Neben analogen Synthesizern feiern auch Drumcomputer in den letzten Jahren vermehrt ihr Comeback. Seien es Vintage oder neu entwickelte Machines: Hardware liegt voll im Trend. Anwender schwärmen vom druckvollen Grundsound, empfinden dass die Rhythmusmaschinen eigenständiger grooven und sehen die teilweise vorhandenen Limitierungen der Geräte beim kreativen Schaffensprozess als gewinnbringend. Ein entscheidender Vorteil von Hardware gegenüber Software ist aber vor allem der direkte, haptische Zugang zu den Instrumenten. Wir neigen einfach dazu, gerne etwas physisch in der Hand zu halten und uns auch am Erscheinungsbild der Kisten zu erfreuen. Mit diesem Überblick zeigen wir euch fünf bewährte Drum Machines. In dem Zusammenhang beleuchten wir den jeweiligen Funktionsumfang, geben Aufschluss über Vor- und Nachteile und stellen heraus, für welche Nutzergruppen die Geräte gedacht sind.

Arturia DrumBrute

Der DrumBute ist ein erschwinglicher, analoger Drumcomputer des französischen Soft- und Hardware Herstellers Arturia. Siebzehn Instrumente umfassen sein Drum-Kit die sich im direkten Zugriff auf der üppig ausgestatteten Bedienoberfläche manipulieren lassen. - Sympathisanten des "What you see is what you get"-Credos wird es freuen.

Der Sequenzer bietet Platz für 64 Patterns. Je Pattern können maximal 64 Steps gesetzt werden. Neben der klassischen Lauflicht-Programmierung ermöglichen zwölf anschlagsdynamische Pads ein Einspielen in Echtzeit. Swing, Zufallsgenerator und individuelle Step-Längen pro Spur sowie die Verwendung von Akzenten bewirken lebendige Sequenzen. Die Note-Repeat-Funktion fördert darüber hinaus den Spieltrieb. Außerdem kann ein resonanzfähiges Filter wahlweise im Low- oder High-Pass-Modus genutzt werden. Rückseitig verfügt die Drum Machine unter anderem über zwölf analoge Einzelausgänge, die eine komfortable Einbindung gewährleisten.

Preis: 376,00 EUR
Arturia DrumBrute

Roland TR-8S

Der Nachfolger der TR-8 glänzt nicht nur durch ein überarbeitetes Erscheinungsbild, sondern auch mit erweiterten Features. Die Roland TR-8S beinhaltet die legendären Drum-Kits der Klassiker 606, 707, 727, 808 und 909, basierend auf der digitalen ACB-Technologie. Damit aber nicht genug, denn sie richtet sich nicht nur an Liebhaber der Originale, sondern bietet darüber hinaus nun auch die Möglichkeit, eigene Samples via SD-Karte zu integrieren.

Mit dem Sequenzer lassen sich im Step-/ Live-Modus bis zu elf Instrumente parallel wiedergeben. Die TR-8S verfügt über 128 Speicherplätze, je Pattern lassen maximal 128 Schritte setzen. Im Repertoire des leistungsfähigen Sequenzers finden sich außerdem: Auto-Fill-Ins, Rolls, Flams, Scutter-Effekte, Sub-Steps, Last-Steps, 127 Velocity-Stufen, Swing, Parameter-Looks und zahlreiche Effekte.

Die jeweiligen Instrumente lassen sich im direkten Zugriff intuitiv manipulieren, daher ist die TR-8S nicht nur für das Studio gedacht, sondern auch für den Live-Einsatz prädestiniert, was auch die Rückseite das Gerät verdeutlicht: Hier finden sich unter anderem acht analoge Einzelausgänge. Über USB-Audio lassen sich zusätzlich individuelle Ausgänge in der DAW konfigurieren.

Preis: 688,00 EUR
Testbericht TR-8S Roland TR-8S

MFB Tanzbär

Der nächste Kandidat ist der Tanzbär des Berliner Herstellers MFB. Die Formation aus sechzehn Instrumenten beinhaltet vierzehn Drum- und zwei monophone Synth-Sounds. Wer einen analogen Klangerzeugung mit sechs Einzelausgängen und tighten Sequenzer sucht, ist hier richtig. Der Schrittmacher bietet 144 Patterns, durch die A/B-Funktion stehen insgesamt 32 Steps je Pattern zu Verfügung. Swing und Step-Länge sind individuell einstellbar, letztere ermöglicht polymetrische Rhythmusmuster. Je Step lassen sich außerdem drei Akzent-Stufen festlegen. Hinzu kommen Flam und Roll. Lebendige Rhythmen können darüber hinaus zum einen mit der Bend-Funktion erzielt werden und zum anderen durch Parameter-Looks. Dabei sorgen zahlreiche Potentiometer für einen unmittelbaren Eingriff in das Klanggeschehen. Ein wenig Geduld sollte man sich allerdings beim Erlernen der vielseitigen Tastenkombinationen des komplexen Sequenzers lassen.

