfläche der Drum Machine finden sich die allernötigsten Parameter zur Soundmanipulation. Die entsprechenden Regler fallen durch den kompakten Formfaktor des Gerätes allerdings etwas gering aus, bei der Bedienung ist daher etwas Fingerspitzengefühl gefragt.

Der Sequenzer kann sowohl im Step- als auch im Live-Modus agieren. Dabei stehen acht Speicherslots zur Verfügung, je Pattern können 16 Steps gesetzt werden. Für Leben im Groove sorgen die Step-Jump-, Active-Step- und Stutter-Funktion, letztere ist dabei eine Art emuliertes Delay, das in der Praxis oft sehr gute und brauchbare Schleifen erzeugt. Bewegungen, die mit den Reglern Time, Depth und PCM-Speed vorgenommen werden, lassen sich darüber hinaus erfreulicherweise automatisieren. Accent und Swing gibt es nicht, können aber über die praktische MIDI-In-Funtkion über externe Sequencer hinzugefügt werden. Auch Einzelausgänge sind bei dieser Drum Machine nicht vorgesehen. Dafür kann das platzsparende Gerät batteriebetrieben werden und verfügt über einen Lautsprecher.

Preis: 139,00 EUR
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