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Review: Keinemusik – You Are Safe

In den letzten Jahren hat kaum jemand so einen kontinuierlichen Aufstieg erlebt wie die Berliner Crue um Keinemusik. Zu Recht, denn die jeweils veröffentlichten EPs sind jedes Mal ein Garant um die Club-Stimmung auf ein nächstes Level zu heben. Es ist interessant, wie sich sowohl nur gelegentliche Partygänger als auch Connaisseure auf die Tracks einigen können, Hang zum Mainstream und Befriedigung des Undergrounds vermischen sich hier auf lässige Art und Weise. Kaum jemand kommt an die schwungvollen Grooves von Rampa heran, wenige kreieren große Emotionen wie &ME und niemand erforscht die Fusion von Indie und House derart wie Adam Port. Die Erwartungen sind also groß, wenn die drei Hauptakteure des Imprints als „Keinemusik“ ein gemeinsames Album ankündigen. Was kann es?

Die LP beginnt geheimnisvoll, der Titeltrack „You Are Safe“ als Intro wird als solches vermutlich auch in vielen kommenden Sets einiger DJs vorkommen, der langsame Aufbau lässt Großes erahnen, baut Spannung auf. Die folgende Nummer „Café Des Schicksals“ knüpft an diese Atmosphäre an, dubbige Sounds und verhallte Vocals schieben den Eindruck langsam in das gewohnte Territorium von Keinemusik: Club. Diese Andeutung wird in der Folge erfüllt, „Civilist“ ist der erste definitive Tanzflächen-Hit des Albums. An dieser Stelle meint man das erste Mal einen der Jungs heraushören zu können, der Track klingt mit seinem Groove und der Reduzierung auf hauptsächlich einen prominenten Synth-Sound sehr verdächtig nach Rampa.

Apropos, einmal angefangen mit dem Versuch, die einzelnen Artists zu identifizieren, stößt man doch an einigen Stellen des Albums auf das gleiche Phänomen: Bei „Muyè“ – übrigens der zweite Hit – ist die Versuchung der Zuordnung zu &ME durch die Ähnlichkeit zu “The Rapture” groß, ähnlich verhält es sich bei „ Lover“ und dem schon genannten “Café Des Schicksals”, bei denen man auf Adam Port als Haupt-Urheber wetten möchte. In der Folge teilt sich das Album in drei Sparten gefühlt neu auf: Potentielle Tracks der einzelnen Artists, Tracks die sich nach einer Kooperation der dreien anhören und zwei herausstechende Songs mit Vocal-Features und Hip-Hop-/RnB-Einflüssen. Dass der Gedanke, dass alle drei als „Keinemusik“ auftreten nicht ganz konsequent durchgezogen worden zu sein scheint, führt aber nicht zu Enttäuschung, sondern zu Diversität: Gerade die beiden Songs mit Chiara Noriko und Nomi Ruiz ergänzen das Label-Spektrum um eine bis dato kaum bekannte Nuance, die sich mutig vom szeneimmanenten Einheitsbrei abgrenzt.

Erstaunlich, wie Rampa, &ME und Adam Port auch über die Genregrenzen hinaus kontinuierlich hohe Qualität liefern können. Zusammengefasst ergibt diese Zusammenstellung also ein sehr gutes Album, das die hohen Erwartungen befriedigen wird und dabei gleichzeitig neues Terrain erkundet.

 

Credit: Keinemusik

 

Release: 24.11.2017 auf Keinemusik

 

 

 

 

 

 

 

 

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Test: NOCS NS900 Live – DJ Kopfhörer

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Nocs NS900 Live

Wir hatten den NOCS NS900 Live bereits zur Musikmesse 2014 vorgestellt und haben jetzt den schwedischen Kopfhörer im schlanken Design über mehrere Wochen getestet. Was wir dabei herausgefunden haben und wie sich der NOCS NS900 Live im Vergleich zum  Sennheiser HD-25 schlägt, kannst Du dem nachstehenden Test entnehmen.

 

In the Box

Schon die Verpackung des NOCS NS900 sieht vielversprechend aus und macht das Auspacken zum Erlebnis. Die verwendete Verpackung ist ein sauber verarbeiteter Karton, der durch einen Magnetklipp geschlossen wird und im Inneren den Lieferumfang wie ein clean dekoriertes Schaufenster wirken lässt. Im Lieferumfang sind neben dem Kopfhörer enthalten:

  • 1 Android-Smartphone-Kabel
  • 1 iPhone-Kabel
  • 1 DJ-Spiral-Kabel mit schraubbarem Adapter
  • 1 Kopfhörertasche