Wie wir bereits berichtet haben, wurde erst im Mai diesen Jahres ein umfangreiches Upgrade des Tanzbären auf der Berliner Modular- und Synthesizer-Messe Superbooth angekündigt.

Preis: 789,00 EUR
MFB Tanzbär

Elektron Analog Rytm MKII

Die Analog Rytm MKII der schwedischen Synthesizer-Schmiede Elektron basiert auf acht analogen Stimmen und einer digitalen Sampling-Engine. Der leistungsstarke Sequenzer gibt zwölf Spuren wieder und bietet Raum für 128 Patterns pro Projekt. Dies geschieht entweder über eine klassische Lauflicht-Programmierung oder über zwölf anschlagdynamische Pads, die auch eine chromatische Spielweise erlauben. Mit den acht Endlosreglern nimmt man hingegen Einfluss auf weitestgehend alles, was einem bei der Klangbearbeitung in den Sinn kommt. Pro Spur lassen sich unter anderem zwei Hüllkurven feinjustieren, das LFO einspeisen, das analoge Filter bedienen und Verzerrung sowie Delay und Reverb hinzumischen, kurzum: Die Analog Rytm hat tausend Möglichkeiten, die eigenen Drums zu bearbeiten. Auch hier lassen sich Klangparameter aufzeichnen und variieren

Die Analog Rytm MKII ist der teuerste Kandidat unserer Auflistung, bietet jedoch auch das schlagkräftigste Set-Up. Das damit verbundene kryptische Bedienkonzept erfordert jedoch etwas Einarbeitungszeit. Gedacht ist das Spitzenmodell mit acht Einzelausgängen vor allem für Beattüftler die eine große Bandbreite an Manipulationsmöglichkeiten suchen. Mit der eigens entwickelten Softwareschnittstelle Overbridge ist zudem die volle Integration der Hardware auf digitaler Ebene gewährleistet.

Preis: 1399,00 EUR
Elektron Analog Rytm MKII

Korg Volca Beats

Eine kleine Überraschung zum Schluss ist dieser Drummie, der zeigt, dass bei einem kleinen Preis nicht unbedingt ein schlechtes Instrument zu erwarten ist. Im Gegenteil, der Volca Beats klingt nämlich richtig richtig gut! Er ist aber gleichzeitig auch von der Ausstattung her der rudimentärste Drumcomputer dieser Auflistung. Er besitzt er zehn Instrumente: Kick, Snare, Toms und Hi-Hats werden analog erzeugt, hingegen basieren Clap, Clave, Agogo und Crush auf Samples. Auf der Nutzeroberfläche finden sich die allernötigsten Parameter zur Soundmanipulation. Die entsprechenden Regler fallen durch den kompakten Formfaktor des Gerätes allerdings etwas gering aus, bei der Bedienung ist daher etwas Fingerspitzengefühl gefragt.

Der Sequenzer kann sowohl im Step- als auch im Live-Modus agieren. Dabei stehen acht Speicherslots zur Verfügung, je Pattern können 16 Steps gesetzt werden. Für Leben im Groove sorgen die Step-Jump-, Active-Step- und Stutter-Funktion, letztere ist dabei eine Art emuliertes Delay, das in der Praxis oft sehr gute und brauchbare Schleifen erzeugt. Bewegungen, die mit den Reglern Time, Depth und PCM-Speed vorgenommen werden, lassen sich darüber hinaus erfreulicherweise automatisieren. Accent und Swing gibt es nicht, können aber über die praktische MIDI-In-Funtkion über externe Sequencer hinzugefügt werden. Auch Einzelausgänge sind nicht vorgesehen. Dafür kann das platzsparende Gerät batteriebetrieben werden und verfügt über einen Lautsprecher.

Preis: 135,00 EUR
Korg Volca Beats

 

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