Beschaffenheit

IMG_4120Der NS900 besitzt ohraufliegende Höhrermuscheln, die mit einem Kunstlederüberzug ausgestattet sind. Ein Ersatzpaar ist nicht im Lieferumfang enthalten. Die Befestigung der Ohrpolster ähnelt der des HD-25, d.h. sie sind mit einem Band über den Treiber gestülpt. Der Wechsel der Ohrpolster kann damit zwar in angemessener Zeit erledigt werden, aber die innovativste Variante ist es nicht. Die Kopfhörermuscheln sind auf einem Metallbügel gelagert und mit großen Inbusschrauben daran befestigt. Dadurch lassen sie sich in der Höhe verstellen oder auch komplett arretieren. Einen Inbusschlüssel vermisst man aber im Lieferumfang. Der Metallbügel ist seitlich offen und an der Aufliegefläche mit einem Gummiüberzug versehen, der auf der Innenseite eine versteckte Kabelführung ermöglicht. Die innen liegenden Anschlüsse sind mit kleinen Klinkensteckern ausgestattet, was den Wechsel eines Treibers ohne Fummeleien zulässt. Die verschiedenen Kopfhörerkabel können jeweils mit einem Mini-Klinken-Bajonett-Verschluss an einer Ohrmuschel befestigt werden.

Alle verwendeten Materialen sind sauber verarbeitet und hinterlassen einen sehr soliden Eindruck, der durch das schlanke Design des Kopfhörers nochmals aufgewertet wird.

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Tragekomfort

Der NS900 sitzt bequem auf dem Kopf. Der Bügel hat etwas weniger Spannung, als der des HD-25 und verfügt somit über einen ausgewogenen Anpressdruck, der auch bei längeren Sessions keine schmerzenden Druckstellen verursacht. Die gute Polsterung der Ohrmuscheln trägt dazu ebenfalls bei. Wenn man längeres Haar trägt, dann kann der gummierte Kopfbügel auf Dauer etwas nerven, da er ständig an den Haaren zieht. Bei Glatzen oder Kurzhaarfrisuren ist das weniger dramatisch (Nach einem Besuch bei meinem Frisör kann ich das bestätigen :-)). Durch das Fehlen eines zusätzlichen Gelenkes lässt sich der NS900 zwar auch auf nur einer Kopfseite tragen, jedoch ist der Sitz dann nicht mehr ganz so optimal. Die Kugelgelenke der Ohrmuscheln können dies nur bedingt kompensieren. Insgesamt sitzt der NS900 aber gut auf dem Kopf und bleibt dort auch bei stärkeren Kopfbewegungen.

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Sound im Vergleich zum Sennheiser HD-25

Der Klang des NS900 wurde mir vorab als AIAIAI TMA-1 ohne übermäßigen Bass-Anteil beschrieben. In der Tat kann man diese Beschreibung auch so stehen lassen. Im Vergleich zum HD-25 wirkt der NS900 jedoch wie ein HiFi-Kopfhörer. Bass und Höhen sind präsent, jedoch wurde ein gutes Stück der Mitten abgesenkt. Damit werden wichtige Elemente fürs Mixing immer noch erkannt, jedoch wird man im Wechselspiel zwischen NS900 und HD-25 den Eindruck nicht los, dass ein gutes Stück an Transparenz verschluckt wird. Fürs Mixing ist diese Tatsache von sekundärer Bedeutung. Wer jedoch außerhalb der DJ-Kanzel auf eine Musikwiedergabe mit hoher Detailtreue setzt, wird mit dem NS900 nicht glücklich werden. Die Ausgangsleistung des NS900 liegt mit 110 dB im Mittelfeld und bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung.

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Fazit

Ich habe in den letzten Wochen sehr viele DJ-Kopfhörer getestet und konnte mir ein gutes Bild davon machen, wie unterschiedlich der Klang doch sein kann.  Ein HD-25 Fanboy wird den NS900 mit hoher Wahrscheinlichkeit wegen seiner Klangcharateristik weniger mögen. Dafür sind die Mitten zu wenig präsent. Deutliche Pluspunkte sammelt der NS900 durch sein gute Verarbeitung, das Design und die beiliegenden Smartphone-Kabel. Besonders wenn man unterwegs Musikhören möchte, um sich neue Tracks einzuprägen, ist das Smartphone-Kabel mit Fernbedienung eine sehr komfortable Lösung. Weniger praktisch ist der NS900 für DJs, die gerne eine Kopfhörermuschel wegklappen, denn durch das fehlende Gelenk sitzt der Kopfhörer nicht mehr ganz so gut auf dem Kopf.

Preis: 249.- Euro

Lieferzeit: sofort

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NOCS NS900 Live – DJ Kopfhörer

NOCS NS900 Live – DJ Kopfhörer
76.666666666667

Verarbeitung

9/10

    Ausgangsleistung

    7/10

      Tragekomfort

      7/10

        Pro

        • 3 Verschiedene Kabel (Android Remote, iPhone Remote, DJ-Kabel)
        • Sehr gute Verarbeitung
        • Zeitloses Design

        Contra

        • Hoher Anschaffungspreis
        • Fehlendes Bügelgelenk

        Alternativen

        AIAIAI TMA-1, 179.-

        Sennheiser HD-25 II, 179.- 

        Pioneer HDJ-70C, 189.-

        Zomo HD2500, 169.-

         

         

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